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Potenz: Haarwuchsmittel schwächt Libido

Haarwuchsmittel können Potenz mehrere Jahre schwächen

23.03.2011, 11:02 Uhr | jlu

Potenz: Haarwuchsmittel schwächt Libido. Potenz: Haarwuchsmittel mit Finasterid können Ursache für Erektionsprobleme sein. (Foto: imago)

Haarwuchsmittel können die Potenz gefährden. (Foto: imago)

Volles Haar oder lieber Potenz: Geht es nach einer US-Studie, müssen sich viele Männer für eine der beiden Optionen entscheiden. Dies gilt zumindest für Herren, die zu Haarwuchsmitteln mit dem Inhaltsstoff Finasterid greifen. Wissenschaftler der George Washington University Medical School haben herausgefunden, dass diese Präparate bei fast allen Männern zu Erektionsproblemen führen. Was die Libido noch gefährden kann, lesen Sie hier: Die größten Potenz-Killer.

Potenz für 40 Monate geschwächt

Für ihre Studie untersuchten die Forscher 71 Männer zwischen 21 und 46 Jahren. Alle Probanden waren gesund und nahmen durchschnittlich 28 Monate lang Haarwuchsmittel mit Finasterid. Bei 94 Prozent der Studienteilnehmer stellten die Mediziner einen verminderten Sexualtrieb fest. Fast genauso viele Männer litten unter erektiler Dysfunktion oder entwickelten andere Potenzprobleme. Schwierigkeiten beim Orgasmus hatten 70 Prozent der Beteiligten. Besonders schlimm: Die Potenzprobleme blieben bis zu 40 Monate bestehen - auch nach dem Absetzen des Haarwuchsmittels. Das vollständige Studienergebnis ist im "Journal of Sexual medicine" erschienen.

Finasterid stört Testosteronhaushalt

Finasterid ist eine hormonähnliche Substanz, die als Arzneistoff zur Bekämpfung des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern eingesetzt wird. Es hemmt die Umwandlung des Sexualhormons Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) und fördert so den Haarwuchs. Doch die die schöne Haarpracht hat ihren Preis: Der Eingriff in den Testosteronstoffwechsel schwächt bei vielen Männern die Potenz. Umgekehrt gilt: Setzt man das Haarwuchsmittel wieder ab, verschwinden die Potenzprobleme. Dafür fallen die Haare erneut aus. Finasterid-Präparate können nur vom Arzt verschrieben werden.

Diabetes und Stress erhöhen Impotenz-Risiko

Doch nicht nur Haarwuchsmittel können der Potenz schaden. Im Gegenteil: In den meisten Fällen stecken hinter Impotenz organische oder psychische Ursachen. Zu letzteren zählen unter anderem Stress, Depressionen, Leistungsdruck und berufliche oder familiäre Probleme. Diese Faktoren führen vor allem bei jüngeren Männern zu Erektionsstörungen. Bei Älteren sind Erektionsprobleme meist körperlich bedingt. So gehören Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen zu den häufigsten Auslösern. Was viele nicht wissen: Körperliche und psychische Risikofaktoren können zusammenwirken und sich sogar gegenseitig verstärken. Wer zum Beispiel wegen Diabetes Erektionsprobleme hat, kann Versagensängste entwickeln, die sich ebenfalls negativ auf die Erektionsfähigkeit auswirken.

Kurzfristige Erektionsprobleme sind nicht schlimm

Doch wann genau hat ein Mann Potenzprobleme? Laut der Deutschen Gesellschaft für Urologie liegt eine Erektionsstörung vor, wenn in den vergangenen sechs Monaten mehr als 70 Prozent der versuchten Geschlechtsakte nicht stattfinden konnten, weil sich der Penis nicht ausreichend oder nicht lange genug versteifte. Vorübergehende Probleme sind in der Regel also nicht schlimm. Gleiches gilt für die nachlassende Potenz im Alter, diese ist normal. Eine erektile Dysfunktion kann sich aber auch an anderen sexuellen Beschwerden zeigen: Ein vorzeitiger Samenerguss, ein Samenerguss ohne Orgasmus oder fehlende Lust auf Sex sind weitere Formen.

Viagra bekämpft nicht die Ursachen

Auch wenn Erektionsprobleme vielen Männern peinlich sind und sie nicht darüber sprechen möchten, sollten sie zum Arzt gehen. Am besten ist es, einen Urologen oder Andrologen aufzusuchen. Denn hinter Impotenz stecken oft andere Ursachen, zum Beispiel ernste organische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Arteriosklerose. Nur Viagra zu schlucken, bringt dagegen nichts: Die Pillen ermöglichen zwar eine Erektion, bekämpfen aber nicht die Ursachen. Auch wenn die Impotenz das seelische Wohlbefinden oder die Partnerschaft belastet, empfiehlt sich der Gang zum Experten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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