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Krebs: Fast jede Minute wird eine Krebsdiagnose gestellt

Krebs-Diagnose  

Fast jede Minute heißt die Diagnose Krebs

10.11.2010, 15:53 Uhr | dpa

Diese Krebszelle durchdringt die Gefäßwand bei einer Maus und kann sich irgendwo als Tochtergeschwulst anheften. (Foto: dpa)Diese Krebszelle durchdringt die Gefäßwand bei einer Maus und kann sich irgendwo als Tochtergeschwulst anheften. (Foto: dpa)Die Diagnose ist jedes Mal ein Schock: Krebs. In diesem Jahr wird die Angst um das eigene Leben rund 450.000 Menschen in Deutschland treffen. Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) hat hochgerechnet, dass im Jahr 2010 fast jede Minute ein Patient die Diagnose von einem bösartigen Tumor erhält. Die einzige gute Nachricht ist, dass sie dank Früherkennung und besserer Therapien heute länger leben als noch in den 1980er Jahren. Damals war die Hälfte aller Frauen mit Krebs fünf Jahre nach einer Diagnose tot. Heute leben fast zwei Drittel (62 Prozent) nach fünf Jahren noch. Bei den Männern stieg diese Rate von 38 auf bis zu 57 Prozent.

Die Diagnose verändert das Leben

In Deutschland gibt es nach Einschätzung der Deutschen Krebsgesellschaft heute vier bis fünf Millionen Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder waren. Auch bei rund 1800 Kindern unter 15 Jahren wird jedes Jahr Krebs entdeckt, häufig sind es Hirntumore oder Leukämien (Blutkrebs). Jede Diagnose ist für Patienten und ihre Familien ein Drama, sie verändert das Leben. Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin wollen sich rund 8000 Ärzte und Experten von diesem Mittwoch an vier Tage lang über Früherkennung, Therapie und Nachsorge bei Krebs austauschen. Es wird viel Hoffnung geben, aber auch Enttäuschungen.

Mehr Senioren - mehr Krebskranke

Auch wenn Therapieerfolge manche Krebsarten heute zu einer chronischen Krankheit werden lassen oder sogar heilen, bleiben bösartige Tumore die zweithäufigste Todesursache in Deutschland - nach den Herz-Kreislauferkrankungen. Vielleicht kehrt sich dieses Verhältnis sogar bald um. Denn Krebs ist in der Regel eine Alterserkrankung, und die Deutschen werden immer älter. Außerdem haben sich die Diagnosemethoden verbessert, sodass Tumore häufiger erkannt werden. Allein seit 1990 ist die Zahl der Krebsneudiagnosen um 30 Prozent angestiegen. Die Behandlung kostete das Gesundheitssystem 2006 bereits 14,6 Milliarden Euro. Der Präsident der Deutschen Krebshilfe, Harald zur Hausen, geht davon aus, dass die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland bis 2030 nochmals um ein Drittel steigen wird, auf dann 580.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr.

Vor allem Prostata-, Brust- und Darmkrebs


Krebs-Diagnose: Laut Statistik des Robert Koch Instituts erhält jede Minute in Deutscher die Diagnose Krebs.  (Grafik: dpa)Grafik zum Großklicken: Krebsdiagnosen in Deutschland. (Grafik: dpa) Bei den Männern führt weiterhin Prostatakrebs die lange Liste der Neuerkrankungen an, bei den Frauen ist es Brustkrebs. Auf dem zweiten und dritten Platz liegen bei beiden Geschlechtern Darm- und Lungenkrebs. Krebs ist heute aber oft kein Todesurteil mehr. So liegt zum Beispiel die Überlebensrate beim Prostatakrebs, beim Hodenkrebs und beim Lippenkrebs fünf Jahre nach der Diagnose inzwischen bei rund 90 Prozent. "Auch beim Darmkrebs nehmen die Sterberaten stetig ab", sagte Kongresspräsident Wolff Schmiegel. Grund seien auch neue Medikamente, die an Schaltstellen im Tumorgewebe angriffen.

Rauchen, Alkohol und Übergewicht begünstigen Krebs

Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs haben dagegen kaum bessere Chancen als früher. Viele sterben wenige Monate nach der Diagnose. Auch Lungenkrebs ist ein gefährlicher Gegner: Nur ein Fünftel der Patienten überlebt ihn länger als fünf Jahre. Doch nicht alle Krebsarten sind Schicksal. Allein das Rauchen verursacht bis zu ein Drittel aller Krebstodesfälle. Forscher sind sicher, dass auch Übergewicht, Bewegungsmangel, zu wenig Obst und Gemüse und regelmäßiger Alkoholkonsum ihren Anteil an den Krebsfällen haben. Er ist nicht genau zu beziffern. Wissenschaftler vermuten aber, dass zu viele Pfunde oder regelmäßige Trinkgelage den Körper anfälliger für Tumore machen als Schadstoffe in Lebensmitteln.

Viren und Bakterien als Krebsauslöser

Chronische Infektionen gelten ebenfalls als Krebs-Risikofaktor. Dazu zählen bestimmte Warzenviren (HPV; humane Papillomaviren), die vor allem beim Sex übertragen werden und Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Um die Raten zu senken, gibt es für junge Mädchen vor dem ersten Sex inzwischen eine Impfung. Und eine Infektion mit dem "Magenteufel" Helicobacter pylori gilt als Risiko für Magenkrebs. Gegen die Bakterien gibt es Antibiotika.

Früherkennung soll Leben retten

Früherkennungsuntersuchungen sollen bei den häufigsten Krebsarten das Erkrankungsrisiko mindern. Frauen nehmen diese Angebote traditionell besser an als Männer. Unumstritten sind die Untersuchungen nicht. Kritiker fürchten zum Beispiel, dass die systematische Röntgenuntersuchungen der weiblichen Brust (Mammografie-Screening) auch viele langsam wachsende Tumore zutage fördert, die zu Lebzeiten der betroffenen Frau nie ein Problem geworden wären. Langzeitergebnisse zum Screening in Deutschland werden erst im Jahr 2015 vorliegen. Noch gilt die Früherkennung vielen Ärzte aber als die beste Waffe gegen bösartige Tumore. Denn das Risiko einer Frau, im Laufe ihres Lebens an Krebs zu erkranken, liegt statistisch gesehen bei 38 Prozent, bei Männern sogar bei 47 Prozent. Frauen trifft Krebs im Mittel mit 69 Jahren, Männer mit 68.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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