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Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs dringend empfohlen

GESUNDHEIT | KREBS-IMPFUNG  

Krebsimpfung offiziell empfohlen

19.11.2007, 16:23 Uhr | sum, AFP, dpa

Sie ist die große Hoffnung im Kampf gegen eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen: die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Die Behandlung könnte bald so normal sein wie Spritzen gegen Tetanus oder Polio. Denn die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt diese Impfung nun offiziell. Das Gremium gibt im Auftrag des Robert-Koch-Instituts deutschlandweit Empfehlungen für den Schutz vor ansteckenden Krankheiten. Viele Krankenkassen bieten die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs seit einigen Monaten an. Die anfallenden Kosten in Höhe von 450 Euro müssen die angesprochenen Mädchen und jungen Frauen im Alter von neun bis 18 Jahren bislang allerdings selbst vorstrecken. Durch die Empfehlung der Stiko könnte sich dies bald ändern.

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Eltern müssen Geld bald nicht mehr vorstrecken

Gebärmutterhalskrebs entsteht durch eine Infektion mit Humanen Papilloma Viren (HPV), gegen die eine Impfung möglich ist. Rund zwei Drittel aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit dem Virus, rund 6000 Frauen erkranken pro Jahr an der Krebsart. Durch eine Impfung lässt sich ein Großteil der Erkrankungen vermeiden. Die Behandlung ist unter anderem bei der Techniker Krankenkasse, der AOK, Schwenninger BKK, Marquardt BKK, DAK und IKK Niedersachsen kostenlos erhältlich. Es werden drei Injektionen verabreicht, die innerhalb von sechs Monaten in den Oberarm gespritzt werden. Mit der Empfehlung der Stiko wird das Prozedere um einiges einfacher: Die Eltern müssen den kostspieligen Impfstoff bald nicht mehr selbst in der Apotheke kaufen und sich später von der Kasse erstatten lassen. Die Behandlung wird zukünftig einfach über die Krankenkassen-Karte abgewickelt.

Auslöser sind Warzenviren

Die Diagnose Gebärmutterhalskrebs trifft jährlich rund 6000 bis 6500 Frauen in Deutschland. Rund 1800 sterben an den Folgen der Krankheit. Bei weiteren 100.000 Frauen stoßen Gynäkologen bei Vorsorgeuntersuchungen auf Vorstufen der bösartigen Tumore - und operieren. "Das muss nicht sein, denn Gebärmutterhalskrebs zählt zu den wenigen Krebsarten, deren Ursachen man heute kennt", sagt Heike Falz, Beratungsärztin bei der IKK Niedersachsen. Bereits seit den 1980er Jahren ist klar, was die Entartung der Zellen auslöst: Warzenviren. Diese Entdeckung machte den Weg frei für die Entwicklung eines Impfstoffs.

Impfung verhindert Krebs zu 100 Prozent

Warzenviren sind eine große Gruppe: Mehr als 100 verschiedene menschliche Papilloma Viren (HPV) sind bekannt. 40 befallen die Schleimhaut des Menschen. 13 davon sind stark krebsauslösend. Unter anderem gegen diese wirkt die kostenlose Impfung. "Der Impfstoff wurde an 20 000 Frauen zwischen 16 und 26 Jahren getestet", sagt eine Sprecherin vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen, dem Bundesinstitut für Impfstoffe. "Dabei konnte gezeigt werden, dass sich bei keiner einzigen geimpften Frau eine Läsion - also die Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs - bildete."

Übertragung durch Geschlechtsverkehr

Die Viren kommen unbemerkt: Frauen stecken sich mit ihnen zumeist beim Sex an. Und zwar nicht selten. Weltweit betrachtet sind HPV- Infektionen die häufigste beim Geschlechtsverkehr übertragene Krankheit, berichtet die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA) in ihrer Beurteilung der Impfstoffe. Fünf Jahre nach dem "ersten Mal" habe bei der Hälfte aller jungen Frauen mindestens einer der 40 Erreger den Weg in den Körper gefunden. In den meisten Fällen tötet das Immunsystem den Keim ab. Nur bei einem Teil der Frauen versteckt sich das Virus im Körper, manche bekommen Krebsvorstufen - und ein geringer Teil Krebs. Häufig vergehen bis dahin viele Jahre.

Impfung vor dem ersten Sexualkontakt

Das Ziel der Impfbefürworter ist hoch gesteckt. Werden möglichst viele Menschen geimpft, ließe sich die Zahl der weltweit jährlich 500.000 Gebärmutterhalskrebsfälle drastisch reduzieren, sagt Krebsforscher Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Dafür jedoch müssten Mädchen geimpft werden, bevor sie Kontakt mit dem Virus hatten, idealerweise also vor den ersten Sex-Erfahrungen. Zur Hausen und einige Kollegen plädieren deshalb für Schulimpfungen. "Dabei sollten auch Jungen geimpft werden", sagt zur Hausen. Sind auch Männer geschützt, können sie den Keim nicht weiter verbreiten.

Jeder fünfte Krebs durch Viren ausgelöst

Die HPV-Immunisierung ist nicht die erste Impfung gegen Krebs: Auch gegen das Hepatitis-B-Virus, das zu Leberkrebs führen kann, gibt es einen Impfstoff. Auf ähnliche Art und Weise könnte sich eines Tages zahlreichen Tumorarten vorbeugen lassen. Denn jeder fünfte der weltweit jährlich elf Millionen Krebsfälle geht laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf eine Infektion zurück. Mediziner können heute eine ganze Reihe krebsauslösender Viren, Bakterien und Parasiten nennen. "Erfolge wie bei Hepatitis B oder HPV sind unglaublich", sagt DKFZ-Forscher Henri-Jacques Delecluse. "Für die anderen Erreger brauchen wir Geduld."

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