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Hautkrebs: Hautärzte verweigern Krebsvorsorge

Hautkrebs  

Viele Hautärzte verweigern Hautkrebs-Screening

23.10.2009, 14:19 Uhr | jmi

Nur das Screening mit Auflicht-Mikroskop kostet extra. (Foto: Imago)Nur das Screening mit Auflicht-Mikroskop kostet extra. (Foto: Imago)Rund 140.000 Menschen erkrankten jedes Jahr in Deutschland an Hautkrebs. Trotzdem reagieren viele Hautärzte unwillig, wenn Patienten nach einer kostenlosen Hautkrebsvorsorge fragen. Die steht aber jedem gesetzlich Krankenversicherten ab 35 alle zwei Jahre zu. Wie viele Praxen trotzdem das Screening verweigern und welche Ausreden sie dafür haben, hat ein Telefontest der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen entlarvt.


Termine ein halbes Jahr später

Insgesamt 175 Hautarztpraxen hat die Verbraucherzentrale NRW für ihren Test angerufen und nach dem kostenlosen Hautkrebs-Check gefragt. Knapp ein Drittel der Praxen vergab keine oder unzumutbare Termine. Viele Sprechstundenhilfen boten Termine an, auf die der Patient mehr als zwei Monate warten sollte. Manche wollten sogar erst ein halbes Jahr später ein Zeitfenster für die Untersuchung freimachen. Kai Vogel von der Verbraucherzentrale NRW bezeichnet es als nicht akzeptabel, „wenn Termine jenseits der Schmerzgrenze von zwei Monaten vergeben werden.“

Falsche Informationen und Aufwandskosten

In acht der getesteten Praxen wollten die Sprechstundenhilfen, gar keine Termine vergeben. Begründung: Es würden keine neuen Patienten aufgenommen. Jede achte Praxis behauptete sogar, das kostenlose Screening werde nicht mehr von der Krankenkasse übernommen. Stattdessen sollten die Patienten selbst zahlen - zwischen 13 und 58 Euro. "Je nach Aufwand" hieß es vage in einer Praxis im Sauerland.

Praxisgebühr und Überweisung

Eine weitere falsche Information, die häufig gegeben wurde: Beim Hautkrebs-Screening fielen die üblichen zehn Euro Praxisgebühren an oder es sei eine Überweisung vom Hausarzt nötig. Laut der Verbraucherzentrale völliger Unsinn: "Grundsätzlich fällt beim Hautkrebs-Screening keine Praxisgebühr an", korrigiert Kai Vogel von der Verbraucherzentrale NRW, weder beim Facharzt noch beim Hausarzt. Eine Überweisung sei ebenfalls nicht erforderlich.

Screening wird schlecht geredet

Neben Problemen bei der Terminvergabe und falschen Informationen stieß die Verbraucherzentrale noch auf eine andere Methode. Viele Arzthelferinnen wurden offenbar angehalten, die kostenlose Untersuchung gegenüber dem Patienten madig zu machen. "Ohne Überweisung oder Praxisgebühr dürfen Sie dem Doktor aber keine Fragen stellen,“ hieß es dann, oder: "Dann gibt’s aber nur die reine Muttermalkontrolle, sonst nichts."

Kostenlose Vorsorge ist Recht des Versicherten

Tatsächlich ist das Screening nur dann kostenlos, wenn der Arzt die Haut und eventuelle Leberflecken mit dem bloßen Auge kontrolliert, bestätigt Vogel. Die Untersuchung zum Beispiel mit einem Auflicht-Mikroskop kostet extra. „Trotzdem ist es die Pflicht eines jeden kassenärztlich zugelassenen Arztes, dem Patienten zumindest die kostenlose Variante anzubieten und ihn dann erst über Zusatzleistungen aufzuklären“, sagt Vogel.

Bei Krankenkassen beschweren

Wenn Praxen falsche Auskunft geben oder einen Termin verweigern, sollten sich die Patienten bei ihrer Krankenkasse oder der Kassenärztlichen Vereinigung beschweren, raten die Verbraucherschützer. Der Arzt müsse den Patienten von Kopf bis Fuß in Augenschein nehmen, und dürfe auch den Mund-und Genitalbereich nicht aussparen. Außerdem gehört auch ein Gespräch über Vorerkrankungen zum Check. Abgerechnet werden diese Leistungen über die Versichertenkarte und werden damit ganz von den Krankenkassen übernommen.

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