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Verhütung: Viele Mittel zur Verhütung sind nur Wenigen bekannt

Verhütung  

Alternativen zur Pille sind wenig bekannt

09.11.2006, 11:57 Uhr | ag

Verhütung: Alternative Mittel zur Verhütung, wie der Vaginalring, sind nur Wenigen bekannt.  (Foto: imago)Alternative Mittel zur Verhütung, wie der Vaginalring, sind nur Wenigen bekannt. (Foto: imago)Nie war die Auswahl an Verhütungsmitteln so groß wie heute. Das Wissen darüber, wie die einzelnen Methoden funktionieren, ist jedoch gering. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Knowledge & Awareness", für die das Meinungsforschungsinstitut TNS NIPO Healthcare 7.000 Frauen zwischen 16 und 40 Jahren befragt hat. Zwar kennen fast alle Frauen die Pille, das Verhütungsmittel Nummer eins. Neuere Methoden der hormonellen Verhütung wie Verhütungs-Stäbchen, -Pflaster oder der Vaginalring sind aber nur 13 Prozent bekannt. Noch dramatischer: Über die Hälfte dieser Gruppe kann die Frage nach der Sicherheit dieser Methoden nicht richtig beantworten.

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Hormonelle Verhütung Pille, Spirale, Implantat & Co.
Mechanische Verhütung Kondom, Diaphragma, Femidom & Co



Die richtige Methode für jeden Lebensstil

Die Umfrage ergab ebenfalls, dass viele Frauen nicht wissen, dass weniger Hormone nicht weniger Sicherheit bedeuten. Das gilt etwa für den Verhütungsring, der wie ein Tampon in die Scheide eingeführt wird. Dort setzt er kontinuierlich eine niedrige Hormonmenge frei und schützt einen Monat so sicher wie die Pille vor einer Schwangerschaft. Ob diese Methode eine Alternative darstellt, muss jedoch jede Frau für sich selbst entscheiden. "Bei der Wahl des Verhütungsmittels spielen zahlreiche Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Lebensumstände eine wichtige Rolle", erklärt Dr. Ruth Eichmann von Pro Familia in Frankfurt. Folgendes gilt am Anfang zu klären: Lässt mein Tagesablauf eine regelmäßige Pilleneinnahme zu? Schaffe ich es, in der Liebesnacht ein Kondom richtig anzuwenden? Frauen, die häufig auf Dienstreise sind, sollten besser keine Mini-Pille benutzen, da diese äußerst pünktlich eingenommen werden muss. Eine Alternative stellen für sie möglicherweise das Hormon-Implantat oder das Pflaster dar.

Indikator für sichere Verhütung

Über die Zuverlässigkeit des Empfängnisschutzes informiert der Pearl-Index. Er misst, wie viele von hundert Frauen während eines Jahres bei Anwendung einer bestimmten Verhütung schwanger werden. Je kleiner der Wert ist, desto sicherer ist die Methode. Das Kondom beispielsweise gilt mit Pearl-Index 2 bis 12 als sehr zuverlässig. Seine Gebrauchssicherheit allerdings liegt nur bei 25 bis 30. Das heißt: Durch unsachgemäße Anwendung können im Jahr bis zu 30 von 100 Frauen, deren Partner beim Sex ein Präservativ benutzt haben, schwanger werden.

Pannenhilfe bei Unfällen

Um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, sind Information und individuelle Beratung unerlässlich. Diese kann beim Frauenarzt stattfinden, aber auch Pro Familia bietet Sprechstunden und Informationsmaterial zum Thema Verhütung an. Wenn trotzdem einmal etwas schief gegangen ist, bleibt als Pannenhilfe jedoch immer noch die rezeptpflichtige "Pille danach". Ist das Kondom geplatzt oder das Diaphragma verrutscht, sollte sie möglichst bald geschluckt werden. "Ihre Wirksamkeit liegt sehr hoch bei 96 Prozent, vorausgesetzt sie wird nicht später als 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen", so Eichmann. Was viele nicht wissen: Neben der Pille danach gibt es auch noch die Spirale danach. Eichmann: "Bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr kann sie vom Frauenarzt eingesetzt werden und verhindert ebenfall mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Schwangerschaft."



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