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Verhütungsstäbchen: Verhütung, die unter die Haut geht

Verhütungsstäbchen  

Verhütung, die unter die Haut geht

26.01.2010, 12:36 Uhr | ag

Das Verhütungsstäbchen ist seit dem Jahr 2000 in Deutschland unter dem Produktnamen "Implanon" auf dem Markt. Das vier Zentimeter lange und zwei Millimeter dünne Hormonimplantat wird an der Innenseite des Oberarms unter die Haut geschoben. Es gehört wie die Minipille zu den östrogenfreien Verhütungsmethoden.

Das Verhütungsstäbchen besteht aus weichem Kunststoff, in dem sich ein Depot mit dem Gestagen Etonogestrel befindet. Täglich setzt es eine bestimmte Menge des Hormons frei und verhindert den Eisprung. Die Verhütung ist so für die nächsten drei Jahre gewährleistet.

So wirkt das Verhütungsstäbchen

Der Körper nimmt das Gestagen aus dem Stäbchen auf und der Eisprung wird unterdrückt. Der zweite Wirkansatz ist der Schleimpfropf am Eingang der Gebärmutter. Der hohe Gestagenspiegel macht den Pfropf für Samenzellen schlecht durchlässig. Nur in Einzelfällen können Samenzellen diese Hürde überwinden. Zudem bewirkt das Hormon einen Umbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine befruchtete Eizelle nur schwer einnisten kann. Mit einem Pearl-Index, der nach Herstellerangaben bei 0,1 liegt, zählt das Verhütungsstäbchen zu den sichersten Verhütungsmethoden.

Einsetzen und Entfernen des Stäbchen

Das Verhütungsstäbchen wird vom Frauenarzt zwischen dem ersten und fünften Zyklustag eingelegt. Unter örtlicher Betäubung wird es bei Rechtshänderinnen in den linken Oberarm, bei Linkshänderinnen in den rechten Oberarm eingeführt. Dabei steckt das Stäbchen in der Hohlnadel eines speziellen Applikators. Die Nadel wird dicht unter die Haut geschoben und das Stäbchen platziert. Anschließend wird ein Druckverband angelegt, der für 24 Stunden belassen werden soll. Die Einstichstelle verheilt problemlos. Der Empfängnisschutz ist für drei Jahre gewährleistet. Bei Kinderwunsch kann der Frauenarzt jederzeit das Kunststoffstäbchen entfernen lassen. Danach setzt der monatliche Zyklus in der Regel sofort wieder ein, so dass eine Schwangerschaft möglich ist.

Vor- und Nachteile

Das Implantat kann auch von Frauen verwendet werden, die aus gesundheitlichen Gründen keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel verwenden dürfen oder keine solchen Verhütungsmittel vertragen. Im Gegensatz zur Pille, die pünktlich und regelmäßig geschluckt werden muss, kann es nicht zu Einnahmefehlern kommen. Die unerwünschten Wirkungen des Verhütungsstäbchens entsprechen etwa denen, die bei Einnahme einer Pille mit gleichem Wirkstoff auftreten. Sehr häufig sind Akne, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Spannung und Schmerzen in den Brüsten sowie unregelmäßige Blutungen. Auch kann es zu Stimmungsschwankungen, Appetitverlust und Hautirritationen an der Implantationsstelle kommen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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