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Krebsrisiko: Zusammenhang zwischen Psyche und Krebs neu untersucht

Gesundheit: Krebs  

Eine typische Krebspersönlichkeit gibt es nicht

09.01.2009, 16:27 Uhr | AP/bri/ali

Gesundheit: Der Zusammenhang zwischen der Entstehung von Krebs und der Psyche ist wissenschaftlich nicht belegt. (Foto: imago)Der Zusammenhang zwischen der Entstehung von Krebs und der Psyche ist wissenschaftlich nicht belegt. (Foto: imago)Wer sich alles schnell zu Herzen nimmt, hat ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. Diese Vorstellung über die Entstehung von Krebs hält sich hartnäckig. Experten sagen hingegen: Es gibt keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Psyche und Krebs. Nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten gibt es bislang kaum überzeugende Hinweise darauf, dass Symptome wie Angst, Trauer oder Stress den Ausbruch bösartiger Tumorerkrankungen fördern können.

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Charaktereigenschaften erhöhen Krebsrisiko nicht

Trotz intensiver Untersuchungen lasse sich dieser Zusammenhang bislang nicht nachweisen. Weit verbreitet sei auch die Vorstellung, dass manche Menschen durch ihre Persönlichkeit besonders gefährdet seien. „Eine Krebspersönlichkeit gibt es nicht.“ widerspricht der Psychosomatik-Experte Professor Hans-Christian Deter von der Berliner Charité. Dass bestimmte Charaktereigenschaften wie Ängstlichkeit oder eine geringe Belastbarkeit das Krebsrisiko erhöhten, sei spekulativ und habe keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage. Viele Krebs-Patienten suchten verzweifelt nach einem Grund für ihre Erkrankung, zum Beispiel unterdrückte Konflikte oder andauernde Überforderung, so Deter weiter. „Ob aber tatsächlich psychische Faktoren Krebs auslösen oder zumindest begünstigen können, dafür gibt es bisher keinen Beleg.“

Zusammenhang wissenschaftlich nicht belegt

So konnten laut Deter Studien letztlich keinen gesicherten Zusammenhang zwischen einer Depression und dem Krebsrisiko nachweisen – „auch wenn Einzelfälle immer wieder das Gegenteil zu beweisen scheinen und das Immun- oder Hormonsystem prinzipiell durch psychische Faktoren beeinflussbar ist.“

Krebs kann charakterunabhängig jeden treffen

Krebs könne prinzipiell jeden treffen - ganz unabhängig von seinem Charakter Gleichwohl dürfte die Psyche den Verlauf von Krebserkrankungen beeinflussen, betont der Mediziner: „Krebs-Patienten können den Heilungsprozess durchaus unterstützen, wenn sie lernen, mit ihren Ängsten umzugehen und der Krankheit aktiv begegnen.“ Psychotherapeutisch geschulte Fachärzte, Angehörige oder Selbsthilfegruppen könnten dabei wichtige Hilfestellungen geben.

Auch Optimisten bekommen Krebs

Studien aus den USA und Dänemark zeigten schon Ende 2007, dass es keinen Zusammenhang zwischen bestimmten Charaktereigenschaften und dem Entstehen von Krebs gibt. Mittlerweile geht die Forschung davon aus, dass eher die Lebensweise die Entstehung von Krebs beeinflusst. Ein Forscherteam der dänischen Krebsgesellschaft untersuchte bei 976 Krebspatienten, ob sie Zeichen von Kummer, Übermüdung und Demoralisierung zeigten. Ergebnis: die unglücklichen Menschen waren keineswegs zahlreicher vertreten.

Keine höhere Todesrate bei Pessimisten

Auch nach Ausbruch einer Krebserkrankung sind die Pessimisten nicht schlechter dran als die Optimisten. Der Psychologe Dr. James Coyne von der Universität von Pennsylvania untersuchte zehn Jahre lang die psychische Verfassung von über 1000 Krebspatienten. Rund 600 sind in jener Zeit gestorben, jedoch waren darunter nicht mehr Menschen mit eher traurigem Charakter. "Weder direkt noch indirekt hat der Gefühlszustand etwas mit der Prognose von Krebs zu tun", sagte er gegenüber dem Fachmagazin Cancer.

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