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Krebs: Erhöhtes Krebsrisiko für Friseure

GESUNDHEIT I KREBS  

Erhöhte Krebsgefahr für Friseure

26.03.2008, 10:47 Uhr | ug, dpa

GESUNDHEIT: Krebsgefahr durch Haarfärben? Derzeit prüft die EU, welche schädlichen Substanzen verboten werden sollen. (Foto: imago)Krebsgefahr durch Haarfärben? Derzeit prüft die EU, welche schädlichen Substanzen verboten werden sollen. (Foto: imago)Einen tollen Look gestylt, aber krank durchs Färben: Friseure und Friseurinnen sind möglicherweise durch ihren Beruf einer erhöhten Krebsgefahr ausgesetzt. Darauf deutet eine Überblicksstudie für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin. Der Grund: Friseure kämen mit Substanzen in Berührung, die "wahrscheinlich krebserregend" seien, heißt es in dem Bericht. Dafür wurden mehrere Krebsstudien ausgewertet. Bei Männer lag demnach das Blasenkrebsrisiko bis zu 60 Prozent über dem Durchschnitt der Bevölkerung. Bergen auch Haarfärbemittel für zu Hause gesundheitliche Risiken? Wie werden die vermeintlich krebserregenden Produkte kontrolliert? Wir haben bei Experten nachgefragt.


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Blasenkrebs bei Männern, Eierstockkrebs bei Frauen

Bei der Untersuchung fiel auf, dass das Risiko einer Blasenkrebserkrankung bei männlichen Friseuren um 20 bis 60 Prozent über dem Bevölkerungsschnitt lag. Bei Friseurinnen ist möglicherweise das Eierstockrisiko erhöht, allerdings ergaben die einzelnen Studien widersprüchliche Ergebnisse. So lag sowohl bei Friseuren als auch bei Friseurinnen das Lungenkrebsrisiko um 30 Prozent über dem Durchschnitt. Allerdings könnte daran auch der Tabak schuld sein: Schließlich seien Raucher in dieser Berufsgruppe offenbar stärker verbreitet ist als im Bevölkerungsschnitt, heißt es. Alle Ergebnisse werden in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift "Lancet Oncology" veröffentlicht.

US-Produkte im Visier

"Nach dem derzeitigen Stand der für Europa gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es keine Hinweise auf ein höheres Blasenkrebsrisiko bei der Anwendung moderner Haarfarben", heißt es in einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Anlass hierfür waren Studien aus den USA, wonach die Chemikalien in Haarfärbemitteln möglicherweise Blasenkrebs auslösen können. "Diese Daten aus den USA bezogen sich teils auf oxidative Färbemittel mit Inhaltsstoffen, die vor zehn bis fünfzehn Jahren in Amerika zugelassen waren. Für den europäischen Markt konnte dieser Zusammenhang jedoch nicht nachgewiesen werden", sagt eine Sprecherin des BfR.

Schadet auch Selbstfärben?

Unschädlich sind die gängigen Haarfärbemittel dennoch nicht, wie eine Untersuchung von "Öko-Test" ergab. 34 dauerhaft haltbare Oxidationshaarfarben für Zuhause in Braun- und Rottönen wurden 2007 gestestet. Das Ergebnis: In allen Produkten fanden die Tester bedenkliche aromatische Amine, also Farbstoffbausteine. "In den meisten steckt unter anderem 2,5-Toluylendiamin. Der Stoff ist chemisch verwandt mit dem krebserregenden 2,4-Toluylendiamin, das in Haarfarben bereits verboten ist," so "Öko-Test". Ein weiterer bedenklicher Inhaltsstoff: Das Färbemittel Resorcin kann Allergien hervorrufen. Daher gilt für Endverbraucher: "Unbedingt die Gebrauchsanleitung beachten, was beispielsweise Mengenangaben und Einwirkzeit betrifft", sagt Miriam Ewald vom BfR.

Was die Hersteller tun müssen

Generell gilt für die Inhaltsstoffe in Kosmetika: "Die Hersteller sind dafür verantwortlich, dass ihre Produkte gesundheitlich unbedenklich sind", sagt Ewald. Bei Haarfärbemitteln klafft hier noch eine gesetzliche Lücke: "Denn für die enthaltenen Farbstoffe gibt es bislang keine Regulierung. Die EU-Kommission hat die Prüfung der einzelnen Inhaltsstoffe veranlasst", sagt Ewald. Dabei müssen die Hersteller für alle Haarfarben, Sicherheitsdossiers zur Bewertung der Inhaltsstoffe vorlegen. Die ungefährlichen werden dann auf eine so genannte Positivliste gesetzt, die gewährleisten soll, dass die Produkte in Zukunft kein gesundheitliches Risiko bergen. Dazu "Öko-Test": "Im Zuge der Überprüfung der Haarfarben auf EU-Ebene haben die Experten bereits viele der eingesetzten Haarfarbstoffe als stark sensibilisierend charakterisiert."

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