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Brustkrebs: Ärzte fordern Ultraschall-Untersuchungen bei jungen Frauen

Brustkrebs: Ärzte fordern Ultraschall-Untersuchungen bei jungen Frauen

24.11.2010, 17:12 Uhr | dpa, dpa

Brustkrebs: Ärzte fordern Ultraschall-Untersuchungen bei jungen Frauen. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. (Foto: Archiv)

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. (Foto: Archiv) (Quelle: t-online.de)

Brustkrebs ist die häufigste Tumorart bei Frauen. Fachärzte raten für die Früherkennung bei jüngeren Frauen zwischen 35 und 50 Jahren zu jährlichen Reihenuntersuchungen mit Ultraschall. Doch der Nutzen ist umstritten.

Ältere sollen alle zwei Jahre zur Mammografie

Brustkrebs ist mit rund 57.000 Neuerkrankungen und 18.000 Todesfällen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland. Eine Reihenuntersuchung mit Röntgengeräten gibt es bisher ab 50 Jahren. Dieses Mammografie-Screening ist der Versuch, mehr Frauen das Leben zu retten. Seit 2009 gibt es das Angebot in ganz Deutschland. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden regelmäßig alle zwei Jahre über die Meldeämter eingeladen. Dass es dieses Screening erst ab 50 Jahren gibt, liegt daran, dass das Brustkrebs-Risiko im höheren Lebensalter steigt.

Ultraschall zuverlässiger als Tastuntersuchung?

Für Frauen, die jünger sind als 50, gibt es bei der Krebsvorsorge beim Gynäkologen heute in der Regel Tastuntersuchungen der Brust. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall (DEGUM) hält das für unzureichend. Moderne Ultraschallgeräte könnten die Brust zuverlässig durchscannen, argumentiert der Gynäkologe Jens-Uwe Blohmer als Leiter eines Berliner Brustzentrums für die DEGUM. Die Untersuchung sei frei von Strahlung, verursache keine Schmerzen und dauere nur wenige Minuten. Alexander Mundinger, Radiologe für die DEGUM, hält Ultraschall auch ergänzend zur Mammografie ab 50 für sinnvoll. Eine Kombination der Methoden könne die Krebsentdeckungsrate laut Studien um 7 bis 40 Prozent steigern, sagte er.

Krankenkasse zahlt nicht für Ultraschall

Die Kassen zahlen diese Untersuchung in der Regel jedoch nicht. Als Selbstzahler werden Patientinnen bei modernsten Geräten, die bisher nur in Kliniken oder Brustzentren stehen, mit rund 150 Euro zur Kasse gebeten. Beim üblichen Ultraschall in einer Praxis seien es 30 bis 40 Euro, berichtete Degenhardt. Er rät allerdings dazu, den Arzt vorher nach seiner Qualifikation für diese Untersuchung zu fragen. Die DEGUM hat eine Experten-Liste herausgegeben.

"Medizinisch ist das sinnvoll und wünschenswert"

Beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hält Radiologe Stefan Delorme Ultraschall für die Brustkrebs-Früherkennung bei Frauen ab 40 für eine gute Idee. "Medizinisch ist das sinnvoll und wünschenswert", sagte er. Gerade bei jüngeren Frauen werde das Brustkrebs-Risiko häufig unterschätzt. Das Brustgewebe sei in diesem Lebensalter im Ultraschall auch besonders gut zu sehen. "Die Frage ist aber, ob Reihenuntersuchungen logistisch und finanziell machbar sind", ergänzte er. Ganz unbefangen beim Thema Ultraschall ist Delorme allerdings nicht. Er ist Präsident der DEGUM.

Mammografie-Verband übt Kritik

Deutliche Kritik am geforderten Ultraschall-Screening kommt von der Kooperationsgemeinschaft Mammografie. Bisher gebe es keinen ausreichenden Beleg dafür, dass Ultraschall-Untersuchungen der Brust bei Frauen ohne Symptome einen Nutzen für die Früherkennung hätten, sagte Sprecherin Marnach. Die Frage sei auch, ob es damit vielleicht viele unklare Befunde gebe. Ein Screening müsse Tumore mit großer Sicherheit nachweisen oder ausschließen können.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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