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Keim in Praxis: "Einer der schwerwiegendsten Vorfälle"

"Einer der schwerwiegendsten Vorfälle"  

Killer-Keim in Arztpraxis – Behörden prüfen Hygieneprobleme

15.05.2019, 16:19 Uhr | dpa

Keim in Praxis: "Einer der schwerwiegendsten Vorfälle". Petrischalen mit Pseudomonas aeruginosa: Experten halten die angenommene Verbreitung eines gefährlichen Bakteriums in einer Kölner Radiologiepraxis für dramatisch.  (Quelle: dpa/Armin Weigel)

Petrischalen mit Pseudomonas aeruginosa: Experten halten die angenommene Verbreitung eines gefährlichen Bakteriums in einer Kölner Radiologiepraxis für dramatisch. (Quelle: Armin Weigel/dpa)

In einer Radiologiepraxis in Köln haben sich womöglich bis zu 28 Menschen mit einem hoch ansteckenden Erreger angesteckt. Die hohe Zahl der Infizierten sei äußerst besorgniserregend, so Experten.

Hygiene- und Infektionsexperten halten die angenommene Verbreitung eines gefährlichen Bakteriums in einer Kölner Radiologiepraxis für dramatisch. Sollte sich bestätigen, dass sich mindestens 28 Patienten in der Praxis mit Pseudomonas aeruginosa infiziert haben, wäre es "meines Wissens einer der schwerwiegendsten Vorfälle mit diesem Erreger in einer ambulanten Einrichtung in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa", sagte der Infektiologe Peter Walger. Er ist Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene.

Staatsanwaltschaft prüft Todesfall

Die Kölner Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob der Tod eines 84-Jährigen und die Erkrankungen weiterer Patienten der Praxis auf eine Infektion mit dem Bakterium zurückzuführen sind.

Infektionen mit dem Keim in Praxen oder Kliniken gäbe es in Europa immer wieder, sagte Mikrobiologe Alexander Friedrich von der Universität Groningen in den Niederlanden. "Meist betrifft es einen einzelnen Patienten, in den meisten publizierten Fällen weniger als zehn Patienten", sagte er. Nur selten seien es mehr.

So gefährlich ist der Keim

Pseudomonas aeruginosa kann unter anderem Lungenentzündungen sowie Harnwegs- und Wundinfektionen verursachen. Zur Infektion benötigt der Erreger meist eine Eintrittsstelle in den menschlichen Körper – etwa eine Wunde oder einen Katheter. Die im aktuellen Fall betroffenen Patienten sollen Spritzen in den Rücken bekommen haben, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger".

Es spreche einiges dafür, "dass in der betroffenen Praxis ein Hygieneproblem im Rahmen der angewendeten medizinischen Maßnahme aufgetreten ist", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Gerd Fätkenheuer.

Es spiele keine Rolle, dass der Erreger in einer ambulanten Einrichtung und nicht in einer Klinik aufgetreten sei, "da sowohl hier wie dort dieselben hygienischen Anforderungen für medizinische Eingriffe gelten", ergänzte Fätkenheuer, der an der Uniklinik Köln arbeitet.

Infizierte ließen sich am Rücken behandeln

Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer sagte, der Rentner habe sich Anfang des Jahres wegen Rückenproblemen in der Praxis behandeln lassen. Nachdem er eine Spritze erhalten hatte, sei es wiederholt zu Komplikationen gekommen. Nach einer Operation starb er Mitte April an Multiorganversagen. Laut Staatsanwaltschaft war der Keim bei der Obduktion gefunden worden.


Das Gesundheitsamt sei unverzüglich nach Bekanntwerden des Falls eingeschaltet worden, sagte Gerhard Wiesmüller, Leiter der Abteilung Infektions- und Umwelthygiene des Amts. Schnell sei aufgefallen, dass mehrere Patienten der Praxis den Erreger ebenfalls in sich trugen. Der ärztliche Geschäftsführer der betroffenen Radiologie-Praxis verwies am Dienstag auf die laufenden Ermittlungen und äußerte sich nicht zu dem Fall. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte zuvor über den Fall berichtet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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