Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben > Sexualität >

Pille: Die populärsten Mythen rund um die Pille

Pille  

Schneller joggen ohne Pille?

22.12.2009, 17:09 Uhr | ag

Pille: Es gibt viele Mythen rund um die Pille - Joggt man durch sie wirklich langsamer?  (Foto: imago)Es gibt viele Mythen rund um die Pille - Joggt man durch sie wirklich langsamer? Die Pille ist das Verhütungsmittel Nummer eins - über 40 Prozent der deutschen Frauen vertrauen auf sie. Wenn es um mögliche Nebenwirkungen der Hormonkügelchen geht, herrscht jedoch Unsicherheit. So kursiert in Sportlerkreisen das Gerücht, dass Joggerinnen ohne Pille schneller laufen. Die Vermutung ist nicht abwegig. Bei manchen Frauen führt das in der Pille enthaltene Hormon Östrogen nämlich zu Wassereinlagerungen im Körper. Diese können das Gewicht um zwei bis drei Kilo steigen lassen. Das wirkt sich auch auf die Sportlichkeit aus. Aber was ist mit den anderen Gerüchten, die rund um die Pille kursieren: Beeinträchtigt sie die Liebeslust, macht sie unfruchtbar und hilft sie wirklich bei Akne? Wir haben die populärsten Mythen unter die Lupe genommen:

Wahr oder falsch? Zwölf Gerüchte rund um die Antibabypille
Online-Quiz Verhüten Sie auch richtig?


Pille nicht unbedingt ein Dickmacher

Dass die Pille dick macht, ist eine weit verbreitete Aussage. Laut einer Emnid-Umfrage haben 12 Prozent der Frauen die Pille sogar ganz abgesetzt, weil sie zunahmen. Östrogenbedingte Wassereinlagen sind hierfür die Hauptursachen. Allerdings gibt es mittlerweise Mikropillen auf dem Markt, die entwässernd wirken und so eine Gewichtszunahme verhindern. Zudem gibt es so genannte Minipillen, die nur Gestagene, aber keine Östrogene enthalten. Doch auch sie haben ihre Schattenseiten: "Auch bei Gestagen können Nebenwirkungen auftreten", warnt Katharina Rohmert von der Pro Familia-Beratungsstelle in Frankfurt. Zu diesen gehörten beispielsweise Hautprobleme, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und sexuelle Unlust. "Bei der hormonellen Verhütung ist letztlich alles ein Ausprobieren", resümiert die Medizinerin. Gemeinsam mit dem Arzt sollte eine Frau daher die Vor- und Nachteile individuell abwägen, bevor sie sich für eine bestimmte Pille entscheidet.

Schwanger schon in den ersten Zyklen

Wer glaubt, dass die Fruchtbarkeit unter der Pille leidet, liegt falsch. Normalerweise stellt sich das Baby-Glück bereits in den ersten drei Zyklen nach Absetzen der Pille ein. Das zeigt die Studie der Universität Frankfurt: Von den 652 Teilnehmerinnen wurden 613 Frauen gewollt schwanger. Dabei spielte es keine Rolle, wie lange die Frauen vorher die Pille nahmen. Auch das Alter spielt eine untergeordnete Rolle: Die 16- bis 18-jährigen Frauen wurden im Schnitt nach 2,4 Zyklen schwanger, bei den 30- bis 34-jährigen Teilnehmerinnen klappte es nach 3,9 Zyklen. Schlechter stehen die Chancen dagegen bei anderen hormonellen Verhütungsmethoden laut dem Bundesverband der Frauenärzte. So kann es bei der Dreimonatsspritze bis zu drei Jahre dauern, bis wieder regelmäßig Eisprünge stattfinden. Ein weiterer Mythos der sich um Pille rankt: Sie soll die Liebeslust beeinträchtigen.

Pille - Lustkiller oder Stimmungsmacher?

Dass die Antibabypille schon nach sechsmonatiger Einnahme die sexuelle Lust von Frauen für den Rest des Lebens zerstören kann, glauben amerikanische Forscher. An der Boston University führten sie unter der Leitung des renommierten Sexualmediziners Irwin Goldstein eine umfangreiche Studie durch. Die Ursache für den Libido-Schwund sehen die Wissenschaftler darin, dass der Pegel des Sexualhormons Testosteron bei regelmäßiger Pilleneinnahme stark sinkt. Das verderbe den Frauen den Spaß am Sex. Zu völlig anderen Ergebnissen kommt eine Studie der italienischen Universität Catania. Hier fanden Sexualwissenschaftler heraus, dass eine Pille mit dem Inhaltsstoff Drospirenon die Libido spürbar ankurbelt. Die Teilnehmerinnen der Studie gaben an, mehr Orgasmen und allgemein besseren Sex zu haben. Zweifelhaft bleibt jedoch, ob allein die Hormone für die Luststeigerung verantwortlich sind. Schließlich spielen die Psyche und die Lebenssituation auch eine große Rolle. Und diese Faktoren sind mit den üblichen Studien nicht objektiv messbar.

Erhöhtes Krebsrisiko ist nicht auszuschließen

Ob die mehrjährige Einnahme der Antibabypille krebsfördernd wirkt, konnte trotz intensiver Forschung bis heute nicht eindeutig erwiesen werden. Es gibt Hinweise auf erhöhte Risiken von Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Leberkrebs. Grundlage hierfür ist eine Studie der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC in Lyon. Insgesamt werden die Risiken aber als sehr gering eingeschätzt. Neueste Studien geben sogar Hinweise darauf, dass die Pille vor Eierstock- und Gebärmutterschleimhaut-Krebs schützen könnte. Fest steht in jedem Fall, dass die Pille über eine Vielzahl erwünschter Nebenwirkungen verfügt. So wird sie häufig bei Akne, Haarausfall oder übermäßiger Behaarung erfolgreich eingesetzt. Auch bei manchen Formen der Regelbeschwerden kann sie Erleichterung verschaffen und sogar zur Rückbildung bestimmter Eierstock-Zysten führen.

Gefährliches Duo: Rauchen und Pille

Vor allem Raucherinnen sollten eine andere Verhütungsmethode wählen - insbesondere ab Mitte Dreißig. Denn in der Kombination von Pille und Zigaretten steckt ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Grund: Zum einen verengt das Rauchen die Gefäße. Zum anderen fließt das Blut schlechter. Aus diesem Grund sollte auch bei zu hohem Blutdruck, hohen Blutfettwerten oder familiärer Thromboseneigung über eine andere Verhütungsform nachgedacht werden. Auch starkes Übergewicht ist ein Grund, auf eine andere Verhütungsmethode umzusteigen. Anderenfalls ist der Empfängnisschutz nicht mehr gewährleistet.

Mehr aus Liebe:
Pille, Pflaster oder Kondom Finden Sie die richtige Verhütung
Pearl Index Wie sicher sind Verhütungsmittel?
Pille und Kondome Die beliebtesten Methoden zu Verhütung
Wahr oder falsch? Zwölf Gerüchte rund um die Antibabypille
Pillenmythen Wie riskant ist die Pille wirklich?
Kein Stress Pille Yaz für Vergessliche

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben > Sexualität

    shopping-portal