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Alzheimer: Zwei Eiweiße legen das Gehirn lahm

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Zwei Eiweiße legen das Gehirn lahm  

Was bei Alzheimer im Kopf passiert

31.01.2017, 18:53 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Alzheimer: Zwei Eiweiße legen das Gehirn lahm. Bei Alzheimer werden Zellen im Gehirn zerstört. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Alzheimer werden Zellen im Gehirn zerstört. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Alter ist der bedeutendste Risikofaktor für Alzheimer. Mit den Jahren können sich Eiweißablagerungen im Gehirn bilden, die die Gedächtnisleistung erheblich stören. Veränderungen im Denken, Handeln und Wahrnehmen sind die Folge. Doch was genau passiert bei Alzheimer im Gehirn?

Der Begriff Demenz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „ohne Geist“. Er beschreibt ein bestimmtes Muster von Symptomen, darunter Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit.

Alzheimer: die häufigste Form der Demenz

Experten fassen über 50 verschiedene Störungen der Gehirnleistung unter diesem Begriff zusammen, darunter auch die Alzheimer-Krankheit. Sie ist die häufigste Form der Demenz: Rund 60 Prozent aller Demenzen werden durch sie hervorgerufen, wie die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. mitteilt.

Nervenzellen verarbeiten ununterbrochen Informationen

Aber wie genau kommt es zum Abbau der geistigen Fähigkeiten? Denken, Wahrnehmen, Erinnern: All das funktioniert bei einem gesunden Gehirn dank eines komplexen Netzwerks aus weit über 100 Milliarden Nervenzellen. Diese sind über die Synapsen miteinander verbunden. So können Informationen und Reize im Dauerbetrieb verarbeitet werden.

Bestimmte Botenstoffe, Neurotransmitter genannt, helfen dabei, die enorme Fülle an Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle zu transportieren. Damit diese in den verschiedenen Bereichen des Gehirns empfangen werden können.

Zwei Eiweiße lagern sich im Gehirn ab

Bei einer Demenz sind im ersten Schritt die Synapsen in Mitleidenschaft gezogen. Der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen ist gestört. Im weiteren Verlauf der Erkrankung sterben schließlich die Nervenzellen selbst ab. Schuld sind zwei Eiweiße, die sich zwischen und in den Nervenzellen im Gehirn ablagern: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen genannt.

Beta-Amyloid-Proteine können nicht abgebaut werden

Amyloid ist ein im Körper natürlich vorkommendes Protein, wie die Alzheimer Forschung Initiative e.V. in ihrem Ratgeber „Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“ erklärt. Im gesunden Gehirn werde das Amyloid problemlos gespalten und verarbeitet. Bei der Alzheimer-Krankheit hingegen verändere sich der Abbau des Amyloid-Vorläuferproteins. Dadurch entstünden sogenannte Beta-Amyloid-Proteine, die vom Körper nicht mehr abgebaut werden können. Sie verklumpen und bilden in Folge unlösliche Ablagerungen zwischen den Nervenzellen, Amyloid-Plaques genannt.

Tau-Protein: Verklumpte Fasern nehmen Nervenzellen die Stabilität

Das zweite Eiweiß, das sogenannte Tau-Protein, befindet sich im Inneren der Nervenzellen. Es ist für den Informationsaustausch und die Stabilität der Zellen zuständig. Bei der Alzheimer-Krankheit ist das Tau-Protein allerdings fehlerhaft und bildet in den Nervenzellen Faserbündel, die sogenannten Tau-Fibrillen. Den Zellen fehlt der nötige Halt und sie zerfallen.

Zerstörte Nervenzellen können nicht ersetzt werden

Beide Eiweiße, sowohl die Beta-Amyloid-Plaques als auch die Tau-Fibrillen stören somit die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen und führen letzten Endes zu einem Absterben derselben. Einmal verloren gegangene Nervenzellen können nicht wieder ersetzt werden. Die geistigen Fähigkeiten gehen Stück für Stück verloren.

Laut der Alzheimer Forschung Initiative e.V. kann das Gehirn bei schweren Demenz-Formen so um mehr als 25 Prozent an Volumen verlieren. Erste Veränderungen im Gehirn zeigen sich bereits bis zu 25 Jahre vor den ersten Symptomen. Experten zufolge ist die durchschnittliche Lebenserwartung ab Beginn der Symptome etwa sieben Jahre.

Die bedeutsamsten Alzheimer-Risikofaktoren

Es gibt bestimmte Faktoren, die das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, erhöhen. Neben dem Alter und genetischen Faktoren spielen auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle, da das Gehirn über den Blutkreislauf mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Ein übermäßiger Alkoholgenuss, Rauchen sowie Übergewicht erhöhen das Erkrankungsrisiko ebenfalls.

Auch Diabetes wird im Zusammenhang mit Alzheimer diskutiert. Forschungen haben gezeigt, dass ein vermindertes Ansprechen der Körperzellen auf Insulin mit einer verschlechterten Gedächtnisleistung in Verbindung steht. Depressionen, Schlafmangel sowie schwere Kopfverletzungen gelten ebenfalls als mögliche Risikofaktoren.

Alzheimer ist nicht heilbar

Da bislang nur symptomatische Therapien zur Verfügung stehen, komme der Prävention eine besondere Bedeutung zu, betont das Robert-Koch-Institut (RKI). Am wichtigsten seien Nichtrauchen, eine hohe körperliche Aktivität sowie eine gesunde Ernährung. Übergewicht solle vermieden und die Blutdruck- sowie Blutzuckerwerte regelmäßig überprüft werden.

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