Nicht nur die Lunge leidet  

Verschmutzte Luft geht aufs Herz

07.12.2016, 12:18 Uhr | Nina Bürger

Luftverschmutzung geht aufs Herz. Feinstaub-Alarm: Radfahrer und Jogger sollten viel befahrene Straßen besser meiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Feinstaub-Alarm: Radfahrer und Jogger sollten viel befahrene Straßen besser meiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei chronischer Luftverschmutzung ist nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz in Gefahr. Feinstaubpartikel und Abgase begünstigen einen Herzinfarkt und Schlaganfall, wie die Deutsche Herzstiftung informiert.

So deuten Untersuchungen darauf hin, dass andauernde Luftverschmutzung auch die Schädigung der Gefäßinnenhaut beschleunigt.

Das liegt daran, dass die schädlichen, gasförmigen, Stoffe und Partikeln aus der verschmutzten Luft in den unteren Atemwegen eine Entzündungsreaktion auslösen. Diese verbleibt jedoch nicht in Lunge und Bronchien: Sie greift durch körpereigene Prozesse auf das gesamte Lungengewebe über und weitet sich später auf alle Gefäßregionen des Körpers aus.

Dicke Luft begünstigt Arteriosklerose

Deshalb, so die Deutsche Herzstiftung, wird auch die Gefäßverhärtung der Schlagadern - Arteriosklerose-  durch dicke Luft begünstigt. "Es kommt dadurch zum vorzeitigen Ausbruch der wichtigsten Erkrankungen in dieser Gefäßregion: Koronare Herzkrankheiten und Schlaganfall", sagt Professor Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Bei Arteriosklerose verengen sich die Gefäße. Werden sie durch Plaques verstopft, droht ein Schlaganfall. (Quelle: Deutsche Herzstiftung)Bei Arteriosklerose verengen sich die Gefäße. Werden sie durch Plaques verstopft, droht ein Schlaganfall. (Quelle: Deutsche Herzstiftung)

Infarkt-Patienten sind besonders gefährdet

Patienten mit koronarer Herzkrankheit sind besonders gefährdert. Bei ihnen genügt schon ein kurzfristiger Kontakt mit stark verschmutzter Luft, um die Gefährdung für das Herz zu erhöhen. "Der Dieseltreibstoff aktiviert die Blutplättchen und erhöht so deren Neigung zu verklumpen, was die Entstehung eines Herzinfarkts befördert“, warnt Meinertz.

Besser auf den Grüngürtel ausweichen

Wer in einer Stadt mit viel Autoverkehr wohnt, sollte zum Radfahren oder Joggen besser auf weniger befahrene Straßen oder Parks ausweichen, wo er weniger verschmutzte Luft einatmet, rät der Kardiologe.

Generell gibt es einige Maßnahmen, mit denen Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können: Wer auf auf Alkohol und Nikotin verzichtet, verringert das Risiko für Gefäßverengungen und einen Schlaganfall sowie zu hohen Blutdruck. Wer sich dann noch gesund ernährt und ausreichend bewegt, hält seine Gefäße elastisch und fördert ein gesundes Herz-Kreislauf-System.

In dem Experten-Ratgeber "Psychischer und sozialer Stress“ informiert die Deutsche Herzstiftung über verschiedene Formen von Stress (Arbeitsbelastung, Lärm, Luftverschmutzung), die schädigend auf das Herz-Kreislauf-System wirken können. Er kann kostenfrei unter www.herzstiftung.de/stress.html, per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de oder telef. unter 069 955 128 400 angefordert werden.

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