Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Krebs-Erkrankungen >

Mehr-Brustkrebs-Diagnosen durch Mammografie-Screening

Brustkrebs  

Mammografie soll jährlich 2000 Frauenleben retten

21.09.2009, 16:22 Uhr | dpa, Ulrike von Leszczynski

Brustkrebs: Mammografie soll Brustkrebs im Frühstadium erkennen. (Foto: dpa)Mammografie soll Brustkrebs im Frühstadium erkennen. (Foto: dpa)Für viele Frauen ist es ein mulmiges Gefühl, wenn dieser Brief im Kasten liegt: eine Einladung zum Mammografie-Screening. Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren soll sie bekommen, um Brustkrebs früh zu erkennen. Brustkrebs ist die gefährlichste Krebsart für Frauen in Deutschland: 17.500 sterben jedes Jahr daran. Zum ersten Mal seit dem Start des Screenings im Jahr 2005 gibt es nun eine Auswertung, was die Röntgenuntersuchung bringt. Die Zahlen klingen nüchtern: Bei sieben bis acht von 1000 Frauen wird nun ein Tumor entdeckt. Vor dem Screening waren es zwei bis drei von 1000.

Gene, Hormone, Familienplanung Risikofaktoren für Brustkrebs
Früherkennung Selbstabtasten der Brust zur Krebsvorsorge

Wie viele Leben kann das Mammografie-Screening retten?

Die wichtigste Frage der vielen Kritiker des Screenings bleibt damit offen. Sterben wirklich deutlich weniger Frauen an Brustkrebs, wenn bis zu zehn Millionen von ihnen regelmäßig die Brust geröntgt bekommen? Darauf kann es für Deutschland noch keine Antwort geben. Denn frühestens 2015 lässt sich ersehen, wie viele Frauen ihre Krankheit über einen langen Zeitraum überleben. Die Niederlande, die das Verfahren schon seit vielen Jahren anwenden, haben schon Ergebnisse: Von 200 Frauen, die sich 20 Jahre testen lassen, wird eine zusätzlich gerettet, sagen Studien. Schätzungen für Deutschland gehen davon aus, dass es jedes Jahr bis zu 2000 Brustkrebstote weniger geben könnte. Bis die deutschen Prüfer das verlässlich hochrechnen können, kostet das Screening jedes Jahr 300 bis 400 Millionen Euro.

So funktioniert die Untersuchung Mammografie

Unnötige Panik oder lebensrettende Früherkennung?

Das sei zu teuer, zu unsicher und in der Wirkung überschätzt, sagen Kritiker. Und gibt es nicht auch falsch-positiven Befunde, die Frauen unnötig in Angst und Schrecken versetzen, vermeidbare Operationen und Strahlenschäden? Es ist wohl alles eine Sache der Sichtweise. "Fragen Sie einmal eine Frau nach dem Nutzen, die durch das Screening überlebt hat", sagt Barbara Marnach, Sprecherin der Kooperationsgemeinschaft Mammografie.

Doppelt so viele Tumore im Frühstadium entdeckt

Die Screening-Auswertung, in die bisher fast drei Millionen Untersuchungsdaten eingingen, belegt jetzt schon etwas. Doppelt so viele Brusttumore wie früher (jetzt 30 Prozent) werden nun entdeckt, wenn sie noch so klein sind wie ein Stecknadelkopf. Viele haben noch nicht gestreut. Das könne Frauen große Operationen und manchmal auch Chemotherapien ersparen, berichtet Medizinerin Marnach. Tumore, die Frauenärzte bisher ertastet haben, sind oft schon so groß wie eine Kirsche. Häufig haben sich dann auch schon Metastasen gebildet.

"Chance auf eine vollständige Heilung"

Die rechtzeitige Entdeckung winziger Tumore ohne Streuung mache möglich, was bei einer Brustkrebs-Diagnose als bestmögliche Variante gelte, sagt Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammografie in Südwest: "Es ist die Chance auf eine vollständige Heilung." So etwas wie die ersehnte Nadel nach der Suche im Heuhaufen. Eine Nadel, die sich vielleicht nicht findet, wenn Frauen die Einladung zum Screening in die Schublade legen. Aber noch geht nur die Hälfte der Angeschriebenen zum Screening.

Verdacht auf Brustkrebs oft unbegründet

Jedes Jahr erkranken mehr als 57.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs. Von 100 Frauen, die zum Röntgen eingeladen werden, bekämen rund fünf einen zweiten Brief mit der Bitte um ein weitere Untersuchung, berichtet Sprecherin Marnach. Das ist der Zeitpunkt, an dem aus einem mulmigen Gefühl Angst wird. Bei vier Frauen erweise sich der Verdacht jedoch schnell als unbegründet. Nur einer von 100 Frauen werde schließlich eine Gewebeprobe zur Abklärung entnommen, ergänzt sie. Zu 50 Prozent müsse sie sich dann jedoch - statistisch gesehen - auf die Diagnose Brustkrebs gefasst machen. Dieser Befund stimmt dann zu 92 Prozent, hat die Auswertung ergeben.

Es geht schnell und tut nur ein bisschen weh

Die Entscheidung, die Screening-Einladung anzunehmen, steht jeder Frau frei. Machen sich viele Gedanken über Nutzen und Risiko? Eher nicht, sagt Barbara Marnach. "Die meisten Frauen fragen, ob das wehtut und wie lange es dauert." Es dauert fünf Minuten und schmerzt ein bisschen.

Infos zur Brustkrebs-Früherkennung www.mammo-programm.de

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
New Collection - Daisies & Stripes
bei TOM TAILOR
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal