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Diese Modelle der Adoption gibt es in Deutschland

Von dapd, dpa
19.02.2013Lesedauer: 2 Min.
Adoption: Homosexuelle Paare dürfen künftig ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren.
Homosexuelle Paare dürfen künftig ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Wer darf ein Kind adoptieren und welche Modelle der Adoption gibt es? Das Adoptionsrecht in Deutschland sieht verschiedene Modelle vor. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Adoptionsrecht für homosexuelle Paare gibt es einige Änderungen. Hier ist ein Überblick:

Einzeladoption

Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind nur allein annehmen. Grundsätzlich ist eine Adoption durch einen Einzelnen möglich, wenn sie dem Wohl des Kindes dient - unabhängig von der sexuellen Orientierung des Adoptierenden. In der Regel haben es Alleinstehende bei der Vermittlung aber deutlich schwerer als Ehepaare, zumal es ohnehin mehr Adoptionswillige gibt als Kinder, die zur Adoption freigegeben sind.

Gemeinschaftliche Adoption

Ehepaare können ein Kind nur gemeinschaftlich annehmen. Schwule und lesbische Lebenspartner haben diese Möglichkeit nach dem Gesetz nicht. Ob diese Benachteiligung gegen das Grundgesetz verstößt, ließen die Verfassungsrichter in der Entscheidung vom 19. Februar offen. Nach den Vorstellungen des Bundesjustizministeriums soll aber bei einer gesetzlichen Neuregelung auch die gemeinschaftliche Adoption für homosexuelle Lebenspartner ermöglicht werden.

Stiefkindadoption

Der häufigste Fall bei Adoptionen: Ein Ehe- oder Lebenspartner nimmt das leibliche Kind seines Partners zusätzlich als Adoptivkind an. Die Stiefkindadoption ist in Deutschland für Ehepaare und für homosexuelle Lebenspartner möglich.

Sukzessivadoption

Einer der Partner hat ein Kind adoptiert, der andere will es zusätzlich adoptieren. Dies ist seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht länger nur für heterosexuelle Ehepaare, sondern auch für schwule und lesbische Lebenspartner erlaubt.

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Adoptionsrecht für homosexuelle Paare

Das bis dahin geltende Verbot für Homosexuelle, ein Adoptivkind ihres eingetragenen Lebenspartners ebenfalls zu adoptieren, sei verfassungswidrig, entschieden die Karlsruher Richter. Es verletze die betroffenen Kinder und Lebenspartner in ihrem Grundrecht auf Gleichbehandlung. Nach vorheriger Rechtslage war für schwule und lesbische Paare nur die Stiefkindadoption möglich, nicht aber die Sukzessivadoption oder die gemeinsame Adoption eines fremden Kindes.

Die Bundesregierung hat offen gelassen, ob sie nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften ein generelles Adoptionsrecht einführen will. Bis zum 30. Juni 2014 muss eine verfassungsgemäße Regelung getroffen werden. Doch schon jetzt ist die Sukzessivadoption auch für eingetragene Lebenspartnerschaften möglich.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow
BundesverfassungsgerichtDeutschland

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