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Familiärer Brustkrebs: Vier Frauen erzählen

ZDF-Doku "37 Grad"  

Brust entfernen oder mit der Krebs-Angst leben?

02.09.2014, 22:45 Uhr | cme/bri

Familiärer Brustkrebs: Vier Frauen erzählen. Miriam nach der vorsorglichen Brust-Entfernung. (Quelle: Harald Schmuck/ZDF)

Miriam nach der vorsorglichen Brust-Entfernung. (Quelle: Harald Schmuck/ZDF)

Das Thema vorsorgliche Brustamputation erscheint für viele befremdlich. Als Angelina Jolie im vergangenen Jahr öffentlich erklärte, sie habe sich beide Brüste entfernen lassen, um ihr Krebsrisiko zu senken, brach sie ein Tabu. Für Nicht-Betroffene ist ein solcher Schritt kaum denkbar. Doch auch hierzulande stehen Frauen vor solch einer Entscheidung. In der Dokumentation "Ein radikaler Schnitt - Überleben mit dem Brustkrebs-Gen" aus der Reihe "37 Grad" hat das ZDF vier von ihnen porträtiert.

Erzählt wird unter anderem die Geschichte von Miriam, die 37 Jahre alt ist, als sie an Brustkrebs erkrankt. Zwei Jahre später finden die Ärzte auch bei ihrer jüngeren Schwester Vanessa einen Tumor. Beide haben die erbliche Variante und damit eine 85-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs wiederkommt. Die Schwestern könnten das Risiko minimieren, indem sie sich Brust und Eierstöcke entfernen lassen. Doch eine solche Entscheidung fällt schwer.

Aus jeder Drüsenzelle kann sich Krebs entwickeln

"Man lebt ständig mit der Angst, dass das wiederkommt", erzählt Miriam in der Reportage. Die heute 41-Jährige hat sich für die Operation entschieden. Für sie war der Schritt von Angelina Jolie ein entscheidender Anstoß, sich operieren zu lassen, wie sie sagt. Die Sendung zeigt sie beim Arzt, der ihr erklärt: "Aus jeder Drüsenzelle kann sich wieder ein Krebs entwickeln." Mit der Operation senkt sie dieses Risiko drastisch. Dabei werden nicht nur beide Brüste entfernt, sondern auch die Eierstöcke. Denn auch das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, ist bei Frauen mit familiärer Vorbelastung drastisch erhöht.

Die Brust wird mit Implantaten wieder aufgebaut. Durch die Entfernung der Eierstöcke können allerdings die Wechseljahre früher einsetzen.

Das Kamerateam begleitete die beiden Schwestern auch noch nach Miriams OP. Sie erzählt, dass sie froh sei, sich für die Operation entschieden zu haben: "Es fühlt sich nicht so gut an wie die eigene Brust. Aber ich bin froh, dass ich es hinter mir habe." Ihre Schwester Vanessa hingegen trifft vor der Kamera keine Entscheidung.

Krebstod der Mutter in Erinnerung

Der Film begleitet ein weiteres Geschwisterpaar: Nicole und Tanja. Sie sind ebenfalls familiär vorbelastet, schon ihre Mutter starb an Brustkrebs. Die 35-jährige Nicole hat sich testen lassen: Sie trägt das Brustkrebs-Gen in sich und hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, eines Tages zu erkranken. Der Film zeigt sie bei der Beratung in der Frauenklinik, wo ihr zu einer Entfernung von Brust und Eierstöcken geraten wird. Sie entscheidet sich für die OP. Der Grund: Sie hat noch den qualvollen Kampf der Mutter gegen den Krebs im Kopf.

Sorge um die Kinder

Anders entscheidet ihre ältere Schwester Tanja: Sie hat sich ein halbes Jahr später testen lassen und bei ihr findet sich dieselbe Genveränderung wie bei ihrer Schwester. Sie erzählt in der Reportage, dass dieses Ergebnis zwar ein Schock für sie war, sie aber auch damit gerechnet habe, seit die Schwester positiv getestet wurde. Sie beschäftigt vor allem, dass sie die genetische Veranlagung auch an ihre beiden Kinder vererbt haben könnte.

Für Tanja kommt eine vorsorgliche Brustentfernung nicht in Frage. Die Reporter zeigen die 40-Jährige, wie sie Pläne für die Zukunft schmiedet: Sie will demnächst mit ihrem Mann ihre Hochzeitsreise nachholen. Sie erzählt vor der Kamera, das sie sich damit abgefunden habe, Krebs zu bekommen und sie hoffe, dass es früh genug für eine Heilung erkannt werde.

Die Reportage hat eindrücklich gezeigt, wie schwierig es ist, angesichts eines Krebsrisiko über einen derartigen Eingriff zu entscheiden und welchen Mut alle vier gezeigten Frauen aufbringen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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