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Herpes simplex: Lippenherpes überträgt sich schnell

Ursachen, Symptome und Behandlung  

Lippenherpes überträgt sich schnell

02.04.2014, 12:03 Uhr | dpa-tmn

Herpes simplex: Lippenherpes überträgt sich schnell. Vorsicht, Lippenherpes ist ansteckend! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vorsicht, Lippenherpes ist ansteckend! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Kribbeln und ein Brennen am Mund sind in vielen Fällen die Vorzeichen für eine Herpes-Erkrankung. Wer schnell reagiert und eine Salbe aufträgt, kann oft Schlimmeres verhindern. Oberstes Gebot beim Behandeln von Lippenherpes ist Hygiene, denn die Erreger verbreiten sich leicht.

Wenn es im Mundwinkel, an oder auf der Lippe kribbelt und brennt, und sich in Windeseile juckende Bläschen bilden, dann sind das meist Symptome für Lippenherpes. Das Virus, das die lästigen Bläschen verursacht, tragen viele Menschen jahrelang ahnungslos in sich, bis es erstmals aktiv wird. Dann wird Lippenherpes, auch Herpes labialis genannt, oft zum wiederkehrenden Ärgernis.

70 Prozent der Deutschen infiziert

In den meisten Fällen wird die Erkrankung durch das Herpes-simplex-Virus Typ I, sehr selten durch Typ II, ausgelöst. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung hierzulande sind latent mit dem Erreger infiziert, schätzt Prof. Thomas Mertens von der Universitätsklinik Ulm, Präsident der Gesellschaft für Virologie.

Bei den meisten Menschen nistet sich das Virus wie ein Schläfer im Körper ein. Bei der Erstinfektion trete das Virus in die lokalen Nervenenden ein und wandere über die Nervenbahnen in die zugehörigen sensorischen Ganglienzellen. "Dort findet ein Umschaltprozess statt: Die Infektion wird zu einer latenten Infektion", erläutert Mertens.

Ursachen der Reaktivierung unklar

Warum die Viren irgendwann aus ihrem Ruhezustand geweckt werden, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Es scheint jedoch Mechanismen zu geben, die ihre Reaktivierung begünstigen. Dazu gehören intensive Sonnenbestrahlung, beispielsweise beim Skifahren oder am Meer, sowie hormonelle Veränderungen. "Auslöser kann auch eine lokale Immunschwäche sein - durch Fieber, andere Erkrankungen oder auch Ekel. Er verursacht Stress, sorgt für eine vermehrte Adrenalinproduktion und damit für eine Schwächung des Immunsystems", sagt Ulrich Klein vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

Die reaktivierten Viren wandern zurück über die Nervenbahnen in äußere Körperregionen, vorzugsweise an der Haut-Schleimhaut-Grenze. "Am ehesten ist die Oberlippe betroffen, vor allem die Außenseite", beobachtet Dieter Conrad, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hessen. Dort schleust das Virus sein Erbgut in gesunde Hautzellen ein. Neue Herpes-Viren werden produziert, die sich neue Wirtszellen suchen.

Spannungsgefühl vor Bläschenbildung

Bereits Stunden vor den ersten sichtbaren Anzeichen dieses Zerstörungsprozesses spüren viele Patienten ein Brennen sowie Druck- oder Spannungsgefühl. "Dann rötet sich die betroffene Hautstelle, es bilden sich Bläschen", beschreibt Hautarzt Klein. Gegen das Virus selbst gibt es kein Mittel. Auch Impfstoffe werden erst erforscht. Daher heißt die weit verbreitete Therapie gegen Lippenherpes: einschmieren, und zwar mit Cremes, die die Wirkstoffe Aciclovir oder Penciclovir enthalten. Diese sogenannten Virostatika können die Ausbreitung der Bläschen begrenzen, indem sie in die Virenvermehrung eingreifen. "Das funktioniert nur, wenn die Salbe frühzeitig und in ausreichender Menge, also oft am Tag, aufgetragen wird", sagt Conrad.

Hygiene bei Herpes oberstes Gebot

Dabei ist Hygiene oberstes Gebot. Schließlich werden die Viren durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion und durch direkte Hautkontakte übertragen, sowohl auf alle möglichen Stellen des eigenen Körpers als auch auf andere Personen. Außerdem siedeln sich auf den wunden Stellen leicht zusätzlich Bakterien an. Klein empfiehlt daher, zum Eincremen einen Fingerling aus der Apotheke oder ein Wattestäbchen zu verwenden. Bis die Bläschen abgeheilt sind, sollten sie am besten weder aufgekratzt noch unbewusst berührt werden. Häufiges Händewaschen bietet zusätzlichen Schutz.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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