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Schmerzmittel können die Kopfschmerzen noch verstärken

Chronische Krankheit droht  

Schmerzmittel können Kopfschmerzen noch verstärken

17.07.2018, 14:39 Uhr | Wera Engelhardt, dpa

Schmerzmittel können die Kopfschmerzen noch verstärken. Migräne: Mindestens eine halbe Million Menschen in Deutschland haben durch Schmerz- oder Migränemittel verursachtes Kopfweh. (Quelle: dpa/Oliver Killig)

Migräne: Mindestens eine halbe Million Menschen in Deutschland haben durch Schmerz- oder Migränemittel verursachtes Kopfweh. (Quelle: Oliver Killig/dpa)

Bei häufigen Kopfschmerzen und Migräne versprechen Medikamente schnelle Linderung. Zu häufig eingenommen oder zu hoch dosiert können sie das Leiden aber noch verstärken und eine chronische Krankheit verursachen.

Mindestens eine halbe Million Menschen in Deutschland haben durch Schmerz- oder Migränemittel verursachtes Kopfweh. Davon gehen zumindest die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) aus.

Wann Kopfschmerzen chronisch sind

"Die meisten Patienten ahnen nicht, dass Schmerztabletten die Schmerzursache sein können", sagt Hans-Christoph Diener, Kopfschmerzexperte der DGN. Menschen, die häufig Kopfschmerzen haben, sollten vorbeugend aktiv werden, um nicht in einen Teufelskreis von Schmerzen und Medikation zu kommen.

Von chronischem Kopfschmerz durch Übergebrauch von Medikamenten sprechen Ärzte unter anderem, wenn Kopfschmerzpatienten über mindestens drei Monate an mindestens 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen haben und an mehr als 14 Tagen Schmerzmittel einnehmen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

So können Sie Kopfschmerzen vorbeugen

DGN und DMKG stellen gemeinsam eine neue Leitlinie zu dem Thema vor. Sie raten zu einer vorbeugenden Behandlung von Kopfschmerzen: Neben Medikamenten helfen Ausdauersport, Entspannung und Stressmanagement dabei, Kopfschmerzattacken vorzubeugen, wie die Mediziner schreiben.

Tabletten sollten "nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat" eingenommen werden, rät DMKG-Präsidentin Stefanie Förderreuther von Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die meisten Patienten könnten ihre Schmerzen mit ärztlicher oder psychotherapeutischer Hilfe in den Griff bekommen. Sind alle anderen Alternativen ausgeschöpft, kann auch ein Entzug gemacht werden.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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