Chinesischer Wunderbaum  

Ist Ginkgo gesund?

13.10.2014, 10:28 Uhr | aw (hp)

Ist Ginkgo gesund?. Vor allem die Wirksamkeit von Ginkgo-Tees ist weiterhin umstritten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor allem die Wirksamkeit von Ginkgo-Tees ist weiterhin umstritten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ginkgo ist eine weltweit kultivierte sommergrüne Baumart, die in China beheimatet ist. Der Ginkgobaum enthält gesundheitsfördernde Substanzen, die aus Ginkgoblättern gewonnen und als Präparate verabreicht werden. Jedoch gibt es auch den Ginkgoblättertee, dessen Wirkung derzeit Kontroverse hervorruft. So stehen den zahlreichen Vorteilen einige Nachteile gegenüber, die Sie beachten sollten.

Ginkgo und seine Inhaltsstoffe

Seit einigen Jahrzehnten werden die Blätter des Ginkgobaumes für Heilzwecke in Europa genutzt. Grund für deren gesundheitsfördernde Wirkung sind die reichlich enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe. Zu den wirksamen Inhaltsstoffen von Ginkgoblättern zählen Flavonoide, zu denen Flavonglykoside, Kämpferol und Quercetin gehören.

Auch Substanzen aus der Gruppe der Terpene wie Terpenlactone und Bilobalid sind Bestandteile dieser Pflanze. Außerdem stecken die hochwirksame Ginkgolsäure sowie China- und Ascorbinsäure darin.

Genutzt werden Extrakte aus den Blättern, die Sie in verschiedenen Darreichungsformen kaufen können. Ginkgopräparate sind in Form von Tabletten, Tropfen oder Dragees und auch als Tee erhältlich.

Gesundheitlicher Nutzen von Ginkgo-Präparaten

Aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Wirkstoffe werden Ginkgopräparate zur Behandlung verschiedener Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Zu diesen zählen vor allem Durchblutungsstörungen, besonders des Gehirns. So können Sie mit Ginkgo Ihre Gehirndurchblutung fördern und somit die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen steigern. Zudem werden durch Ginkgo die Nervenzellen geschützt und dadurch altersbedingten Schädigungen entgegengewirkt. Erfolgreich wird der Pflanzenstoff auch als ergänzende Behandlungsmaßnahme von Hirnleistungsstörungen bei Demenz angewendet.

Ginkgoextrakte zeigen außerdem eine durchblutungsfördernde Reaktion in anderen Organen und Geweben des Körpers, wie im Innenohr, Herz und in den Beinen. Deshalb werden die Substanzen des Ginkgo auch bei Schwindel und zur Therapie von Venenerkrankungen verwendet. Ebenfalls zeigen sich durch Ginkgo Verbesserungen bei arteriellen Durchblutungsstörungen.

Mögliche Nachteile bei hoher Dosierung von Ginkgo

Nehmen Sie Ginkgo in Form von Tabletten, Tropfen oder Dragees über einen längeren Zeitraum ein, sollten Sie dies nicht ohne Absprache mit Ihrem Arzt tun. Bei hoch dosierten Präparaten besteht ein potenzielles Risiko für Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Nebenwirkungen treten ansonsten relativ selten auf. Jedoch kann die Einnahme von Ginkgo bei manchen Menschen auch zu allergischen Reaktionen, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen führen.

Vorsicht ist ebenso beim Trinken von Tee aus Ginkgoblättern geboten. Dieser erscheint auf den ersten Blick als eine preisgünstige Alternative zu den teuren Ginkgopräparaten, doch treten beim Teegenuss vermehrt Nebenwirkungen auf. Diese können allergische Beschwerden sein oder sogar die Schädigung von Nervenzellen.

Überempfindlichkeitsreaktionen durch zu viel Ginkgolsäure?

Verantwortlich für die Nebenwirkungen sind die in den Ginkgoblättern enthaltenen Ginkgolsäuren, die in den Teeaufguss übergehen. Es wurden bei der Analyse von Teemischungen vom Zentrallaboratorium der Deutschen Apotheker bedenkliche Mengen an Ginkgolsäuren gefunden, die die tolerierbare Tagesdosis überschritten.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung besteht der Verdacht, dass die Einnahme von hohen Mengen Ginkgolsäure gesundheitsschädlich wirken kann. Klärungsbedürftig ist allerdings noch, inwiefern diese Säuren für ein erhöhtes Blutungsrisiko und der Auslösung von Überempfindlichkeitsreaktionen verantwortlich sind.

Ginkgopräparate sind eine gesunde, pflanzliche Medizin bei Durchblutungsstörungen, die Sie begleitend zur Therapie nutzen können. Da eine abschließende Bewertung von ginkgoblatthaltigen Tees aufgrund mangelnder Analysedaten noch nicht möglich ist, sollten Sie auf diesen Tee vorsorglich verzichten. Bevorzugen Sie stattdessen Präparate, deren Dosierung Sie kennen.

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