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Pille: Pille erhöht Thrombosegefahr

Pille  

Thromboserisiko variiert von Pille zu Pille

21.01.2010, 12:02 Uhr | ag

Pille: Pille erhöht Thrombosegefahr. Pille: Das Risiko für Venenthrombosen variiert von Pille zu Pille. (Foto: imago)

Das Risiko für Venenthrombosen variiert von Pille zu Pille. (Foto: imago)

Einige Antibabypillen können das Thromboserisiko von Frauen stark erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommen zwei voneinander unabhängige Studien des Leiden University Medical Center und der Copenhagen University. Die Ergebnisse wurden im "British Medical Journal" veröffentlicht. Die Untersuchungen zeigten, dass besonders die so genannten Kombinationspräparate, die sowohl das Hormon Östrogen als auch Progesteron enthalten, die Gefahr von Blutgerinseln in den Venen ansteigen lässt. Bei einer Pille war es sogar siebenmal höher.

Große Unterschiede bei den Präparaten

Die niederländischen Wissenschaftler untersuchten die Daten von 1524 Frauen, die an einer Thrombose erkrankt waren. Es zeigte sich, dass das Gesamtrisiko durch die Einnahme der Pille um das Fünffache anstieg. Eine genauere Analyse machte in der Folge jedoch Unterschiede sichtbar. Frauen, die Progesteron-Präparate mit Levonorgestrel einnahmen, hatten das geringste Risiko: Es war jedoch noch immer vier Mal höher als bei Frauen, die keine Pille nahmen. Präparate mit Desogestrel führten zum höchsten Risiko. Es war sieben Mal so hoch wie bei Frauen, die anders verhüteten. Präparate mit Norgestimat oder Drospirenon erhöhten das Risiko um das Sechsfache. Mittel mit Cyproteronazetat verursachten ein fast siebenfach höheres Thromboserisiko.

Zusammensetzung der Pille entscheidet über Risiko

Auch die dänischen Wissenschaftler fanden heraus, dass Präparate mit Levonorgestrel mit einem geringeren Thromboserisiko in Verbindung standen als jene mit Desogestrel, Gestoden oder Drospirenon. Es ist seit langem bekannt, dass Kombinationspräparate, die Östrogen und Progesteron enthalten, mit einem erhöhten Thromboserisiko in den Venen in Zusammenhang stehen.

Ärzte sollen risikoärmere Pillen verordnen

In den letzten Jahren haben die Herstellerfirmen zwar die Hormonmengen in den Antibabypillen reduziert, um das Thrombose-Risiko zu senken. "Allerdings haben die verfügbaren Präparate immer noch einen großen Einfluss auf die Thrombosegefahr, und viele Frauen nehmen nicht die risikoärmsten Präparate ein“, schließen die holländischen Wissenschaftler. Experten betonen zwar, dass es eine sehr seltene Nebenwirkung der Pille sei, dass sich Blutgerinnsel bilden, geringer als das Risiko, das in einer Schwangerschaft besteht. Trotzdem sollten Ärzte den Frauen lieber ein risikoärmeres Präparat verschreiben.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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