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Omega-3-Fettsäuren haben keinen Nutzen für Herzkranke

Herzkrankheiten vorbeugen  

Forscher zweifeln am Nutzen von Omega-3-Fettsäuren

05.05.2014, 11:47 Uhr | fsy, T-Online.de

Omega-3-Fettsäuren haben keinen Nutzen für Herzkranke. Omega-3-Fettsäuren haben keinen Nutzen für Herzkranke (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Omega-3-Fettsäuren galten jahrelang als das A und O für Herzpatienten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Omega-3-Fettsäuren - vor allem enthalten in Fisch und Pflanzenölen - genießen einen guten Ruf. Herzpatienten wird seit Jahren empfohlen, auf eine Omega-3-fettreiche Ernährung zu setzen, um Infarkten und Schlaganfällen vorzubeugen. Kanadische Forscher zweifeln diese Empfehlung nun an. Ihnen zufolge haben Omega-3-Fettsäuren keinen Nutzen für die Herzgesundheit.

Im aktuellen "Canadian Journal of Cardiology" zweifeln die kanadischen Forscher um George Fodor am guten Ruf der Fette. Die Forscher haben Studien aus 1970er-Jahren genauer unter die Lupe genommen und auf ihre Qualität untersucht. Den Studien der dänischen Chemiker Jorn Dyerberg und Hans Olaf Bang zufolge erkranken Eskimos seltener an Herzkrankheiten und Schlaganfällen, weil sie viel Fisch, Wal und Seehund essen. Auch ihre Lebenserwartung sei den Forschern zufolge erstaunlich hoch. Bang und Dyerberg schlussfolgerten daraus, dass die sogenannte "Eskimo-Diät" der Schlüssel zu einem geringen Herzinfarktrisiko sei.

Studien hatten keine solide Grundlage

Fodor hat nun jedoch eine Schwachstelle der Studien ausgemacht. "Die Studien wurden als Beleg angeführt, dass Herzkrankheiten in Grönland selten sind, dabei haben die dänischen Forscher gar nicht die Häufigkeit der Herzleiden untersucht."

Herzerkrankungen kommen bei Eskimos gleich oft vor

Zudem wurde lediglich die Ernährung von sieben Eskimos untersucht. Von einer repräsentativen Studie könne also nicht die Rede sein. Fodor konnte mit besseren medizinischen Daten der vergangenen vier Jahrzehnte nun zeigen, dass Herzerkrankungen bei Eskimos ähnlich häufig vorkommen wie in Europa oder Nordamerika. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen nördlich des Polarkreises liege sogar um zehn Jahre unter der in Dänemark.

Ernährung für Herzkranke sollte ausgewogen sein

Die neuen Schlussfolgerungen Fodors könnten erklären, warum viele Untersuchungen zur Wirkung von Omega-3-Fettsäuren in den letzten Jahren unklare oder sogar negative Ergebnisse erbrachten. "Viel tierisches Fett, kaum Obst und Gemüse - die Ernährung am Pol widerspricht eigentlich allen Empfehlungen zur Herzgesundheit", so Fodor. Anstatt täglich teure Fischöl-Kapseln zu schlucken, sollten Herzpatienten besser auf eine gesunde Lebensweise achten - dazu gehört regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Versuch, dem alltäglichen Stress gelassener entgegen zu sehen.

Die Dosis macht das Gift

Das Bundesinstitut zur Risikobewertung (BfR) hält Omega-3-Fette jedoch weiterhin für sinnvoll. Insbesondere Menschen, die wenig Fisch essen, könnten der Expertin zufolge von zusätzlichen Omega-3-Fettsäure-Gaben profitieren. Das BfR ist eine wissenschaftliche Einrichtung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die unter anderem Gesundheit und Sicherheit von Lebensmitteln bewertet.

Ähnlich wie bei Vitaminen kann die positive Wirkung der Omega-3-Fettsäuren bei hoher Dosierung allerdings ins Negative kippen - insbesondere wenn statt natürlicher Lebensmittel Nahrungsergänzungsmittel wie Fischölkapseln oder angereicherte Lebensmittel gewählt werden.

Hoher Cholesterinspiegel durch zu viel Omega-3-Fett

In einer Stellungnahme zu Omega-3-Fettsäuren warnt das BfR vor den Risiken einer Überdosierung. So können die vermeintlich gesunden Fette im Übermaß den Cholesterinspiegel erhöhen, zu einer erhöhten Blutungsneigung führen und bei älteren Menschen die Immunabwehr schwächen. Doch wie viel Omega-3-Fett ist noch gesund? "Empfehlenswert sind 250 bis 500 Milligramm langkettige Omega-3-Fettsäuren pro Tag, das entspricht zwei bis drei Portionen Kaltwasserfisch pro Woche", sagt Birgit Niemann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Woche mindestens eine Seefischmahlzeit. Zum Vergleich: 100 Gramm Lachs enthalten durchschnittlich drei Gramm langkettige Omega-3-Fettsäuren, bei der gleichen Menge Thunfisch können es bis zu vier Gramm sein. Bei einer höheren Aufnahme seien keine positiven Effekte mehr beobachtet worden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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