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Grippe macht Deutschland zu schaffen

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Influenza  

Experten befürchten heftige Grippewelle

19.02.2015, 14:52 Uhr | dpa

Grippe macht Deutschland zu schaffen. Seit Wochen schnieft es in ganz Deutschland. (Quelle: dpa)

Seit Wochen schnieft es in ganz Deutschland. (Quelle: dpa)

Taschentücher, Nasenspray und Fiebermittel haben Hochkonjunktur: Grippe und Atemwegserkrankungen zwingen derzeit tausende Deutsche ins Bett. Laut Experten droht eine schwere Grippewelle.

"Stark erhöhte Influenzaaktivität" meldet die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) bundesweit schon seit zwei Wochen, aber zuletzt schnellten die Zahlen bestätigter Grippefälle rasant nach oben: Über 18.000 insgesamt in der diesjährigen Grippesaison, mehr als ein Drittel davon (6251) allein in der siebenten Kalenderwoche. Nicht eingerechnet ist dabei die immense Dunkelziffer der nicht im Labor bestätigten Fälle.

Grippe breitet sich weiter aus

"Wie hoch diese Dunkelziffer genau ist, wissen wir nicht. Aber es gibt eine erhebliche Untererfassung", bestätigte die Sprecherin des Robert Koch-Instituts, Susanne Glasmacher. Aus den Arztpraxen werden laut AGI folgende Zahlen gemeldet: Hochgerechnet etwa 1,5 Millionen Menschen gingen in Deutschland allein in der vergangenen Woche mit Grippe oder anderen Atemwegserkrankungen zum Arzt. Dort drängten sie sich dann zusammen mit anderen Schniefenden und Hustenden in übervollen Wartezimmern. Und einige große Arbeitgeber klagen bereits über hohe Krankenstände.

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Durcheinander wegen Personalmangel

Der Süden ist besonders betroffen - und Auswirkungen bekommen auch diejenigen zu spüren, die gar nicht krank sind. Im Raum Karlsruhe etwa werden die Stadtbahnführer knapp und der Nahverkehr gerät seit Tagen mächtig in Stocken. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" stellt sich deshalb sogar der Stadtbahn-Chef persönlich stundenweise in den Führerstand. Auch in einzelnen Krankenhäusern Südbadens herrscht Personalnot. Teils ist dort jeder zehnte Mitarbeiter krank geschrieben, vielerorts sind Kapazitätsgrenzen erreicht. "Wir lehnen niemanden ab", sagte ein Sprecher des Uniklinikums Freiburg zu Wochenbeginn. Aber viele planbare Eingriffe und Operationen würden verschoben.

Und das Ausmaß der Welle ist noch nicht abzusehen: Experten des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) schätzen, dass der Höhepunkt erst in den nächsten drei Wochen erreicht wird. "In den USA ist die Grippewelle bereits vorbei und das dort kursierende Virus scheint stärkere Symptome zu verursachen als in vorangegangenen Epidemien", sagt Professor Klaus Schughart vom HZI. "In Deutschland steht der Gipfel noch bevor. Wir müssen aber mit einem ähnlichen Verlauf rechnen."

Impfstoff wirkt nur schwach

Nach einer schwachen Grippesaison im Vorjahr, rollt nun also wieder eine stärkere Welle übers Land. Grund dafür ist unter anderem, dass der in diesem Jahr eingesetzte Grippeimpfstoff nicht optimal wirkt. Laut RKI hat sich der besonders verbreitete Influenza A H3N2-Subtyp dergestalt verändert, dass der Impfstoff, dessen Zusammensetzung die WHO bereits im Frühjahr 2014 festgelegt hatte, nicht mehr passt. Grund: Das im Vakzin enthaltene Eiweiß stimmt nun nicht mehr mit dem Oberflächeneiweiß des Erregers überein.

Die WHO bezieht sich bei ihrer Vorhersage auf Daten aus über 100 nationalen Referenzlaboren. "Trotz aller Bemühungen bleibt es schwer, die genauen Influenza Subtypen, gegen die der Impfstoff wirken muss, so weit im Voraus schon zu bestimmen", sagt Prof. Carlos Guzman vom HZI. Hier müsse deshalb weiter an besseren Vorhersagemethoden gearbeitet werden. Eine Impfung sei aber dennoch empfehlenswert, betonen die HZI-Forscher. "Teilweiser Schutz ist besser als gar keiner", sagt Guzman. Und gegen die gleichfalls kursierenden H1N1- und Influenza B-Viren sei eine gute Schutzwirkung gegeben.

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