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Gebärmutterhalskrebs: Rätselhafte Todesfälle nach Impfung

GESUNDHEIT  

Rätselhafte Todesfälle nach Krebsimpfung

01.02.2008, 12:37 Uhr | bri/dpa

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (Foto: imago)Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (Foto: imago)Wohl nie bekam eine Impfung soviel TV-Werbezeit und Aufmerksamkeit. Die HPV-Impfung soll Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen und gilt als Meilenstein der Krebsvorsorge. Doch zwei junge Frauen in Deutschland und Österreich sind kurz nach der Impfung gestorben. Es mehren sich Zweifel an der Sicherheit des Impfstoffes Gardasil.

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Todesursache HPV-Impfung?

Die 19-jährige Wiener Studentin Jasmin S. hatte sich im September 2007 gegen HPV impfen lassen und starb drei Wochen später an Atemlähmung in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober. Die Eltern berichten über Kopfweh, Bauchschmerzen und Durchfall gleich nach der Spritze. In einer Obduktion sollen österreichische Gerichtsmediziner die Impfung als Todesursache gemeldet haben, schreibt die Frankfurter Rundschau. Der Fall einer 17-jährigen Deutschen gibt ebenfalls Rätsel auf. Sie starb bereits im Sommer 2007 einen Tag nach der Impfung. Laut Obduktion gebe es aber keinen Hinweis darauf, dass die Impfung die Todesursache ist.

Gutachter vermutet Immunreaktion als Ursache

Der Impfgutachter Klaus Hartmann geht im Fall von Jamsin S. von einer Immunreaktion auf die Impfung als Todesursache aus. "Bei der Todesursache handelte es sich vermutlich um eine akute disseminierte Encephalomyelitis (ADEM). Das ist bei Impfschadensfällen in meiner Gutachter-Praxis eine der häufigsten Diagnosen und eines der größten Probleme bei inaktivierten Impfstoffen", sagte Hartmann gegenüber der österreichischen Zeitung Standard. Außerdem kritisierte er, dass in Zulassungsstudien Nebenwirkungen verschleiert würden. Auch stünden Experten den Pharmafirmen bedenklich nahe. Hartmann war jahrelang Gutachter beim Bundesamt für Impfstoffe in Deutschland tätig.

Millionen Frauen bereits geimpft

Laut der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) hatten in Europa rund 1,5 Millionen Frauen mit den Impfstoff bekommen. Berichte über mögliche Nebenwirkungen würden kontinuierlich gesammelt und geprüft, betont Susanne Stöcker, Sprecherin des Bundesamtes für Impfstoffe. Unklare plötzliche Todesfälle könnten in jedem Lebensalter auftreten, erläuterte das Amt. In der Altersgruppe der 15- bis 20- Jährigen seien im Jahr 2006 laut deutscher Todesursachenstatistik 22 junge Frauen gestorben, bei denen die Todesursache unklar war. In dieser Altersgruppe gibt es 2,3 Millionen Frauen in Deutschland. Bei der Impfung eines großen Teils dieser Bevölkerung sei daher schon rein zufällig mit derartigen Todesfällen zu rechnen, die sich kurz nach einer Impfung ereignen. Allein in Deutschland und Österreich sei von etwa 700 000 geimpften Patientinnen auszugehen.

Noch immer wird die Impfung empfohlen

Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt weiterhin die Impfung, ebenso die Krebshilfe in Österreich. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben die Todesfälle nichts mit der Impfung zu tun", sagt Eva Kalbheim, Sprecherin der Deutschen Krebshilfe. Weder das Bundesamt für Impfstoffe noch die EMEA sehen einen Anlass, die Sicherheit der Impfung neu zu bewerten. "Der Impfstoff ist an insgesamt 20.000 Frauen in verschiedenen Studien weltweit getestet worden", erläutert Stöcker.

Vorsorge trotz Impfung nötig

Seit vergangenem Sommer müssen die deutschen Krankenkassen die Schutzimpfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren bezahlen. Die nötigen drei Impfdosen kosten in Deutschland insgesamt knapp 500 Euro. Jährlich erkranken in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts schätzungsweise 6500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Ärzte weisen immer wieder darauf hin, dass die Impfung nicht gegen alle Krebs erregenden Viren schützt und raten weiterhin zu Vorsorgeuntersuchungen.

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