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Krebs: Wie häufig ist der "harmlose" Brustkrebs?

Brustkrebs  

Wie häufig ist der "harmlose" Brustkrebs?

27.11.2008, 12:05 Uhr | cme

Jede Frau sollte mit dem Abtasten zur Brustkrebsvorsorge vertraut sein. (Foto: imago)Jede Frau sollte mit dem Abtasten zur Brustkrebsvorsorge vertraut sein. (Foto: imago)Seitdem es regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen für Brustkrebs gibt, hat die Zahl der entdeckten Tumore deutlich zugenommen. Doch jeder fünfte davon bleibt harmlos oder verschwindet sogar, behaupten norwegische Wissenschaftler. Sie begründen ihre These mit einer Studie an 240.000 Frauen zwischen 50 und 65 Jahren. Diese zeigt, dass Frauen, die keine Mammografien durchführen lassen, seltener an Brustkrebs erkranken. Ist Brustkrebs also gar nicht so gefährlich? "Doch", sagt Professor Christiane Kuhl, leitende Oberärztin an der Radiologischen Universitätsklinik Bonn. Denn es lasse sich nicht sicher voraussagen, ob ein Tumor harmlos bleibt oder doch zur tödlichen Gefahr wird.

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Manche Tumore verschwinden von selbst

Die Forscher des Norwegischen Institute of Public Health in Oslo werteten die Daten von knapp 240.000 Norwegerinnen aus. Die Hälfte der Probandinnen hatten drei Mammografien im Abstand von zwei Jahren durchführen lassen. Die andere Hälfte hatte an diesem Screening nicht teilgenommen. In allen Altersgruppen lag die Krebsrate im Screeningprogramm um 22 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe. „Es scheint so zu sein, dass der natürliche Verlauf einiger Tumore der spontane Regress (Rückbildung) ist“, resümieren die Studienautoren. Krebsexpertin Kuhl warnt allerdings davor, auf die spontane Heilung zu hoffen: "Spontanheilungen sind extrem selten", so die Ärztin. "Es scheint eher so zu sein, dass viele Patientinnen mit ihrer unerkannten Krebserkrankung munter weiterleben, weil sich der Krebs vergleichsweise ruhig verhält. Erst wenn Metastasen auftreten, wird der Krebs zur tödlichen Bedrohung."

Behandeln besser als Warten

Doch ob ein Tumor bösartig wird oder nicht, lässt sich nicht sicher voraussagen. "Wenn man unterscheiden könnte, welche Tumore sich so harmlos verhalten werden und welche aggressiv behandelt werden müssen, wäre das ein echter Fortschritt für die Behandlung von Brustkrebs", sagt Radiologin Kuhl. Da das aber noch nicht möglich ist, gilt bei Brustkrebs wie bei jeder anderen Krebsart der Grundsatz: Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Denn noch immer zähle Brustkrebs zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen. Tatsächlich wird laut Expertin Kuhl bereits heute bei der Behandlung die unterschiedliche Beschaffenheit der Tumore berücksichtigt. Es werde nicht "nach Schema F" behandelt, sondern aus einem Baukasten von Therapiemöglichkeiten ausgewählt.

Weitere Diagnosemethoden nötig

Die Mammografie als Methode zur Brustkrebserkennung wird laut Christiane Kuhl durch die Ergebnisse nicht in Frage gestellt. "Dass die Mammografie eher die biologisch weniger aggressiven, eher harmlosen Krebse diagnostiziert, ist seit langem bekannt", sagt die Expertin. Vielmehr zeige die Studie, dass neben der Mammografie weitere, sensiblere Diagnostikinstrumente nötig seien, um die biologisch aggressiven Karzinome zu entdecken.

Früherkennung durch Abtasten und Mammografie

Noch immer gehört Brustkrebs bei Frauen in Deutschland zu den häufigsten Krebsneuerkrankungen - vor Darm- und Lungenkrebs. Dabei sind die Überlebensraten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Neben dem Mammographie-Screening, das seit Anfang des Jahres kostenlos für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren angeboten wird, ist auch das Selbstabtasten der Brust eine wichtige Maßnahme, um den Krebs im Frühstadium zu erkennen.

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