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Krebsfrüherkennung: Neuer Bluttest soll über 20 Krebsarten diagnostizieren

Forschung  

Neuer Bluttest soll über 20 Krebsarten diagnostizieren

19.12.2019, 12:05 Uhr
Krebsfrüherkennung: Neuer Bluttest soll über 20 Krebsarten diagnostizieren. Patientin bei der Blutabnahme: Blutwerte können Hinweise auf Krebs geben. (Quelle: Getty Images/kzenon)

Patientin bei der Blutabnahme: Blutwerte können Hinweise auf Krebs geben. (Quelle: kzenon/Getty Images)

Krebs wird oft erst entdeckt, wenn er schon jahrelang im Körper wuchern konnte. Ein neu entwickeltes Verfahren soll helfen, Tumorzellen mehrerer Krebsarten frühzeitig aufzuspüren. Doch der Test hat seine Schwachstellen in punkto Genauigkeit. 

US-amerikanische Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der Krebs früher erkennen soll. In einer Studie konnte der Test mehr als 20 Krebsarten diagnostizieren und lokalisieren. Die Genauigkeit ist jedoch stark abhängig vom Stadium der Erkrankung.  

So funktioniert der Bluttest

Der Bluttest verwendet eine Next-Generation-Sequencing-Technologie (NGS). Dabei wird die DNA des Menschen auf winzige chemische Markierungen untersucht, die Einfluss darauf haben, ob Gene aktiv oder inaktiv sind.

Vereinfacht formuliert: Wenn Krebszellen beim Absterben in die Blutbahn übergehen, kann der Test dies in vielen Fällen erkennen. Dabei ist das Ursprungsorgan beziehungsweise -gewebe weitgehend lokalisierbar.

Über 3.000 Probanden wurden untersucht

In der Studie wurden 3.583 Personen untersucht – davon 2.053 Gesunde sowie 1.530 Krebspatienten. Die Proben umfassten mehr als 20 Krebsarten, darunter:

  • Brustkrebs
  • Darmkrebs
  • Speiseröhrenkrebs
  • Gallenblasenkrebs
  • Magenkrebs
  • Lungenkrebs
  • Eierstockkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs

Den Wissenschaftlern zufolge erkannte der Test bei 76 Prozent aller Krebsfälle, die ein hohes Sterblichkeitsrisiko hatten. Innerhalb dieser Gruppe lag die Testgenauigkeit bei Patienten mit Krebs im Stadium eins bei 32 Prozent, im Stadium zwei bei 76 Prozent, im Stadium drei bei 85 Prozent und bei Stadium vier bei 93 Prozent. Das heißt: Je weiter der Krebs fortgeschritten war, desto sicherer war die Diagnose. 

Wurde Krebs erkannt, war es den Forschern mittels Bluttests in 89 Prozent der Fälle sogar möglich, den Tumor beziehungsweise die Krebszellen genau zu lokalisieren.

Ergebnisse der Studie schwer einzuschätzen

Die Forscher Dana-Farber Cancer Institute in Boston äußern sich euphorisch über das Ergebnis der Untersuchung. Ihrer Meinung nach könnte das frühzeitige Erkennen häufig auftretender Krebserkrankungen dazu führen, dass viele Patienten eine wirksamere Behandlung erhalten. "Die Ergebnisse der neuen Studie zeigen, dass solche Tests ein praktikables Mittel sind, um Menschen auf Krebs zu untersuchen", sagt der Hauptautor der Studie, Dr. Geoffrey Oxnard. 

Dennoch hat die Studie erheblich Schwachstellen. Denn lediglich bei stark fortgeschrittenen Krebserkrankungen im Stadium vier kann man von einer relativ genauen Diagnose (93 Prozent) sprechen. Für Erkrankungen im Frühstadium ist der Test dagegen als Diagnosemittel nicht geeignet. 

Das Thema Bluttest ist in der Krebsforschung keineswegs neu. Erst Anfang des Jahres hatte eine umstrittene PR-Kampagne für einen Brustkrebs-Bluttest am Heidelberger Uniklinikum einen Skandal ausgelöst. Wie sich später herausstellte, war der als Sensation verkündetet Bluttest noch gar nicht marktfähig.

Verwendete Quellen:
  • Mitteilung des Dana-Farber Cancer Institute
  • Eigene Recherche

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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