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Ärzte empfehlen Sport als Krebsmedikament

Krebs  

Ärzte empfehlen Sport als Krebsmedikament

20.11.2008, 10:46 Uhr | ap

Krebs: Sport kann das Brustkrebsrisiko senken. (Foto: imago)Sport kann das Brustkrebsrisiko senken. (Foto: imago)Wer mindestens drei mal wöchentlich intensiv Sport treibt, kann sein Krebsrisiko fast halbieren. Das ist das Ergebnis mehrerer Studien, die die Münchner Uniklinik rechts der Isar, das Rotkreuzklinikum und die Deutsche Krebshilfe jetzt in München vorstellten. Bei Darm- und Brustkrebs - mit jährlich mehr als 120.000 Neuerkrankungen die beiden häufigsten Krebsarten in Deutschland - senke Sport die Sterblichkeit um bis zu 40 Prozent, sagte Professor Martin Halle. "Das ist mehr, als man durch eine zusätzliche Chemotherapie erhoffen konnte", erklärte der Direktor der Sportmedizin am Klinikum rechts der Isar. Zur Vorbeugung genüge schon drei Mal pro Woche eine halbe Stunde.

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"Sport wirkt wie ein Medikament"

Für Patienten nach Operationen, Chemo- und Strahlentherapie empfiehlt der Arzt "45 Minuten intensive körperliche Aktivität täglich. Man muss ins leichte Schwitzen und ein bissl in Atemnot kommen, damit der Stoffwechsel angeregt wird". Sport ersetze die ärztliche Behandlung nicht, sondern unterstütze sie kräftig. "Die Studien zeigen alle in die gleiche Richtung", sagte Halle und zitierte Forschungsergebnisse aus München, Houston, Melbourne, Regensburg und Berlin. "Sport wirkt wie ein Medikament", sagte die Professorin Marion Kiechle, Leiterin der Uni-Frauenklinik. Regelmäßig intensive Bewegung rege den Stoffwechsel an, beuge Krebs vor und verbessere die Heilungschancen.

"Nicht nur warten, dass die Medizin was tut"

"Sport sollte neben Chemotherapie, Bestrahlung und Operation einen festen Stellenwert in der Krebsbehandlung erhalten", forderte Professor Michael Schoenberg. "Wer sich bewegt, hat bessere Prognosen." Krebs bleibe aber ein Lebensrisiko, sagte Eva Kalbheim von der Deutschen Krebshilfe: "Ich kann noch so viel tun - es kann mich trotzdem treffen." Aber Sport senke das Risiko und helfe, "aus dem Loch schneller wieder rauszukommen". Die Patientin Beate Roth, die nach ihrer Erkrankung und Heilung vor sechs Jahren zweimal den Ulm-Marathon gewonnen hat, sagte: "Ein positives Körpergefühl kommt zurück. Man muss nicht nur warten, dass die Mediziner was mit einem tun."

"Dreimal Sport, zweimal Abendessen streichen"

Professor Wolfgang Eiermann vom Rotkreuzklinikum München forderte: "Wir müssen die Patienten und auch die Ärzte aufklären." Sein Kollege Michael Schoenberg beklagte: "Nur 20 Prozent aller Krebsspezialisten machen ihre Patienten auf den Zusammenhang von Krebs und Sport aufmerksam. Eine deprimierende Zahl." Halle kritisierte Krankenkassen, die lieber 10.000 Euro für eine Krebstherapie zahlten als 100 Euro für vorbeugenden Sport. Auf die Frage von Krebspatienten, was sie selbst tun könnten, sagte Eiermann: "Dreimal die Woche Sport, zweimal das Abendessen streichen."

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