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Krebs-Risiko: Akademiker erkranken häufiger an Gehirntumoren

"Nicht einfach zu erklären"  

Akademiker bekommen häufiger Gehirntumore

08.06.2017, 10:28 Uhr | AFP, t-online.de, jb

Krebs-Risiko: Akademiker erkranken häufiger an Gehirntumoren. Krebsrisiko steigt wohl mit Uni-Abschluss. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Krebsrisiko steigt wohl mit Uni-Abschluss. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hirntumore treten bei Akademikern deutlich häufiger auf als bei Menschen mit geringerer Bildung. Diese Erkenntnis stellt selbst die Macher einer aktuellen Studie vor Rätsel. 

Dieses Ergebnis erbrachte eine Studie eines internationalen Forscherteams, die im Fachblatt "Journal of Epidemiology" veröffentlicht wurde. Der Hauptautor der Studie, Amal Khanolkar vom Londoner Institute of Child Care, sagte, es handle sich um ein "überraschendes Ergebnis, das nicht einfach zu erklären ist".

Krebsforscher erstellen Studie über Gehirntumore

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Hirntumor-Risiko bei Menschen mit mindestens dreijähriger Universitätsbildung 19 Prozent über dem Risiko jener Menschen liegt, die bereits nach neun Jahren die Schule verlassen haben. Bei Frauen liegt das Risiko sogar um 23 Prozent höher.

Für die Studie werteten die Forscher die Krankenakten von 4,3 Millionen Menschen in Schweden aus den Jahren zwischen 1993 und 2011 aus. Sie konzentrierten sich dabei auf drei unterschiedliche Arten von Hirntumoren und den Bildungsstand der betroffenen Patienten.

Keine Erklärung für höheres Risiko der Gliom-Tumore

Bei allen drei untersuchten Tumorarten lag das Erkrankungsrisiko bei Akademikern höher als bei Patienten mit geringerer Bildung. Am ausgeprägtesten war dieser Zusammenhang bei den besonders gefährlichen Gliom-Tumoren, die meist zum Tod führen.

Eine Erklärung für diesen Zusammenhang lieferten die Forscher nicht. Möglich seien Umweltfaktoren oder Lebenswandel der Patienten, was aber nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung gewesen sei, sagte Khanolkar.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem der gefürchteten Gliom-Tumore zu erkranken, ist ohnehin gering - ungeachtet des Bildungsstands. Bei Menschen mit geringerer Bildung dokumentierten die Wissenschaftler fünf Fälle pro 3000 Menschen. Bei Akademikern waren es sechs pro 3000.

Forschung geht weiter

Besonders bei der medikamentösen Behandlung von Patienten mit Hirntumoren können die Forscher nach und nach Erfolge vermelden. Auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2017 stellte das Team um Prof. Achim Kaufhold, Chief Medical Officer von Basilea, eine erfolgreich erscheinende Behandlugnsmethode vor: "Im Vergleich zum zuvor untersuchten Behandlungsschema, einer 2-Stunden-Infusion einmal pro Woche, bietet die einmal tägliche orale Gabe ein verbessertes therapeutisches Fenster. Wir erwarten, die Dosis-Eskalation in unseren Studien mit einmal täglicher oraler Gabe sowie wöchentlicher kontinuierlicher Infusion über 48 Stunden bei Patienten mit soliden Tumoren dieses Jahr abzuschliessen", erklärte Kaufhold.

Hirntumore sind weit verbreitet

Die häufigste Art von Hirntumoren sind Meningeome. Laut dem Medizinportal "medonline.at" erkranke "jede hundertste Person an einem zumeist asymptomatischen, kleinen ungefährlichen Meningeom." Häufig bleibt diese Art von Hirntumoren allerdings unentdeckt, da sie keine Symptome zeigen. Andere wiederum verursachen Kopfschmerzen, Übelkeit und sogar Krampfanfälle. Es ist daher ratsam, länger anhaltende Krankheitsymptome untersuchen zu lassen und die empfohlenen "Check-ups" zur Gesundheitsvorsorge wahrzunehmen, um gegebenenfalls rechtzeitig reagieren zu können.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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