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Oberschenkelhalsbruch: Warum er für Ältere gefährlich ist

Sterblichkeitsrisiko steigt  

Oberschenkelhalsbruch: Ursachen, Therapie, Pflege

09.09.2018, 10:53 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Oberschenkelhalsbruch: Warum er für Ältere gefährlich ist. In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 120.000 Menschen einen Oberschenkelbruch. (Quelle: Getty Images/Sutthaburawonk)

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 120.000 Menschen einen Oberschenkelbruch. (Quelle: Sutthaburawonk/Getty Images)

Ein Oberschenkelhalsbruch trifft meist ältere Menschen und erhöht statistisch gesehen das Sterberisiko. Eine schnelle Behandlung der Verletzung ist daher besonders wichtig. Wir sagen, welche Möglichkeiten es gibt.

Osteoporose ist häufiger Auslöser

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 120.000 Deutsche einen Oberschenkelhalsbruch, auch Schenkelhalsfraktur genannt. "Der Auslöser ist in den meisten Fällen eine Kombination aus einer vorliegenden Osteoporose und einem Sturz", sagt Professor Ulrich Christoph Liener, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wiederherstellungschirurgie am Marienhospital Stuttgart. "Nur in seltenen Fällen beginnt der Knochen schleichend zu brechen und der Bruch zeigt sich ohne Sturz."

Gut zu wissen: Der Oberschenkelknochen ist der längste und kräftigste Knochen im Körper. Der kugelförmige Kopf des Oberschenkelknochens, auch Hüftkopf genannt, bildet zusammen mit dem Beckenknochen das Hüftgelenk. Der Teil des Oberschenkelknochens, der direkt an den Hüftkopf anschließt, ist der Oberschenkelhals. An dem Oberschenkelhals gibt es zwei Vorsprünge, den großen und den kleinen Rollhügel. Mediziner unterscheiden zwei Formen von Oberschenkelbrüchen: den Oberschenkelhalsbruch sowie den Bruch des Rollhügels.

Ursache: Wie kommt es zum Bruch?

Mit steigendem Alter lassen Bewegungsfähigkeit und Gleichgewichtssinn nach und Muskelmasse sowie Knochendichte nehmen ab. Das Risiko für einen Oberschenkelbruch steigt. Vor allem Frauen sind von den Brüchen betroffen, denn mit den Wechseljahren sinkt die Produktion des Hormons Östrogen. "Östrogen verhindert den Knochenabbau. Ohne das Hormon werden die Knochen schwächer. Das gilt übrigens auch für Männer", sagt Liener und rät Frauen, ab dem 70. Lebensjahr und Männern ab dem 80. Lebensjahr regelmäßig eine Knochendichtemessung durchführen zu lassen.

Symptome: Wie zeigt sich ein Oberschenkelhalsbruch?

Ein Oberschenkelhalsbruch zeigt sich durch folgende Symptome:

  • Schmerzen in der Hüfte
  • eingeschränkte Beweglichkeit im Hüftgelenk
  • Blutergüsse und Schwellungen am Hüftgelenk
  • Bein kann nicht mehr aktiv gehoben und belastet werden
  • Bein ist verkürzt und nach außen gedreht 

Komplikationen: Was den Oberschenkelhalsbruch so gefährlich macht

Oberschenkelhalsbrüche sind ebenso wie Brüche der Rollhügel für alte Menschen ein Risiko. Im ersten Jahr nach dem Bruch ist die Sterblichkeitsrate besonders groß. "Zusätzlich zum Bruch kommen noch weitere Faktoren zusammen, die die Behandlung verkomplizieren", erklärt der Unfallchirurg. "Ältere Menschen sind an sich schon gebrechlicher. Der Bruch ist immer ein Zeichen, dass die gesundheitliche Gesamtkonstitution des Patienten angeschlagen ist."

So erschweren bestehende Erkrankungen von Herz und Nieren die Genesung. Eine geschwächte Lungenfunktion erhöht die Gefahr für eine Lungenentzündung. Ein schwaches Immunsystem birgt zusätzliche Gefahren.

Behandlung: Operation kann lebensrettend sein

"Das Risiko, dass der Patient in Folge eines Oberschenkelbruchs pflegebedürftig wird und im ersten Jahr nach dem Bruch verstirbt, ist umso höher, je länger mit einem Eingriff gewartet wird und je später der Patient nach der Operation wieder aktiv ist", sagt Liener. "Die operative Versorgung einer Hüftgelenkfraktur sollte möglichst innerhalb von 24 Stunden erfolgen – vorausgesetzt, der Patient nimmt keine blutverdünnenden Medikamente, weswegen die Operation verzögert werden muss. Studien zeigen, dass durch eine zeitnahe Operation die Sterblichkeit innerhalb der ersten 30 Tage nach dem Unfall gesenkt werden kann."

Je nach Art des Oberschenkelbruchs und Alter des Patienten gibt es zwei wesentliche operative Verfahren:

  • Hüftkopferhaltendes Verfahren: Dabei wird der Bruch mit Schrauben, Nägeln und Platten fixiert. Diese Methode wird vor allem bei jüngeren Patienten eingesetzt, bei denen der Oberschenkelbruch durch einen Sturz oder Unfall verursacht wurde. 
  • Hüftkopfersetzendes Verfahren: Bei dieser Methode wird das beschädigte Hüftgelenk durch eine Prothese ganz oder teilweise ersetzt. 

Schnelle Rehabilitation nach der OP wichtig

In den meisten Fällen ist es bereits ein bis zwei Tage nach der Operation möglich, das betroffene Bein wieder zu belasten. In Verbindung mit Krankengymnastik und einer Schmerztherapie lernen die Patienten zunächst, sich mithilfe von Unterarmgehstützen oder Gehwagen selbstständig fortzubewegen. Eine frühzeitige Mobilisation des Patienten ist einerseits wichtig, um den Abbau von Muskulatur einzudämmen und andererseits um eine längere Bettlägrigkeit und damit mögliche Komplikationen, wie Thrombosen oder Embolien, zu vermeiden. 

Nach einem zwei- bis dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt folgt dann die Rehabilitation des Patienten, die ambulant oder aber stationär in einer Rehaklinik erfolgen kann. Betroffene lernen dabei, trotz ihrer Einschränkungen wieder ein normales Leben zu führen und sich selbstständig zu versorgen.

Auch wenn keine medizinischen Komplikationen auftreten, sterben immer noch 20 Prozent der Patienten innerhalb des ersten Jahres nach der Operation. Die genauen Gründe sind bislang jedoch nicht erforscht. Die besten Genesungschancen haben die Patienten Liener zufolge dann, wenn Unfallchirurgen, Geriater (Spezialisten für die Behandlung alter Menschen), Pflegekräfte und Physiotherapeuten zusammenarbeiten, wie das etwa in Alterstraumazentren der Fall ist. Es sei nicht nur wichtig, den Bruch als solchen zu behandeln, sondern auch die Gesamtkonstitution des Patienten im Blick zu behalten. 

Vorbeugen: Tipps für starke Knochen im Alter

Das Altern lässt sich nicht aufhalten und auch auf Veränderungen im Hormonhaushalt kann man nur bedingt einwirken. Dennoch kann jeder aktiv etwas für seine Knochen tun. Der Orthopäde rät, auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten, damit die Knochen gut versorgt sind.

"Essen Sie Lebensmittel, die reich an Kalzium sind. Und achten Sie darauf, Lebensmittel, welche die Kalziumaufnahme hemmen, nur in Maßen zu verzehren – dazu zählen beispielsweise Kaffee und Cola. Auch Rauchen ist für die Knochen ein Risiko." Wichtig ist laut Liener außerdem, auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten, denn es verbessert die Aufnahme von Kalzium im Körper. Vor allem im Alter sollte das Vitamin zusätzlich eingenommen werden.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherchen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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