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Instandhaltungsrücklage für Hausbesitzer

Instandhaltungsrücklage für Hauseigentümer

22.08.2016, 08:41 Uhr | rw, zuhause.de

Screenshot: t-online.de
Häufiges Versäumnis bringt Hausbesitzer in Geldnot

Einfache Faustformel verrät, wie Sie wirksam vorbeugen. Zu viel Unbedachtheit kann sich später bitter rächen.

Häufiges Versäumnis bringt Hausbesitzer in Geldnot


Hauseigentümer müssen zwar keine Miete zahlen, kommen aber leicht in finanzielle Nöte, wenn unerwartet größere Reparaturen anstehen. Experten sind sich einig: Der Aufbau einer ausreichend hohen Instandhaltungsrücklage ist unerlässlich. Anders als Eigentümergemeinschaften von Mehrparteienhäusern sind Hausbesitzer aber nicht verpflichtet, Geld für Reparaturen, Renovierungen und die Modernisierung ihres Eigenheims zurückzulegen. Viele verzichten darauf, finanzielle Rücklagen aufzubauen. Ein Versäumnis, das sich irgendwann rächt. Wie viel Geld man als Instandhaltungsrücklage monatlich beiseitelegen sollte.

Der Verband privater Bauherren (VPB) schwört zur Ermittlung des optimalen Betrags auf eine einfache Faustformel. "Unsere Empfehlung lautet, jeden Monat einen Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zurückzulegen", sagt Verbandssprecherin Eva Reinhold-Postina im Gespräch mit zuhause.de. Auch andere Experten raten dringen dazu, sich für anfallende Reparatur- und Instandhaltungsausgaben ein finanzielles Polster aufzubauen.

Wie viel Geld Hausbesitzer als Instandhaltungsrücklage beiseitelegen sollten

Man sollte regelmäßig einen festen Betrag zurücklegen, findet auch Karsten Eiß von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. "In welcher Höhe, hängt von Alter und Größe der Immobilie ab." Eiß verweist auf eine Empfehlung des Bundes-Bauministeriums. Das rate zu jährlichen Rücklagen in folgender Höhe:

  • für bis zu 5 Jahre alte Häuser: 4 Euro je Quadratmeter
  • für bis zu 10 Jahre alte Häuser: 6 Euro je Quadratmeter
  • für bis zu 15 Jahre alte Häuser: 7,50 Euro je Quadratmeter
  • für Häuser ab dem 16. Baujahr: 10 Euro je Quadratmeter

Der VPB geht mit seiner Empfehlung von einem Euro pro Quadratmeter und Monat noch darüber hinaus und sieht auch keinen Grund für eine Staffelung nach Alter der Immobilie. "Es ist ja nicht nur die große Heizungssanierung, die davon bezahlt wird, sondern auch die kleinen Reparaturen, die im Alltag anfallen", erklärt Reinhold-Postina. Allein diese läpperten sich im Laufe eines Jahres, wenn man nicht selbst handwerklich versiert ist, und auch für kleine Reparaturen jedes Mal einen Handwerker beauftragt.

Wofür man die Instandhaltungsrücklage braucht

Außerdem erreiche man so vergleichsweise schnell ein attraktives finanzielles Polster. "150 Euro im Monat für ein 150 Quadratmeter großes Haus sollte auch zu stemmen sein", findet die Expertin. "Wenn ich die nicht habe, dann werde ich auch Probleme bekommen, wenn ich irgendwann plötzlich Geld brauche." Wer keine Rücklagen bildet, verschiebt also nur das Problem.

Ein ausreichend großes Polster ist schon deshalb wichtig, damit man jederzeit flüssig ist, anfallende Bagatellschäden am und im Haus frühzeitig beheben zu lassen. Muss man die Reparaturen aus finanziellen Gründen aufschieben, drohen nicht selten deutlich höhere Folgekosten. Ist beispielsweise ein Dach zu lange undicht, dringt Feuchtigkeit in die darunter liegende Dämmung. Der Dämmstoff schimmelt und isoliert nicht mehr so gut. Ein unverschlossener Riss in der Fassade kann beim nächsten Frost aufplatzen und sich vergrößern.

Spätestens wenn irgendwann größere Umbau-, Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen anstehen, wird sich jeder Hausbesitzer glücklich schätzen, wenn er zur Finanzierung nicht auf einen Kredit zurückgreifen muss. Jede Heizung geht irgendwann kaputt. Über 30 Jahre alte Heizsysteme müssen aufgrund gesetzlicher Regelungen ausgetauscht werden. Wohl dem, der dann über ein ausreichend großes finanzielles Polster verfügt, weil er stetig etwas Geld als Instandhaltungsrücklage beiseitegelegt hat.

Instandhaltungsrücklage schafft Spielräume für sinnvolle Investitionen

"Wenn ich das konsequent mache, habe ich dadurch auch attraktive Spielräume", wirbt Reinhold-Postina. Der Hausbesitzer kann sich nicht nur die Renovierung der Fassade leisten, sondern beispielsweise auch noch die Zusatzkosten für eine gleichzeitige Fassadendämmung schultern. Als Einzelmaßnahme amortisiert sich diese häufig nicht in einem angemessenem Zeitraum. Ist das Haus aber ohnehin schon eingerüstet, müssen zukünftige Energieeinsparungen nur noch die Mehrkosten für Kauf und Montage des Dämmstoffs ausgleichen.

Wird der Austausch einer alten Heizung notwendig, kann man in dasjenige System investieren, das langfristig am wirtschaftlichsten ist und muss nicht notgedrungen auf das Modell mit den niedrigsten Anschaffungskosten zurückgreifen. Das macht sich nicht nur durch geringere laufende Kosten bemerkbar, sondern erhöht und erhält zugleich den Wert des Hauses. Umgekehrt drücken Reparatur-, Renovierungs- und Sanierungsstau den Wert einer Immobilie enorm.

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