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Gesundheit: Lebensstil kann Krebs verhindern

Gesundheit  

Der Lebensstil beeinflusst das Krebsrisiko

05.11.2007, 16:15 Uhr | ag

Diagnose Krebs - jeder kennt die Angst, das es auch ihn trifft. Nach Schätzungen des Deutschen Krebsforschungsinstituts in Heidelberg erkranken in Deutschland jährlich 420.000 Menschen an bösartigen Tumoren - 25.000 sterben daran. Den absoluten Schutz gibt es nicht, denn die Faktoren, die zum unkontrollierten Wachstum der Krebszellen führen, sind vielfältig. Fest steht jedoch, dass sich viele Tumore durch eine vernünftige Lebensweise vermeiden ließen. Im "Europäischen Kodex gegen den Krebs" haben Ärzte elf Empfehlungen zusammengestellt, die helfen sollen, das persönliche Krebsrisiko zu senken. "Bis zu zwei Drittel aller Krebserkrankungen sind vermeidbar. Wer auf sich und seine Gesundheit achtet und die Regeln ernst nimmt, kann viel dazu tun, sein Krebsrisiko zu senken", erklärt Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe.

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Die Genusssucht macht uns krank

Wie ein aktueller Bericht der Cancer Research UK bestätigt, hat die Zahl der prinzipiell vermeidbaren Krebserkrankungen in den letzten zehn Jahren drastisch zugenommen. Aus den Statistiken geht ein deutlicher Anstieg von Haut-, Mund-, Gebärmutterhals- und Nierenkrebs hervor. Die Ursache liegt nach Auffassung der Autoren in einem ungesunden, von Genussucht geprägten Lebensstil. "Ausschweifende Sonnenbäder, Übergewicht, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum erhöhen das Risiko um ein Vielfaches", kommentiert Lucy Morrish von Cancer Research das Ergebnis der Studie.

Rauchen

An der ersten Stelle der Krebserkrankungen, auf die jeder einzelne von uns großen Einfluss hat, steht der Lungenkrebs. Bei rund 90 Prozent der betroffenen Männer und knapp 80 Prozent der betroffenen Frauen ist Zigarettenkonsum die Ursache. Doch auch Krebserkrankungen von Kehlkopf, Mundhöhle, Speiseröhre sowie Blase, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Magen und Gebärmutterhals werden zu 40 bis 60 Prozent auf das Rauchen zurückgeführt.

Alkohol

Auch wenn "ein Gläschen in Ehren" gelegentlich erlaubt ist, sollte sich jeder bewusst sein: Regelmäßiger Alkoholkonsum begünstigt Krebsgeschwüre in Mund, Kehlkopf, Speiseröhre Leber und im Darm. Das bestätigt die Studie der UK Research. Neueste Forschungen ergaben zudem, dass Alkohol das Risiko für Brustkrebs um sieben Prozent anhebt - bei Darmkrebs sind es sogar 10 Prozent. Besonders ungünstig sind die Prognosen für diejenigen, die zusätzlich rauchen.

Übergewicht

Übergewicht begünstigt nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zuckerkrankheit, sondern auch die Tumorbildung. Jede zehnte tödlich verlaufende Krebserkrankung bei Nichtrauchern ist auf Übergewicht zurückzuführen. Vor allem das Dickdarmkrebs- und Nierenkrebsrisiko steigt mit zunehmendem Körperumfang. Bei Frauen wurde eine Abhängigkeit zwischen Übergewicht und dem Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, nachgewiesen. Experten empfehlen daher einen Bodymaßindex (Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße mal Körpergröße in Meter) von maximal 25.

Bewegungsmangel

Körperlich aktive Menschen erkranken seltener an Krebs. Bereits ein moderates Fitnesstraining reicht, um das Risiko zu senken. Menschen, die regelmäßig Sport treiben und sich zudem noch ballaststoffreich ernähren, erkranken nachweislich seltener an Darmkrebs. Bei schlanken, körperlich aktiven Frauen werden außerdem weniger häufig Tumore in der Brust festgestellt als bei übergewichtigen Frauen.

Sonne

Galt Hautkrebs früher als typische Alterskrankheit, sind inzwischen immer mehr junge Menschen betroffen. "Jeder Fünfte über 40 und jeder Zweite über 60 ist bereits erkrankt", erklärt Eggert Stockfleth, Leiter des Hauttumorzentrums der Berliner Charité. Schuld daran sind die gefährlichen UV-Strahlen der Sonnen. Ausreichender Sonnenschutz und die richtige Kleidung können das Schlimmste verhindern. Vom Besuch eines Sonnenstudios raten die Experten ab.

Sex

Neben HIV-Viren können beim Sex Papilloma-Viren (HPV) übertragen werden, die bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind. 70 Prozent aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV-Viren. Bei rund 20 Prozent der infizierten Frauen klingt die Infektion nicht von selbst ab, sondern die Viren breiten sich aus. So treten allmählich Zellveränderungen auf. Durch einen jährlichen Krebsabstrich kann der Arzt die Vorstufen erkennen. Seit 2006 gibt es außerdem einen neuen Impfstoff, der vor einer Infektion schützt. Sie wird jungen Mädchen ab circa zwölf Jahren empfohlen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.

Auf verdächtige Symptome achten

Trotz aller Vorsorgemaßnahmen kommt es immer wieder vor, das auch Menschen mit einer gesunden Lebensführung an Krebs erkranken. Dafür darf ihnen nicht die Schuld gegeben werden - schließlich spielen bei einer Tumorbildung immer viele Faktoren - unter anderem auch genetische - eine Rolle. Entscheidend jedoch ist, dass die beginnende Erkrankung möglichst früh entdeckt und behandelt wird. Denn die Heilungschancen sind im Frühstadium am größten. Neben einer regelmäßigen Krebsvorsorge beim Arzt ist es daher wichtig, körperliche Anzeichen möglicher Erkrankungen zu kennen und bei sich selbst zu beobachten.

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