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Brustkrebs: Forscher entwickeln neuen Bluttest - doch dieser hat auch Schattenseiten

Hoffnung bei Brustkrebs?  

Bluttest soll Krebs fünf Jahre vor Ausbruch erkennen

21.04.2015, 17:59 Uhr

Brustkrebs: Forscher entwickeln neuen Bluttest - doch dieser hat auch Schattenseiten. Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der das Brustkrebsrisiko voraussagen soll.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der das Brustkrebsrisiko voraussagen soll. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Studie erregt Aufsehen in der Fachwelt: Dänische Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der mit 80-prozentiger Sicherheit Brustkrebs erkennen soll – bis zu fünf Jahre vor seiner Entstehung. Doch was Frauen auf den ersten Blick Hoffnung macht, hat seine Schattenseiten. Wir haben eine Krebsexpertin nach den Risiken gefragt, die solch ein Test mit sich bringt.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Früh erkannt stehen die Heilungschancen der bösartigen Tumoren gut. "Je früher, desto besser", lautet auch das Motto der dänischen Forscher um Professor Rasmus Bro von der Universität Kopenhagen. Der von ihnen entwickelte Bluttest soll krebsrelevante chemische Veränderungen bis zu fünf Jahre vor Ausbruch der Erkrankung erkennen können. Und nicht nur das: Laut den Wissenschaftlern könnte der Test sogar die Mammografie ersetzen.

Bluttest ist noch nicht marktreif

Doch ist das wirklich so einfach? "Nein", sagt Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). "Bevor solch ein Test auf den Markt kommt, müssen noch viele weitere Studien durchgeführt werden." Der Ausgang ist unklar. Klar aber ist: Sollte der Bluttest kommen, wird er nicht nur Hoffnung bringen.

Eine Trefferquote von 80 Prozent bedeutet eine Fehlerquote von 20 Prozent

"Nichts in der Medizin hat nur einen Nutzen. Sie werden immer auch Risiken finden", betont Weg-Remers. Die Krebsexpertin steht dem Test kritisch gegenüber. "Auch wenn die Forscher zum aktuellen Zeitpunkt von einer 80-prozentigen Trefferquote sprechen, bleibt immer noch eine Fehlerquote von 20 Prozent." Das kann entweder dazu führen, dass sich die Frau in falscher Sicherheit wiegt oder zukünftig Angst vor einer bevorstehenden Krebserkrankung hat, die aber möglicherweise gar nicht eintritt.

"Wie auf einem Pulverfass"

Die psychische Belastung, die auf der Frau im Falle einer positiven Diagnose lastet, ist erheblich. "Ab diesem Zeitpunkt fühlen Sie sich wie auf einem Pulverfass", so Weg-Remers. "Denn Sie wissen, dass sich mit großer Wahrscheinlichkeit ein Tumor in Ihrer Brust bilden wird – nur nicht wann." Nicht jede Frau kann damit umgehen. Schlimmstenfalls dreht sich das gesamte Leben um das Erkrankungsrisiko.

Frühes Wissen um das eigene Krebsrisiko belastet

"Davon abgesehen bleibt Ihnen mit der Diagnose nicht viel Handlungsspielraum. Selbst wenn Sie Ihren Lebensstil komplett auf die Vorbeugung des Tumors ausrichten, können Sie Ihr Risiko nicht auf null senken", sagt die Krebsexpertin. "Daneben hätten Sie nur die Möglichkeit, an einem intensivierten Früherkennungsprogramm teilzunehmen oder sich unter Umständen vorbeugend die Brust abnehmen zu lassen."

Eine schwere Entscheidung, wenn man kaum einschätzen kann, ob der Krebs wirklich kommen wird und ob er dann lebensbedrohlich ist. "Eine ähnliche Situation haben Sie schon jetzt bei der Feststellung von Mutationen des Risikogens BRCA-1 und BRCA-2", erklärt Weg-Remers.

Bluttest wird Mammografie nicht ersetzen können

Wer sich für die regelmäßige Krebsvorsorge entscheidet, kommt um die Mammografie und andere Untersuchungsmethoden nicht herum. Macht das frühe Wissen dann überhaupt Sinn? Laut der Expertin sollte die Forschung in eine andere Richtung gehen: "Was meines Erachtens wichtig ist, wären Marker, die frühzeitig und zuverlässig erkennen, ob ein bereits gewachsener Tumor bösartig-aggressiv ist, also lebensbedrohlich für die Frau werden kann. Dies könnte helfen, unnötige Eingriffe zu vermeiden."

Richtig informieren ist das A und O

Doch bis die Forschung soweit ist, rät die Expertin den Frauen, sich ausführlich über das Thema Mammografie zu informieren. "Erst dann kann man eine Entscheidung für oder gegen diese Art der Untersuchung treffen", so ihre Meinung.

Wer sich dafür entscheidet, hat zwar die Chance, dass der Brustkrebs frühzeitig erkannt und behandelt wird, er muss aber auch mit dem Risiko einer falschen Diagnose und weiteren Untersuchungen rechnen. Wer sich dagegen entscheidet, geht das Risiko ein, dass ein aggressiver Brustkrebs erst sehr spät entdeckt wird. "Bei Krebs gibt es häufig nicht die eine richtige Entscheidung. Das ist immer eine ganz individuelle Sache", weiß Weg-Remers.

Einmal im Monat die Brust abtasten

Die Expertin empfiehlt allen Frauen, einmal im Monat die Brust abzutasten, um Veränderungen frühzeitig zu bemerken. "Spüren Sie eine Verdichtung des Gewebes, verändert sich die Brustwarze, kommt es zu Absonderungen oder zeigt die Brust plötzlich eine andere Hautstruktur, sollten Sie das schnellstmöglich abklären lassen."

Zudem kann ein gesunder Lebensstil das Erkrankungsrisiko senken. "Rauchen Sie nicht, trinken Sie nur sehr wenig Alkohol, vermeiden Sie Übergewicht und achten Sie auf ausreichend Bewegung", lautet ihr abschließender Rat.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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