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Medizin: Überlebenschancen bei Brustkrebs immer besser

GESUNDHEIT | BRUSTKREBS  

Immer bessere Überlebenschancen bei Brustkrebs

18.02.2008, 14:51 Uhr | dpa

Jede Frau sollte mit dem Abtasten zur Brustkrebsvorsorge vertraut sein. (Foto: imago)Jede Frau sollte mit dem Abtasten zur Brustkrebsvorsorge vertraut sein. (Foto: imago)Frauen, die an Brustkrebs erkranken, haben inzwischen gute Chancen, geheilt zu werden - wenn die Krankheit früh genug erkannt worden ist. Bei der Behandlung hat es nach Meinung des Frankfurter Medizinprofessors Manfred Kaufmann in den vergangenen Jahren die größten Therapiefortschritte bei allen Haupttumorarten gegeben. Eine 50-jährige Frau mit Brustkrebs habe heute eine doppelt so hohe Überlebenschance wie ihre Mutter, die im gleichen Alter erkrankte, sagte Kaufmann anlässlich des 28. Deutschen Krebskongresses in Berlin, der am 20. Februar beginnt. Zur besseren Früherkennung forderte er Aufklärungskampagnen, die Frauen das gezielte Abtasten der eigenen Brust beibringen.

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Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten

Noch immer gehört Brustkrebs bei Frauen in Deutschland zu den häufigsten Krebsneuerkrankungen - vor Darm- und Lungenkrebs. Seit den 90er Jahren ließen sich Brustdrüsentumore vor allem durch neue Medikamente zielgerichteter bekämpfen, erläuterte Kaufmann, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universität Frankfurt (Main) und Präsident des größten Krebs-Fachkongresses in Deutschland. Die besseren Behandlungsmöglichkeiten hätten bereits die Überlebensraten erhöht. "Die Tumorhäufigkeit bei Brustkrebs hat zugenommen, die Sterblichkeit geht aber zurück", sagte Kaufmann. Von Anfang der 1990er Jahre bis Anfang der 2000er Jahre starben im Alter von 40 bis 44 Jahren nach Daten des Statistischen Bundesamtes ein Drittel Frauen weniger an Brustkrebs, bei den 55- bis 70-jährigen waren es zehn Prozent.

Hormontherapien erhöhen Risiko

Nach den jüngsten Zahlen des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2002 erhalten jedes Jahr mehr als 55.000 Frauen in Deutschland im Alter über 55 Jahre die Diagnose Brustkrebs - Tendenz steigend. Als mögliche Gründe für die Zunahme der Brustkrebs-Erkrankungen nennt Kaufmann das wachsende Alter der Bevölkerung. Doch auch das zunehmende Vorkommen von Hormonen in Nahrung und Umwelt könne eine Rolle spielen. Denn Brustkrebs sei ein hormonabhängiger Tumor. Aus diesem Grund seien Hormontherapien wegen Beschwerden in den Wechseljahren sehr genau zu überdenken, sagte Kaufmann. Die Anti- Baby-Pille steigere das Brustkrebsrisiko hingegen nicht und schütze nach neuen Erkenntnissen vor Eierstockkrebs.


Früherkennung durch Abtasten und Mammografie

Das Mammographie-Screening, das von diesem Jahr an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren in Deutschland flächendeckend und kostenlos abgeboten wird, kann nach Kaufmanns Meinung die Früherkennung verbessern. Er kritisierte jedoch, dass Frauenärzte in die Untersuchungen der Radiologen nicht eingebunden seien. Noch immer wüssten Frauen auch viel zu wenig über Vorsorge. "Frauen können in Schulungen lernen, die eigene Brust fachgerecht abzutasten", sagte Kaufmann. "Da läuft an Aufklärungskampagnen noch viel zu wenig." Der beste Zeitpunkt für den Gesundheitscheck der Brust sei rund zehn Tage nach der Regelblutung im Stehen oder Liegen. "Am besten geht das unter der Dusche", sagte der Arzt.

Wer ein erhöhtes Brustkrebsrisiko hat

Experten empfehlen eine jährliche Mammografie für Patientinnen ab 40 Jahren mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko. Dieses besteht, wenn die Mutter oder die Schwester an Brustkrebs erkrankt sind. Auch das Einsetzen der Periode vor dem zwölften Lebensjahr gilt Risikofaktor. Wer das erste Kind mit über 30 Jahren bekommen hat, sollte sich ebenfalls jedes Jahr untersuchen lassen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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