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Studie: Nachteulen sterben jünger als Morgenmenschen

Neue Studie  

Nachtaktive sterben jünger als Morgenmenschen

13.04.2018, 07:13 Uhr | AFP

Studie: Nachteulen sterben jünger als Morgenmenschen. Frau arbeitet nachts am Computer (Quelle: Getty Images/AleksandarNakic)

Frau arbeitet nachts am Computer: Manche Menschen sind nachts am produktivsten und daher lange wach – doch unter Umständen kann das zu gesundheitlichen Problemen führen. (Quelle: AleksandarNakic/Getty Images)

Der frühe Vogel fängt den Wurm – und zwar für viele Jahre: Wer gerne früh in den Tag startet, lebt laut einer neuen Studie länger. Nachteulen haben dagegen ein höheres Sterberisiko, wie Forscher aus den USA und Großbritannien nun in einer Studie feststellten.

Frühaufsteher leben laut einer neuen Studie länger. Die Wissenschaftler der Universität Surrey und der Northwestern-Universität in Chicago untersuchten 430.000 Menschen im Alter zwischen 38 und 73 Jahren in Großbritannien.

Sie fanden heraus, dass die extrem nachtaktiven Teilnehmer während des Untersuchungszeitraums von sechseinhalb Jahren ein um zehn Prozent erhöhtes Sterberisko hatten als die Frühaufsteher. "Das ist ein Problem der öffentlichen Gesundheit, das man nicht mehr ignorieren kann", sagt einer der Autoren, Malcolm Schantz, von der Universität Surrey.

"Nachteulen" in einer "Morgenmensch-Welt": Folgen für die Gesundheit

Den "Nachttypen" müsse ermöglicht werden, ihre Arbeitszeiten nach hinten zu verlegen. "Nachteulen, die versuchen in einer Welt der Morgenmenschen zu leben, können gesundheitliche Probleme bekommen", sagt Ko-Autorin Kristen Knutson aus Chicago.

Die Teilnehmer der Studie beschrieben sich zu 27 Prozent als "definitiv ein Morgenmensch" und zu 9 Prozent als "definitiv ein Abendmensch". 35 Prozent gaben an, "eher ein Morgenmensch" zu sein, 28 Prozent sahen sich "eher als Abendmensch". Befragt wurden die Probanden auch zu ihrem Gewicht, ihrem Tabakkonsum und ihrem sozioökonomischen Status.

"Nachteulen" sterben früher und haben mehr Krankheiten

In den sechseinhalb Jahren der Untersuchung starben insgesamt etwa 10.500 Teilnehmer. In der "Nachteulen"-Gruppe starben zehn Prozent mehr Teilnehmer als in der eindeutigen Frühaufstehergruppe.

Die "Nachteulen" hatten einen deutlich stärkeren Hang zu psychischen Problemen, Diabetes, Magen- und Atembeschwerden. Sie schliefen pro Nacht weniger Stunden, sie konsumierten vergleichsweise mehr Zigaretten, Alkohol und Kaffee oder illegale Drogen.

Gegen die innere Uhr zu leben ist ungesund

Das größere Sterberisiko könnte laut den Wissenschaftlern darauf zurückzuführen sein, dass die Nachtaktiven ständig gegen ihre innere Uhr leben. Es könne auch an psychischem Stress liegen oder daran, dass diese Menschen zu der für ihren Körper falschen Zeit essen. Auch Schlafmangel, nächtliches Wachsein oder Drogen- und Alkoholkonsum erhöhten das Risiko eines früheren Todes.

Innere Uhr: Genetik statt Faulheit

Die Wissenschaftler sprachen sich für einen speziellen Umgang mit Nachtaktiven aus. Deren innere Uhr sei genetisch vorbestimmt, "und nicht einfach eine Charakterschwäche". "Jobs und Arbeitszeiten könnten für Eulen flexibler gestaltet werden", sagt Knutson. "Sie sollten nicht gezwungen werden, für eine Acht-Uhr-Schicht aufzustehen."

Frühere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und der Neigung zu Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes festgestellt. Es ist aber das erste Mal, dass das Sterberisiko untersucht wurde. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Chronobiology International".

Verwendete Quellen:
  • AFP

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