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Handwerkerbörsen im Internet: Bei Bau- und Handwerkerarbeiten mit Bedacht sparen

Handwerkerbörsen  

Clever sparen mit Handwerkerbörsen

30.03.2011, 11:07 Uhr | rw, dpa-tmn

Handwerkerbörsen im Internet: Bei Bau- und Handwerkerarbeiten mit Bedacht sparen. In Handwerkerbörsen nicht nur auf den Preis achten. (Quelle: dpa)

In Handwerkerbörsen nicht nur auf den Preis achten. (Foto: Kai Remmers/dpa/tmn) (Quelle: dpa)

Nicht jeder ist handwerklich so geschickt, dass er anfallende Arbeiten in Haus oder Wohnung selbst erledigen kann. Wände streichen, Fliesen im Badezimmer legen oder einfach nur die neue Lampe anbringen: Handwerker übernehmen solche Aufträge gerne - und das inzwischen auch online. Verbraucher sollten sich bei Handwerkerbörsen im Internet aber vor Auftragsvergabe gut informieren und bei der Auswahl eines Handwerkers nicht nur auf dessen Preis achten. Mit diesen sechs Tipps sind Sie sicher in Handwerkerbörsen unterwegs.

So funktionieren die Handwerkerbörsen

Egal, ob die Wartung der Heizung, das Tapezieren der Wohnung oder die Reparatur der Waschmaschine: All das gibt es nicht nur beim Handwerker um die Ecke, sondern auch im Internet. Bei Online-Handwerkerbörsen kann man solche Arbeiten ausschreiben. Registrierte Handwerker können sich dann für den Auftrag bewerben. Allerdings sind solche Börsen nach Meinung von Experten nicht für alle Aufträge geeignet. Verbraucher sollten zudem darauf achten, bei der Ausschreibung ihres Auftrags Art und Umfang der zu erledigenden Arbeiten möglichst genau zu beschreiben.

Als vor rund fünf Jahren die ersten Handwerkerbörsen in Deutschland aufkamen, galt noch das Prinzip der Rückwärtsauktion. Die Anbieter mussten den vom Auftraggeber genannten Preis unterbieten. Meist bekam der Handwerker mit dem günstigsten Angebot den Zuschlag. Das habe sich aber nicht als sinnvoll erwiesen, erklärt Jan Bruns, der für Computer-Bild mehrer Handwerkerbörsen im Internet unter die Lupe genommen hat. "Ich gehe ja im realen Leben auch nicht zu drei Handwerkern und muss dann das günstigste Angebot nehmen."

Und so hat sich das Prinzip inzwischen gewandelt. Bei den meisten Börsen kann der Nutzer nun das Angebot auswählen, das ihm am meisten zusagt. Die Ausschreibung ist für den Kunden bei allen Portalen kostenlos. Wird der Auftrag erteilt, zahlt der Auftragnehmer meist eine Provision an die Handwerker-Börse.

In Handwerkerbörsen ist auch Vorsicht geboten

"Ganz pauschal kann man sagen, dass kleine, leichte und nicht allzu komplexe Arbeiten für Handwerkerbörsen geeignet sind", rät Bruns. Wer hingegen sein Dach komplett ausbauen oder den Garten neu gestalten lassen will, stößt bei den Börsen schnell an Grenzen. Denn bei solch komplexen Arbeiten sei es für den Laien schwierig, die unterschiedlichen Gewerke präzise zu beschreiben und voneinander abzugrenzen.

Und eine solche unzureichende Beschreibung könne für den Auftraggeber fatale Folgen haben, erklärt Bruns. "Das kann dazu führen, dass es deutlich teurer wird." Wichtig sind auch die Angaben, die die Handwerker in ihrem Angebot machen. Skeptisch werden sollte man immer dann, wenn bei der Beschreibung von Flächen, etwa für das Verlegen von Fliesen, ungenaue Angaben gemacht würden. "Die Flächen-Angabe ist dann offen", erklärt Christian Michaelis von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eine beliebte Masche, die für den Kunden später massiv ins Geld gehen kann. Wenn die tatsächliche Zahl der Quadratmeter größer ist als die im Handwerkerangebot ausgewiesene, steigert das am Ende auch die Höhe der Endabrechnung entsprechend.

Nicht nur der Preis des Anbieters ist entscheidend

Trotzdem kann man mit Hilfe der Handwerkerbörsen viel Geld sparen, wie die Computer-Bild in ihrem Test herausfand. So verlangte ein örtlicher Betrieb für Umzugsarbeiten mehr als 1500 Euro. Bei dem Portal Blauarbeit konnte derselbe Auftrag für nur 650 Euro vergeben werden - immerhin 58 Prozent Preisersparnis. Sogar 79 Prozent hätte der Auftraggeber bei der Installation von Steckdosen und Schaltern gespart.

Allerdings sollte man nicht nur auf den Preis schauen. "Egal, ob realer oder virtueller Markt: Es sollte nicht am falschen Ende gespart werden", warnt Alexander Legowski, Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. "Vermeintliche Preisschnäppchen stellen sich hinterher oft als teuer heraus. Etwa wenn aufwendige Nacharbeiten durchgeführt werden müssen und der ursprüngliche Auftragnehmer dafür nicht in Verantwortung genommen werden kann."

Achten sollte man außerdem darauf, dass es sich beim beauftragten Handwerker um einen echten Betrieb handelt und nicht um einen Handwerker, der sich schwarz etwas dazuverdienen will. Wer Schwarzarbeit in Anspruch nehme, mache sich nicht nur strafbar, so Verbandssprecher Legowski, "zudem laufen Kunden Gefahr, Gewährleistungsansprüche bei fehlerhaft ausgeführten Arbeiten zu verlieren."

Vor Auftragsvergabe Informationen über den Handwerker einholen

Damit die Auftraggeber die Anbieter besser einschätzen können, zeigen die Handwerker in ihren Profilen oft Zertifikate und Qualifikationsnachweise. Dazu gehört auch der Meisterbrief, der längst nicht mehr in allen Handwerksberufen Pflicht ist. Das kann nach Angaben von Verbraucherschützer Michaelis zumindest ein Indiz für Qualität sein: "Wenn jemand den Meister gemacht hat, spricht das erst einmal für ihn." Allerdings bedeute die Beauftragung eines Meisterbetriebs noch lange nicht, dass auch der Meister selbst die Arbeiten ausführe.

Neben den eigenen Angaben der Anbieter sind es vor allem die Bewertungen anderer Nutzer, die es ermöglichen sollen, sich schon vor Auftragsvergabe ein möglichst umfassendes Bild vom jeweiligen Anbieter zu machen, erklärt Journalist Bruns. "Diese Bewertungen sind sehr aussagefähig." Verbraucherschützer Michaelis rät darüber hinaus, sich bei den im jeweiligen Profil genannten Referenzkunden über deren Erfahrungen mit dem Betrieb zu informieren.

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