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Herzkrankheiten gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland

Herzbericht 2013  

Höheres Sterberisiko in den neuen Bundesländern

30.01.2014, 09:46 Uhr | stw, dpa

Herzkrankheiten gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland . Herzinfarkt: Höheres Sterberisiko in den neuen Bundesländern.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images, Deutsche Herzstiftung )

Herzbericht: Die Überlebenschance nach einem Herzinfarkt ist nicht überall gleich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images, Deutsche Herzstiftung )

Zwar geht in Deutschland die Sterblichkeit in Folge von Herzerkrankungen weiter zurück. Dennoch ist das Risiko, an einem Herzleiden zu sterben, in den ostdeutschen Bundesländern nach wie vor höher als im Westen. Einzige Ausnahme sei Berlin. Das geht aus dem neuen Deutschen Herzbericht hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2011. 

Herzkrankheiten gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Insgesamt sterben inzwischen aber deutlich weniger Menschen an einem Herzinfarkt als noch vor 30 Jahren. 2011 traf es bundesweit rund 52.000 Menschen, 1980 waren es noch rund 92.800.

Bessere Versorgung und Diagnostik

Das liege wahrscheinlich an Verbesserungen bei Vorbeugung, Diagnostik und Therapie, sagt Professor. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Herzstiftung. Auch eine gesündere Lebensweise spiele eine Rolle. Allerdings treibt ein Drittel der Erwachsenen immer noch zu wenig Sport. Nach wie vor zögern Menschen auch zu lange, bis sie bei akuten Herzproblemen den Notarzt rufen. Dies kann vor allem in ländlichen Regionen mit langen Wegen in eine Klinik tödlich enden, so das Ergebnis des Berichts.

Höheres Sterberisiko in den neuen Bundesländern

Auch regionale Unterschiede in der Infarktsterblichkeit belegt der Deutsche Herzbericht, denn die regionale Auswertung zeigt: Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist in den neuen Bundesländern höher als in den alten. So gab es in Bremen im Jahr 2011 nur 35 Herzinfarkttote pro 100.000 Einwohner. Ähnlich niedrig war die Sterblichkeit in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. In Sachsen-Anhalt hingegen war die Zahl der Herzinfarkttoten mit 104 Fällen pro 100.000 Einwohner fast doppelt so hoch.

Versorgung der Patienten nicht überall gleich gut

Als mögliche Ursachen für die regionalen Unterschiede sehen Ärzte unter anderem die geringe Anzahl von Kardiologen in strukturschwachen Gebieten, ein schlechteres Gesundheitsbewusstsein und Wissenslücken. 

"Anhand der Unterschiede sehen wir, dass von einer flächendeckend einheitlichen Versorgung von Herzpatienten nicht die Rede sein kann und noch mehr Akzente in der herzmedizinischen Versorgung zugunsten der strukturschwachen Regionen gesetzt werden müssen", so Meinertz.

Unterschiedlich hohe Sterblichkeit an Herzkrankheiten

Auch wenn man die Sterbeziffern der Herzkrankheiten Koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Klappenerkrankung in der Summe betrachtet, stehen Sachsen-Anhalt mit rund 370, Sachsen mit 350 und Thüringen mit 320 Gestorbenen pro 100.000 Einwohner in starkem Kontrast zu Ländern mit der niedrigsten Sterblichkeit bei diesen Herzerkrankungen.

Die Herzstiftung fordert deshalb eine bessere Versorgung strukturschwacher Regionen - zum Beispiel mit Herznotfallambulanzen und Kardiologen. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es durchschnittlich nur einen Herzspezialisten für rund 37.000 Einwohner, in Bremen sei es einer pro 19.500 Bürger. 

Mehr Frauen als Männer sterben an Herzschwäche

Der Herzbericht zeigt allerdings auch, dass mehr Frauen als Männer an Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Herzklappenkrankheiten sterben. "Dass Frauen bei diesen Herzerkrankungen eine wesentlich ungünstigere Prognose als Männer haben, ist nicht ohne Weiteres zu erklären, muss aber in der Therapie dieser Erkrankungen und in der Vorsorge noch stärker berücksichtigt werden", sagt Prof. Meinertz. Demnach starben 2011 mit 30.621 Todesfällen mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer (14.807) an einer Herzschwäche.

Männer sterben häufiger an einem Herzinfarkt

Dagegen lag die Sterbeziffer des akuten Herzinfarkts im Jahr 2011 bei Männern um rund 26 Prozent höher als bei Frauen. In der Altersgruppe der 50 bis 55-jährigen Männer sogar um das Fünffache. "Derartige Unterschiede zwischen Männern und Frauen verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit und erfordern in der medizinischen Versorgung gezielte Maßnahmen, etwa wenn an den für die Rehabilitation nach einem Herzinfarkt wichtigen Herzgruppen immer weniger Frauen teilnehmen“, gibt Herzspezialist Meinertz zu bedenken.

Zu wenig Spenderorgane

Sorge macht den Ärzten auch die geringe Zahl von Spenderorganen. So wurden in Deutschland 2012 nur 346 Herzen verpflanzt - so wenig wie seit 1995 nicht mehr. "900 Patienten stehen auf der Warteliste", sagt Professor Anno Diegeler von der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. "Das ist eine Katastrophe. Für viele Patienten bedeutet das den Tod."

Herzbericht analysiert Erkrankungs- und Todesraten

Der Deutsche Herzbericht wird jedes Jahr von der Deutschen Herzstiftung herausgegeben. Die aktuelle Fassung (25. Deutscher Herzbericht) wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung, den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), Herzchirurgie (DGTHG) und Kinderkardiologie (DGPK) verfasst. Er analysiert jährlich die Erkrankungs- und Todesraten verschiedener Herzerkrankungen sowie die kardiologische und herzchirurgische Versorgung in Deutschland.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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