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Krebsrisiko durch Rauchen: Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs

Gesundheit | Rauchen  

Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs

14.10.2008, 16:52 Uhr | AP/dpa

Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs. Der blaue Dunst ist für sie oft gefährlicher als für Männer (Bild: imago)Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs. Der blaue Dunst ist für sie oft gefährlicher als für Männer (Bild: imago)

Aktives und passives Rauchen gefährdet besonderen Frauen. Die gefährlichen Inhaltsstoffe sind nicht selten Ursache für Lungenkrebs, sie wirken sich auf den Menstruationszyklus aus und schaden bei Schwangeren bereits dem Ungeborenen im Mutterleib. Die Situation sei so besorgniserregend, dass die Bundesregierung ein deutschlandweites Aktionsprogramm, angekündigt hat, das speziell auf Frauen ausgerichtet sein soll.

Fotoserie Schockfotos auf Zigarettenschachteln in England
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Mediziner beklagen einen besorgniserregenden Anstieg von Lungenkrebs-Erkrankungen bei Frauen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) führte die Entwicklung eindeutig auf den vermehrten Tabakkonsum in der weiblichen Bevölkerung zurück. "Wenn Frauen rauchen wie Männer, dann sterben sie auch wie Männer", heißt es in der Mitteilung zu einem neuen Report der Wissenschaftler. Frauen reagierten sogar deutlich empfindlicher als Männer auf die Schadstoffbelastung durch Rauchen und Passivrauchen.

Rauchen beeinflusse Menstruationszyklus

Habe Lungenkrebs lange als typische Männerkrankheit gegolten, steige die Zahl erkrankter Frauen seit etwa zehn Jahren kontinuierlich an, heißt es in dem Bericht. Nach Angaben der Krebsforscher verlieren sowohl männliche als auch weibliche Raucher durchschnittlich zehn Lebensjahre. Raucherinnen seien aber zusätzlichen Gefährdungen ausgesetzt: "Rauchende Frauen haben nicht nur ein höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen und Osteoporose. Rauchen beeinflusst auch den Menstruationszyklus und die Fruchtbarkeit", heißt es in der Erklärung.

Gesundheitsschäden bereits bei Ungeborenen

Rauchen in der Schwangerschaft erhöhe zudem das Risiko für Gesundheitsschäden bereits bei Ungeborenen. "Kinder rauchender Mütter und Väter leiden vermehrt an Atemwegserkrankungen, Asthma und Mittelohrentzündungen", schrieben die Autoren der Studie weiter. In Deutschland ist Lungenkrebs den Angaben zufolge die häufigste Krebstodesursache bei Männern und die dritthäufigste nach Brust- und Darmkrebs bei Frauen mit jährlich über 12.000 Todesfällen. "Da 80 bis 90 Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs auf das Rauchen zurückzuführen sind, ist dieser Krebs vermeidbar", heißt es weiter.

Lieber rauchen als zunehmen

Frauen haben deutlich mehr Probleme mit dem Rauchen aufzuhören als Männer. Nach Überzeugung der DKFZ-Experten fällt es Frauen vor allem deswegen schwer, mit dem Rauchen aufzuhören, weil sie zumeist weniger an einen erfolgreichen Versuch glauben als männliche Raucher. "Zudem befürchten sie in stärkerem Ausmaß, dass sie durch einen Rauchstopp an Gewicht zunehmen könnten", hieß es in dem Report. "Frauen nehmen dabei durchaus mehr zu als Männer", schreibt der Report, ohne Zahlen zu nennen. Außerdem seien Entzugssymptome bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern, eine Nikotinersatz-Therapie wirke bei Frauen zudem schlechter.

Frauen rauchen weniger am Tag als Männer

Nach DKFZ-Angaben haben im Jahr 2006 in Deutschland 27 Prozent der Frauen geraucht, bei den Männern waren es 35. Allerdings rauchten Frauen nach wie vor über alle Altersgruppen hinweg weniger Zigaretten pro Tag als Männer. Dabei greifen Frauen mit niedriger Schulbildung laut der Bundes- Drogenbeauftragten doppelt so häufig zur Zigarette wie Frauen mit Abitur. Weil immer mehr und immer jüngere Frauen zur Zigarette greifen, habe sich die Zahl der Lungenkrebserkrankungen bei Frauen in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt.

Größere Warnhinweise auf Tabakprodukten

So müssten Maßnahmen ergriffen werden, die nachgewiesenermaßen zu einem dauerhaften Rückgang des Tabakkonsums führten. Das Krebsforschungszentrum nannte vor allem drastische Tabaksteuererhöhungen, Schutz vor Passivrauchen, umfassende Tabakwerbeverbote, Hilfen für Raucher zur Entwöhnung sowie große bildliche Warnhinweise auf allen Tabakprodukten.

Nationales Aktionsprogramm angekündigt

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, kündigte anlässlich der Tagung "Frauen und Rauchen - Neue Wege in der Prävention". ein in diese Richtung gehendes nationales Aktionsprogramm zur Tabakprävention an. Im Fernsehsender N24 sagte die SPD-Politikerin, das zunehmende Rauchen junger Frauen hänge auch mit dem sozialen Hintergrund und der Bildung zusammen. "Wir wissen wirklich, dass die aus den bildungsfernen Schichten doppelt so häufig rauchen wie zum Beispiel Frauen mit Abitur", sagte die SPD-Politikerin.

Schulung von Gynäkologen und Hebammen

Ein schwieriges soziales Umfeld erhöhe die Raucherquote nochmals. Nach Angaben Bätzings rauchen 52 Prozent der alleinerziehenden Mütter. "Und es hat auch etwas mit Lifestyle zu tun, mit der Angst vor Gewichtszunahme", fügte die Drogenbeauftragte hinzu. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, erstelle sie in diesem Jahr das nationale Aktionsprogramm zur Tabakprävention. Dabei gehe es unter anderem um das Thema Tabakwerbung, aber auch um Lifestyle und Image. "Dort werden wir uns auch ganz gezielt an die Frauen richten", kündigte Bätzing an. Auch bei den bildgestützten Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln sollten frauenspezifische Lebenssituationen aufgegriffen werden. Vorgesehen sei zudem die Schulung von Gynäkologen und Hebammen, um auch bei ihnen eine stärkere Sensibilisierung zu schaffen.

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