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Pille: Wie riskant ist die Pille wirklich?

Pille  

Wie riskant ist die Pille wirklich?

16.11.2007, 17:27 Uhr | ag

Pille: Mythen rund um die Pille gibt es viele - Was ist wahr und was ist falsch? (Foto: imago)Mythen rund um die Pille gibt es viele - Was ist wahr und was ist falsch?Die Pille macht dick und lustlos. Von Hormonen bekommt man Krebs. Und wer lange hormonell verhütet, bleibt kinderlos. Solche und andere Verhütungs-Gerüchte haben fast alle Frauen schon mal gehört. Kaum ein Medikament ist so verbreitet und gleichzeitig so mit Ängsten behaftet wie die Antibabypille. Nach wie vor ist sie aber das Verhütungsmittel Nummer eins - über 40 Prozent der deutschen Frauen vertrauen auf sie. Dennoch finden sich zur Pille immer wieder neue Berichte und Studien, die in den Medien für Schlagzeilen sorgen und die Frauen stark verunsichern. Einige geben zu denken, bei anderen dagegen handelt es sich um bloße Panikmache. Wir haben die populärsten Pillen-Mythen für Sie unter die Lupe genommen:

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Pille - Lustkiller oder Stimmungsmacher?

Dass die Antibabypille schon nach sechsmonatiger Einnahme die sexuelle Lust von Frauen für den Rest des Lebens zerstören kann, glauben amerikanische Forscher. An der Boston University führten sie unter der Leitung des renommierten Sexualmediziners Irwin Goldstein eine umfangreiche Studie durch. Die Ursache für den Libido-Schwund sehen die Wissenschaftler darin, dass der Pegel des Sexualhormons Testosteron bei regelmäßiger Pilleneinnahme stark sinkt. Das verderbe den Frauen den Spaß am Sex. Zu völlig anderen Ergebnissen kommt eine Studie der italienischen Universität Catania. Hier fanden Sexualwissenschaftler heraus, dass eine Pille mit dem Inhaltsstoff Drospirenon die Libido spürbar ankurbelt. Die Teilnehmerinnen der Studie gaben an, mehr Orgasmen und allgemein besseren Sex zu haben. Zweifelhaft bleibt jedoch, ob allein die Hormone für die Luststeigerung verantwortlich sind. Schließlich spielen die Psyche und die Lebenssituation auch eine große Rolle. Und diese Faktoren sind mit den üblichen Studien nicht objektiv messbar.

Durch Pille mehr Pfunde auf der Waage

Dass die Pille dick macht, ist eine weit verbreitete Aussage. Sie trifft jedoch nur bedingt zu. Tatsächlich gibt es Pillen-Anwenderinnen, die nicht nur mehr Wasser einlagern, sondern auch an Fettgewebe zunehmen. Laut einer Emnid-Umfrage haben 12 Prozent der Frauen die Pille sogar ganz abgesetzt, weil sie zugenommen haben. Die Hormone in der Antibabypille können aber auch den Appetit steigern. Lassen Sie sich in diesem Fall von Ihrem Frauenarzt beraten. Es könnte sein, dass ein anders zusammengesetztes Präparat wie zum Beispiel eine Dreiphasen-Pille oder andere Verhütungsmethoden, etwa die wesentlich niedriger dosierte Hormonspirale, besser vertragen werden. Das gilt auch für Frauen, bei denen die Pille zu Gefühlsschwankungen führt. Oft reicht es auch hier aus, dass der Frauenarzt ein Präparat mit einer anderen Hormonzusammensetzung verschreibt.

Erhöhtes Krebsrisiko ist nicht auszuschließen

Ob die mehrjährige Einnahme der Antibabypille krebsfördernd wirkt, konnte trotz intensiver Forschung bis heute nicht eindeutig erwiesen werden. Es gibt Hinweise auf erhöhte Risiken von Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Leberkrebs. Grundlage hierfür ist eine Studie der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC in Lyon. Insgesamt werden die Risiken aber als sehr gering eingeschätzt. Neueste Studien geben sogar Hinweise darauf, dass die Pille vor Eierstock- und Gebärmutterschleimhaut-Krebs schützen könnte. Fest steht in jedem Fall, dass die Pille über eine Vielzahl erwünschter Nebenwirkungen verfügt. So wird sie häufig bei Akne, Haarausfall oder übermäßiger Behaarung erfolgreich eingesetzt. Auch bei manchen Formen der Regelbeschwerden kann sie Erleichterung verschaffen und sogar zur Rückbildung bestimmter Eierstock-Zysten führen.

Gefährliches Duo: Rauchen und Pille

Vor allem Raucherinnen sollten eine andere Verhütungsmethode wählen - insbesondere ab Mitte Dreißig. Denn in der Kombination von Pille und Zigaretten steckt ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Grund: Zum einen verengt das Rauchen die Gefäße. Zum anderen fließt das Blut schlechter. Aus diesem Grund sollte auch bei zu hohem Blutdruck, hohen Blutfettwerten oder familiärer Thromboseneigung über eine andere Verhütungsform nachgedacht werden. Auch starkes Übergewicht ist ein Grund, auf eine andere Verhütungsmethode umzusteigen. Anderenfalls ist der Empfängnisschutz nicht mehr gewährleistet.

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