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Lungenkrebs bei Frauen auf dem Vormarsch

Rauchen ist Ursache  

Lungenkrebs führt bei Frauen häufiger zum Tod als Brustkrebs

05.02.2015, 10:25 Uhr | AFP

Lungenkrebs bei Frauen auf dem Vormarsch. Lungenkrebs bei Frauen auf dem Vormarsch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/dpa )

Frauen sind aus verschiedenen Gründen anfälliger für Rauchen und die Folgeerkrankung Lungenkrebs. (Quelle: dpa /Thinkstock by Getty-Images)

Lange Zeit war Brustkrebs die Krebserkrankung, die die meisten Todesfälle bei Frauen nach sich zog. Mittlerweile macht Medizinern vor allem der Lungenkrebs Sorgen. Gerade bei Frauen hat er in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In den Industriestaaten führt Lungenkrebs bei Frauen statistisch gesehen am häufigsten zum Tod. Das berichten Wissenschaftler in einem Report, der anlässlich des Weltkrebstags veröffentlicht wurde.

2012 sind in den Industriestaaten rund 210.000 Frauen an Lungenkrebs gestorben - gefolgt von Brust- (198.000) und Dickdarmkrebs (158.000), so die aktuellen Zahlen aus dem gemeinsamen Report der American Cancer Society und der International Agency for Research on Cancer. In Deutschland verzeichnen die Statistiken für die letzten 30 Jahre ein Plus von 180 Prozent: 1983 starben 5491 Frauen an Lungenkrebs, 2013 waren es 15.370.

Die Sterblichkeitskurve von Lungenkrebs steigt steil an

Obwohl noch keine aktuellen Zahlen für die Jahre 2013 und 2014 vorliegen, gehen die Heidelberger Krebsforscher davon aus, dass auch in Deutschland Lungenkrebs unter den Tumorleiden mittlerweile die Haupttodesursache bei Frauen ist - und nicht mehr Brustkrebs.

Rauchen ist die Hauptursache für bösartige Lungentumore. "Die jetzige Generation, die an Lungenkrebs verstirbt, hat vor etwa 30 bis 40 Jahren mit dem Rauchen begonnen - meistens im Alter von 14, 15 Jahren", sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Die Lungenkrebs-Zahlen spiegeln Entwicklungen im Rauchverhalten wider

In Staaten wie den USA oder Großbritannien, in denen bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts sehr viele Menschen zum Glimmstängel griffen, sind die Lungenkrebs-Mortalitäten der Männer heute abnehmend und bei den Frauen stagnierend. In Ländern wie Spanien oder Ungarn gab es den Höhepunkt des Tabak-Trends erst später: Hier seien die Mortalitätszahlen bei den Männern sinkend, bei den Frauen steigend, heißt es in dem Bericht.

Experten sehen diese Entwicklung mit Sorge. "Der Trend wird weitergehen, solange es nicht gelingt, die Frauen in den mittleren Lebensjahren dazu zu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören", sagt Pötschke-Langer vom DKFZ.

Frauen reagieren sensibler auf Gifte im Tabakrauch

Im Vergleich zu Männern seien Frauen aus verschiedenen Gründen anfälliger für Rauchen und die Folgeerkrankung Lungenkrebs, sagt Pötschke-Langer. "Die Frauen bleiben - wenn sie einmal mit dem Rauchen angefangen haben - fast jahrzehntelang stabil in ihrem Verhalten." Auch die Menge an Zigaretten sei hierbei problematisch.

"Je mehr geraucht wird, desto mehr wird auch gestorben. Das betrifft Frauen genauso wie Männer", sagt die Medizinerin. Jedoch müssten Frauen offensichtlich weniger rauchen, um Lungenkrebs zu bekommen. "Sie reagieren sensibler auf die krebserzeugenden Stoffe und andere Gifte im Tabakrauch als Männer."

In dem Report weisen die Forscher auch auf weitere Krebs-Zahlen, Entwicklungen und Risiken hin: So sind 2012 weltweit schätzungsweise 14,1 Millionen Menschen neu an Krebs erkrankt, die Zahl der Krebstoten lag in dem Jahr bei 8,2 Millionen.

Zukünftig werden noch mehr Menschen an Krebs sterben

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Zukunft noch mehr Menschen an Krebs erkranken und sterben werden. Zum einen, weil die Weltbevölkerung wächst und altert. Zum anderen, weil mit dem wirtschaftlichen Wachstum und der Verstädterung in weiten Teilen der Welt auch Risikofaktoren für Krebs hinzu kommen - etwa Übergewicht, Rauchen und weniger Bewegung.

"Ein erheblicher Teil der weltweiten Krebsleiden könnte durch bereits bestehendes Wissen zur Kontrolle von Krebs verhindert werden", schreiben die Forscher. Dazu zählten Maßnahmen wie Tabak-Kontrolle, Impfungen zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs, frühe Diagnosen sowie Förderung von Sport und gesunder Ernährung.

Bei der Prävention von Lungenkrebs könne man in Deutschland zumindest bereits bei den Jüngeren Erfolge verbuchen, sagt die DKFZ-Expertin Pötschke-Langer. "Deutlich weniger Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren fangen mit dem Rauchen an. Die große Hoffnung besteht darin, dass diese Generation auch gar nicht anfängt."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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