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Hautkrebs wird in Deutschland unterschätzt

Arztreport 2014  

Hautkrebserkrankungen steigen rasant an

05.02.2014, 10:27 Uhr | akl/ dpa/ afp

Hautkrebs wird in Deutschland unterschätzt. Muttermale sollten regelmäßig kontrolliert werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Muttermale sollten regelmäßig kontrolliert werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Jedes Jahr erkranken mehr als 200.000 Menschen neu. Die gefährlichste Form ist das maligne Melanom, da es schnell Metastasen im Körper bilden und zum Tode führen kann. Laut dem Barmer GEK "Arztreport 2014" waren 2012 rund 318.000 Personen am schwarzen Hautkrebs erkrankt - das entspricht 60 Prozent mehr als noch 2005. Die Zahl der weißen Hautkrebsfälle habe zwischen 2005 und 2012 sogar um 79 Prozent zugenommen. Hautkrebs sei ein unterschätztes Risiko, so das Ergebnis des Reports.

Insgesamt waren 2012 in Deutschland rund 1,56 Millionen Menschen von einer Hautkrebserkrankung betroffen. Zumindest ein Teil des Anstiegs dürfte mit dem von den Krankenkassen obligatorisch angebotenen Hautkrebs-Screening zusammenhängen, das im Juli 2008 eingeführt worden war. Die damit sicherlich gewachsene Sensibilität gegenüber diesen Erkrankungen sei jedoch nur eine Ursache. Dass hier noch andere Faktoren eine Rolle spielen müssen, lasse sich daran ablesen, dass die Häufigkeit der Diagnosen mittelfristig nach der Einführung des Screenings weiter zugenommen hat, so der Report.

Solarium ist Risikofaktor Nummer eins

Ein gestörtes Immunsystem, die Alterung in der Bevölkerung sowie UV-Strahlung gehören zu den Risikofaktoren für Hautkrebs: So spielt UV-Strahlung bei der Entstehung von Hautkrebs die wichtigste Rolle. Neben Strandurlauben gehen die Deutschen gerne ins Solarium. Doch die Haut vergisst nichts. Bei kaum einer anderen Krebsart sei ein einzelner Risikofaktor so eindeutig für das Krebsentstehen verantwortlich – und gleichzeitig so leicht vermeidbar - wie beim Hautkrebs: UV-Strahlen, besonders künstliche aus Solarien, betont Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Bayern liegt bei hellem Hautkrebs auf Platz eins

Laut Report lag Bayern 2012 auf Platz eins bei den Diagnosen für hellen Hautkrebs. 1.754 Menschen pro 100.000 Einwohner erkrankten an der bösartigen Neubildung der Haut. Auf Platz zwei lag Hessen mit 1.711 Erkrankungsfällen pro 100.000 Einwohner. Mecklenburg-Vorpommern mit 1.702, Hamburg mit 1.666 und Rheinland-Pfalz mit 1.661 Fällen. In den Bundesländern Berlin, Bremen und Saarland wurden dem Report zufolge weitaus weniger Krebsdiagnosen gestellt.

Grafik anklicken: Die prozentual meisten Betroffenen gab es 2012 in Hessen und Bayern.   (Quelle: Barmer GEK)Grafik anklicken: Die prozentual meisten Betroffenen gab es 2012 in Hessen und Bayern. (Quelle: Barmer GEK)

Bei den Hautkrebsdiagnosen für den schwarzen Hautkrebs lag Hessen mit 541 Fällen je 100.000 Einwohner ganz weit vorne. Baden-Württemberg folgt mit 427 Fällen. In Nordrhein-Westfalen wurden 419 Krebsfälle diagnostiziert. Die wenigsten Krebsfälle wurden in Sachsen, dem Saarland, Berlin und Bremen bekannt.

Experten: Hautkrebsscreening wahrnehmen

"Hautkrebs ist wohl eine der unterschätzten Krebserkrankungen in Deutschland. Offensichtlich sind sich viele Bundesbürger der Gefahr von UV-Strahlung nicht bewusst", so Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK.

Für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren bezahlen die Kassen alle zwei Jahre die Vorsorgeuntersuchung. Allerdings habe in den Jahren 2011 und 2012 zusammen nur knapp ein Drittel der Berechtigten diese Chance auf Früherkennung genutzt, Frauen etwas mehr als Männer, so Schlenker.

Angesichts der steigenden Diagnoseraten forderte die Kasse, die Altersgrenze für die Früherkennung aufzuheben. Auch jüngeren Menschen müssten Zugang zu dem Screening erhalten. Laut Report der Krankenkasse waren im Jahr 2012 rund 48.800 Menschen von Hautkrebsdiagnosen betroffen, die aufgrund ihres Alters nicht am Screening teilnehmen durften. Darunter waren 15.400 Frauen und 8.200 Männer mit einem malignen Melanom.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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