Eigenständige Erkrankung?  

Lungenkrebs trifft auch Nichtraucher

26.10.2012, 08:36 Uhr | dapd, dpa-tmn

Lungenkrebs trifft auch Nichtraucher. Lungenkrebs bleibt häufig zu lange unerkannt.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lungenkrebs bleibt häufig zu lange unerkannt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lungenkrebs gilt als typische Raucherkrankheit. Was viele nicht wissen: Oft trifft der Krebs auch Nichtraucher. Weltweit werden bis zu 15 Prozent der Lungentumore bei Nichtrauchern festgestellt - bei Frauen sind es sogar 20 Prozent. Das Tückische: Selbst Ärzte vermuten bei Lungenproblemen seltener Lungenkrebs, wenn der Patient nicht raucht. Das kann die Behandlung verzögern.

Lungenkrankheiten erhöhen das Krebsrisiko

Tatsächlich gilt Rauchen hierzulande als der größte Risikofaktor für Lungenkrebs. Bei den Männern sind bis zu 90 Prozent der Lungenkrebspatienten Raucher, bei den Frauen sind es rund 80 Prozent. Zehn bis 20 Prozent der Lungentumore haben allerdings andere Ursachen - beispielsweise eine erbliche Veranlagung, Luftverschmutzung oder Passivrauchen. Auch wer an einer Lungenerkrankung leidet, hat ein höheres Risiko für Lungenkrebs. Dies belegt eine kürzlich im "American Journal of Epidemiologie" veröffentlichte Metaanalyse, bei der das Risiko für vier Erkrankungen genauer bestimmt wurde.  Demnach steigern Chronische Bronchitis, Tuberkulose und Lungenentzündung das Lungenkrebsrisiko um das rund 1,5-fache, ein Lungenemphysem sogar um das 2,4-fache. Das Risiko erhöht sich, wenn ein Patient gleichzeitig an mehreren dieser Lungenerkrankungen leidet. 

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig

"Entzündliche Reaktionen spielen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Lungenkrebs. Diese können die Bildung von Tumoren theoretisch über mindestens drei Mechanismen anstoßen oder fördern: vermehrte Genveränderungen (Mutationen), Zellsignale, die den programmierten Zelltod verhindern, und die Neubildung von Blutgefäßen, um heranwachsende Tumoren zu versorgen", erklärt Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Er empfiehlt Risikopatienten, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. 

Nichtraucher überleben bei Lungenkrebs länger

Studien zeigen, dass ein Nichtraucher-Lungenkrebs anders verläuft als ein Lungenkrebs bei Rauchern. Wie das Fachmagazin "New Scientist" berichtet, überleben Nichtraucher nach der Diagnose im Schnitt doppelt so lange wie aktive oder ehemalige Raucher.

Ist Nichtraucher-Lungenkrebs eine eigenständige Krankheit?

Die Erklärung dafür liefert unter anderem eine aktuelle Studie des Sloan-Kettering Cancer Center in New York. Sie zeigte, dass bei der Entwicklung von Lungentumoren mehrere Genmutationen eine Rolle spielen - und diese unterscheiden sich bei Rauchern und Nichtrauchern offenbar deutlich. Spezifische Krebsmedikamente wirken bei Nichtraucher-Karzinomen offenbar besser als bei Rauchertumoren, zeigte die Studie. Experten vermuten inzwischen, dass der Nichtraucher-Lungenkrebs eine eigenständige Krankheit sein könnte.

Auf diese Warnzeichen sollten Sie achten

Ein Problem behindert die Behandlung dennoch: Da Ärzte bei Nichtrauchern nicht so schnell Lungenkrebs vermuten, wird die Diagnose oft erst spät gestellt. Lungentumore entwickeln sich oft über Jahre ohne entdeckt zu werden. Denn die Lunge ist schmerzunempfindlich, frühe Anzeichen gibt es kaum. Die Symptome können unspezifisch sein und Metastasen auch in Körperteilen jenseits der Bronchen oder Lunge auftreten. Wenn jemand Blut hustet, ist das ein klares Alarmsignal. Mögliche Anzeichen können aber auch länger anhaltende Brustschmerzen, ein veränderter Husten oder Rückenbeschwerden sein.

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