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Diabetes: Verbände fordern höhere Steuern auf ungesunde Lebensmittel

Zu viele Zuckerkranke  

Diabetes-Gesellschaft fordert Kalorien-Steuer

16.07.2014, 14:25 Uhr | Ulrike von Leszczynski , dpa

Diabetes: Verbände fordern höhere Steuern auf ungesunde Lebensmittel. Bei den Preisen wird es Pralinen nur noch zu besonderen Gelegenheiten geben. (Quelle: dpa/Daniel Naupold)

Bei den Preisen wird es Pralinen nur noch zu besonderen Gelegenheiten geben. (Quelle: Daniel Naupold/dpa)

Die Deutschen werden immer dicker, Kampagnen für gesunde Ernährung bleiben ohne Wirkung. Diabetes-Fachverbände haben es satt. Sie wollen, dass Fast Food, Chips und Süßkram teurer werden.

Diabetes-Verbände haben von der Politik erneut höhere Steuern auf ungesunde Lebensmittel wie Fast Food, Chips und Süßes gefordert. Grund sei die steigende Zahl von Zuckerkranken in Deutschland, inzwischen über sechs Millionen Menschen, teilt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) mit. Eine Ernährung mit zu viel Zucker und Fettstoffen ist ein hohes Diabetes-Risiko.

19 Prozent auf Dickmacher

Der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf besonders kalorienreiche und ballaststoffarme Produkte, kann ein sinnvoller Weg zur Vorbeugung sein, sagt DDG-Geschäftsführer Dietrich Garlichs. Dagegen sollen neben dieser Zucker-Fettsteuer gesunde Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, bewusst gering besteuert werden. Für viele Lebensmittel gilt bisher ein Steuersatz von sieben Prozent.

Mehr und mehr Kinder betroffen

Jeden Tag erkranken in Deutschland nach DGG-Angaben mehr als 700 Menschen neu an Diabetes. Darunter ist eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen, die erst durch falsche Ernährung zuckerkrank wurde (Typ 2). Bei den über 70-Jährigen ist in Deutschland inzwischen fast jeder Dritte Diabetiker.

Im Vergleich zum Typ-2-Diabetes kommt der Typ 1 wesentlich seltener vor. Zum Entstehen dieser Form tragen eine Fehlsteuerung des Immunsystems und erbliche Faktoren bei.

Vorläufer-Modelle zeigen sichtbaren Erfolg

Als Hauptargument für den bereits seit Jahren kontrovers diskutierten Steuerhebel nennt die DGG sichtbare Präventionserfolge bei Alcopops und Zigaretten. Nach Preissteigerungen sei diese Alkoholika weniger gefragt - und der Tabakkonsum von Jugendlichen erheblich gesunken, ergänzte Garlichs.

Deutsche werden immer dicker

Reine Appelle an die Bevölkerung, auf gesunde Ernährung zu achten und Übergewicht zu vermeiden, sind dagegen nachweislich gescheitert. Zwei Drittel der Männer und jede zweite Frau in Deutschland ist nach DDG-Angaben übergewichtig - und hat damit auch ein erhöhtes Diabetes-Risiko. Zwischen 1998 bis 2011 seien die Erkrankungszahlen laut Robert Koch-Institut um 38 Prozent gestiegen.

Folgen sind verheerend

Die Spätfolgen können für die Betroffenen der chronischen Stoffwechselkrankheit hart sein: Es geht nicht allein um Tabletten und Insulin-Spritzen. Laut Diabetes-Gesellschaft gibt es pro Jahr 40 000 Amputationen, 2000 Neuerblindungen und 2300 neue Nierenkranke mit Dialyse. Das alles verursacht auch hohe Kosten für das Gesundheitssystem.

Politik gibt Diabetes-Verbänden recht

Der Bundesrat hat die Bundesregierung am 11. Juli aufgefordert, einen Nationalen Diabetesplan zu erarbeiten. Die Länderinitiative schlägt vor, noch in diesem Jahr ein Präventionsgesetz vorzulegen. Auch auf Ebene der EU und UN gibt es Bemühungen um mehr Vorbeugung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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