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Krebs – Mediziner alarmiert: "Tsunami an Erkrankungen"

Mediziner alarmiert  

Forscher befürchten "Tsunami an Krebserkrankungen"

31.07.2019, 08:38 Uhr | dpa, agr

Krebs – Mediziner alarmiert: "Tsunami an Erkrankungen". Illustration krebskranker Blutkörperchen: Forscher befürchten eine Zunahme von Krebserkrankungen. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Science Photo Library)

Illustration krebskranker Blutkörperchen: Forscher befürchten eine Zunahme von Krebserkrankungen. (Symbolbild) (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Die Zahl der Krebserkrankungen wird erheblich zunehmen – sowohl in Deutschland als auch weltweit. Das befürchten Mediziner. Besonders ärmere Länder haben mit der Zunahme zu kämpfen. 

Mediziner vom Deutschen Krebsforschungszentrum befürchten für die Zukunft eine Zunahme von Krebserkrankungen vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. "Es ist nicht übertrieben davon zu reden, dass wir einen Tsunami an Krebserkrankungen vor uns haben", sagte der Vorstandschef des Zentrums, Michael Baumann, am Montag in Dresden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit Sitz in Heidelberg will in Dresden eine Außenstelle errichten.

Baumann erwartet, dass auch in Deutschland die Zahl der Neuerkrankungen zunehmen wird – von derzeit 500.000 pro Jahr auf 600.000 im Jahr 2030. Der DKFZ-Chef führt das nicht nur auf die demografische Entwicklung zurück, sondern auch auf den Lebensstil.

Prävention und Früherkennung wichtig

"Wir brauchen sehr viel mehr Forschung, wir brauchen neue Erkenntnisse zu Krebserkrankungen", sagte Baumann. Man habe viel gelernt, könne vieles aber auch noch nicht verstehen. Innovationen sollen in drei Strategien münden. Punkt eins sei dabei die Prävention. Bis zu 40 Prozent aller Krebserkrankungen könnten Baumann zufolge vermieden werden, wenn die Menschen all das unterlassen würden, was zu einer solchen Erkrankung führe. Ferner gehe es um Früherkennung, bis zu 70 Prozent aller Todesfälle könnten so vermieden werden. 

Schließlich gehe es um eine verbesserte Behandlung, sagte Baumann. Das geschehe heute sehr personalisiert. Krebs sei eine sehr unterschiedliche Erkrankung, deshalb brauche man für einzelne Patienten eine zielgerichtete Therapie. Es gelte, die rasant zunehmenden technologischen und datenwissenschaftlichen Methoden für die Forschung und Behandlung zu nutzen. Der Zuwachs an Informationen auch zu seltenen Tumorerkrankungen müsse dort verfügbar sein, wo sie gebraucht würden.

Zweithäufigste Todesursache in Deutschland

Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs immer noch die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Ein Großteil der Krebserkrankten stirbt nicht auf Grund der Primärtumore sondern wegen Metastasen. Das bedeutet: Auch wenn ein Tumor behandelt wird, kann der Krebs auch Jahre nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung zurückkehren. 



Gesundheitsminister Jens Spahn hatte Anfang des Jahres für Kontroversen gesorgt, als er äußerte, dass Krebs in zehn bis 20 Jahren heilbar sein würde. Experten stellten schon damals die Wahrscheinlichkeit der Prognose in Frage. "Wir werden aus vielen akuten Krebserkrankungen chronische machen können, aber 'besiegen' im Sinne von gar keinen Krebs mehr haben, das halte ich für unrealistisch.", sagte damals Bernhard Wörmann, Krebsmediziner an der Charité in Berlin.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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