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Krebs durch Infektionen ist vermeidbar

Krebs durch Infektionen ist vermeidbar

30.05.2012, 10:00 Uhr | dpa, dpa

Krebs durch Infektionen ist vermeidbar. Die Krebsforschung weist auf Erkrankungen durch Infektionen hin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Krebsforschung weist auf Erkrankungen durch Infektionen hin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Gefahr sollte nicht unterschätzt werden: Bakterien und Viren können zu Tumoren führen. Insgesamt jede sechste Krebserkrankung wird von solchen Infektionen verursacht, die größtenteils vermeidbar oder behandelbar wären. Zu diesem Ergebnis kommt eine französische Krebsstudie.

Krebs durch Infektionen wäre vermeidbar

Im Jahr 2008 starben 7,5 Millionen Menschen weltweit an Krebs, schreiben die Autoren der Studie, Catherine de Martel und Martyn Plummer, im Fachjournal "Lancet Oncology". 1,5 Millionen der Todesfälle gingen dabei auf Tumoren zurück, die von Magenbakterien, Humanen Papilloma- oder Hepatitis-Viren und anderen Erregern verursacht werden. "Infektionen mit bestimmten Viren, Bakterien und Parasiten sind eine der größten und vermeidbaren Ursachen von Krebs weltweit", so die Wissenschaftler.

Keimgefahr meist in ärmeren Ländern

Zwei Millionen neue Krebserkrankungen werden jährlich durch Keime verursacht, etwa 80 Prozent davon treten in ärmeren Ländern auf, heißt es in der Studie. Sie wurde von der International Agency for Research on Cancer in Lyon erstellt, die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört. Die Forscher analysierten dafür zahlreiche Daten, beispielsweise Statistiken über 27 Krebsarten aus 184 Ländern. De Martel und Plummer schätzen, dass 2008 etwa 16 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit von Infektionen verursacht wurden. Dabei ist der Anteil in den ärmeren Ländern mit 22,9 Prozent dreimal höher als in Industrieländern mit 7,4 Prozent. Die Spanne liegt zwischen 3,3 Prozent in Australien und Neuseeland und 32,7 Prozent in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Bakterien und Viren lösen Krebs aus

Mit vorbeugenden Maßnahmen wie Impfungen, sichereren Injektionstechniken und Mitteln gegen Bakterien könnten bedeutende Effekte im Kampf gegen den Krebs erzielt werden, urteilen die Wissenschaftler. Vor allem Infektionen durch Humane Papillomaviren (HPV), Bakterien wie Helicobacter pylori oder Hepatitis B- und C-Viren (HBV und HCV) seien vermeidbar oder behandelbar. Diese vier Infektionen zusammen seien hauptverantwortlich für 1,9 Millionen Krebsfälle jährlich - wie Magen-, Leber- oder Gebärmutterhalskrebs.

Krebsfälle durch Infektionen steigen

"Da effektive und vergleichsweise günstige Impfstoffe gegen HPV und HBV verfügbar sind, sollte eine breitere Anwendung eine Priorität für Gesundheitssysteme in besonders belasteten Ländern sein", folgert Goodarz Danaei von der Harvard-Universität Boston in einem Begleitkommentar. Die absolute Zahl der Krebsfälle durch Infektionen sei seit 1990 um etwa eine halbe Million gestiegen, der Anteil an der Gesamtzahl der Krebsfälle mit 16 bis 18 Prozent aber gleich geblieben.

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