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Was sind die Ursachen für Hämorrhoiden?: Behandlung und Vorbeugung

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Behandlung und Vorbeugung  

Was sind Hämorrhoiden?

02.08.2018, 11:23 Uhr | t-online.de, Henning Seelmeyer

Was sind die Ursachen für Hämorrhoiden?: Behandlung und Vorbeugung. Wie kann man Hämorrhoiden vorbeugen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/vadimguzhva)

Wie kann man Hämorrhoiden vorbeugen? (Quelle: vadimguzhva/Thinkstock by Getty-Images)

Hämorrhoiden sind für viele ein peinliches Tabuthema. Es wird nicht darüber gesprochen, dabei ist laut Schätzungen fast jeder Dritte über 30 Jahre und sogar jeder Zweite über 50 Jahre von Hämorrhoidalleiden betroffen.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden, oder auch Hämorriden, sind die ringförmigen Blutgefäßpolster am After und dienen dazu, den Darm gut abzudichten. "Jeder Mensch hat diese Polster. Sie dichten den Enddarm nach außen ab und verhindern, dass Stuhlreste austreten", erklärt Prof. Alexander Herold vom End- und Dickdarm-Zentrum in Mannheim.

Zu Hämorrhoidenleiden (im Volksmund jedoch zumeist einfach der Begriff "Hämorrhoiden" genutzt) kommt es, wenn die ringförmigen Blutgefäßpolster am After krankhaft vergrößert sind. "Wenn auf die Blutgefäße längere Zeit Druck ausgeübt wird, kann das Blut nicht mehr abfließen, die Adern erweitern sich, und ihr zartes Bindegewebe leiert aus." In der Folge dringt Flüssigkeit aus dem unteren Mastdarm nach außen, so dass die Haut am After juckt, brennt und blutet.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Probleme bereiten sie nur, wenn sie aus dem After heraustreten. (Quelle: dpa-infografik)

Was sind die Ursachen für Hämorrhoiden?

Auf einen Blick:

  • Pressen beim Stuhlgang
  • langes Sitzen auf der Toilette
  • Verstopfung 
  • Flüssigkeitsmangel
  • Bewegungsmangel
  • Schwangerschaft
  • angeborene Schwäche des Bindegewebes

Der Beginn einer Hämorrhoiden-Erkrankung ist oftmals symptomfrei und bereitet selten schwere Schmerzen, da „Hämorrhoiden von einer Darmschleimhaut überzogen sind, die keine Schmerznerven hat", sagt Bernhard Lenhard von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). Die Ursachen sind vielfältig.

Heftiges Pressen beim Stuhlgang ist einer der häufigsten Gründe für Hämorrhoidalleiden. "Man sollte nur dann auf Toilette gehen, wenn man auch wirklich muss", so der Experte. Langes Verweilen auf dem Klo belastet den Beckenboden, ausgiebiges Zeitung lesen auf der Toilette sollten Sie deshalb vermeiden. Auch Verstopfungen gehören zu den Ursachen – häufig die Folge einer ballaststoffarmen Ernährung. Genetisch bedingte Bindegewebsschwäche oder eine Schwangerschaft können ebenfalls zu Hämorrhoiden führen. Bei Kindern ist die Erkrankung dagegen selten.

Weiterführende Informationen
Hämorrhoiden bei Kindern: Symptome und Vorbeugung

Leiden vorbeugen: Gesunde Ernährung hilft gegen Hämorrhoiden


Was sind die Symptome?

Oft wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn folgende Symptome zusätzlich eintreten

  • Spuren von hellrotem Blut beim Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier
  • Brennende Schmerzen
  • Juckreiz am After
  • Nässe im Analbereich
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Druckgefühl
  • Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • Nachschmieren von Stuhl
Wie läuft eine Untersuchung ab?

Besonders bei Blut im Stuhl sollten Sie einen Proktologen (Facharzt für Enddarmerkrankungen) aufsuchen. "Allein schon deshalb, um rechtzeitig andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen", erklärt Lenhard. "Darmkrebs zum Beispiel verursacht ganz ähnliche Beschwerden."

Zunächst tastet der Arzt den Enddarm vorsichtig mit einem Finger aus. "So kann man knotige Veränderungen oder Einengungen fühlen sowie Druck und Spannung des Schließmuskels überprüfen", sagt Bernhard Strittmatter, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (Spezialisten für Dick- und Enddarmleiden). "Das weiche Gewebe der Hämorrhoiden kann man meist aber nicht tasten."

Deshalb wird im Anschluss ein Proktoskop in den Analkanal eingeführt. Das ist ein dünnes Metallrohr mit einer Beleuchtung an der Spitze, mit dem der Arzt das Innere des Enddarms genau betrachten kann. "Bei Blutungen, die sich nicht durch den Befund im Enddarm erklären lassen, sollte vorsichtshalber auch der dahinterliegende Mastdarm und gegebenenfalls der gesamte Dickdarm untersucht werden.

Welche Stadien gibt es?
Warten macht alles nur schlimmer – denn bleiben Hämorrhoiden unbehandelt, werden sie im Laufe der Zeit größer und müssen im schlimmsten Fall operativ entfernt werden. Mediziner unterscheiden dabei vier Stadien der Erkrankung, die über die Behandlungsmethode der Hämorrhoiden entscheiden:
SchweregradSymptome
Grad 1 Die Hämorrhoiden sind nur per Darmspiegelung zu erkennen. Es zeigen sich leichte bis keine Symptome.
Grad 2Beim Pressen wölben sich die Hämorrhoiden nach außen, danach ziehen sie sich aber wieder zurück. Sie sind vergrößert und hinterlassen ein unangenehmes Fremdkörpergefühl.
Grad 3Die Hämorrhoiden ziehen sich nicht wieder automatisch zurück, und es muss mit den Fingern nachgeholfen werden.
Grad 4Die angeschwollenen Gefäßpolster lassen sich auch mit den Fingern nicht wieder zurückschieben. Das Fremdkörpergefühl hält an, zusätzlich können Nässen und Schmerzen auftreten. Ist der Darmausgang beschädigt, kann es ebenfalls zu leichter Inkontinenz kommen.

(Quelle: apotheken-umschau.de)

Expertenrat
Brennen am After: Wie man mit Hämorrhoiden am besten umgeht


Zur Linderung der Beschwerden empfehlen Therapeuten unter anderem warme Sitzbäder, Cremes, Salben oder feuchte Umschläge mit Kamille oder Quark. Auch Ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse wird empfohlen. Nach dem Stuhlgang sollte der After mit feuchtem Toilettenpapier ohne Chemikalien gereinigt werden. 

Weitere Hausmittel
Zinksalben und Vaseline: Hausmittel gegen Hämorrhoiden

Nur mit Wasser waschen: Seife verschlimmert Hämorrhoiden-Leiden

Wie kann vorgebeugt werden?

Folgende Maßnahmen helfen, die Wahrscheinlichkeit von Hämorrhoiden zu senken:

  • Ballaststoffreiches Essen, z.B. Müsli, Vollkornnudeln oder Naturreis
  • Frisches Obst und Gemüse
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, mindestens zwei Liter am Tag
  • Regelmäßige Bewegung und Sport
  • Vermeiden von Übergewicht
  • nur den nötigen Stuhlgang verrichten

Da Hämorrhoidenleiden nicht immer von äußeren Faktoren, sondern auch oft durch genetisch bedingte Faktoren wie Bindegewebsschwäche ausgelöst wird, ist eine 100 prozentige Vorbeugung leider nicht möglich.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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