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Einbruchschutz-Mythen: Experten räumen mit Vorurteilen auf

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Sechs Einbruchschutz-Mythen  

Experten räumen mit den häufigsten Vorurteilen auf

21.11.2017, 12:11 Uhr | rw, t-online.de, jb

Sicherheitsvorkehrungen erschweren Einbrechern das Begehen einer Tat (Foto: Imago)
Einfache Tipps halten Einbrecher fern

Vor allem bei Ausflügen und im Urlaub kann die Angst vor Einbrechern ein schlechtes Gefühl auslösen.

Sicherheitsvorkehrungen erschweren Einbrechern das Begehen einer Tat (Quelle: t-online.de)


"Einbruchschutz? Brauche ich nicht. Bei mir ist ohnehin nichts zu holen." Wer so denkt, setzt damit auf Risiko. Experten wissen: Eingebrochen wird schon für ein paar Euro. Auch viele andere Mythen und Halbwahrheiten lassen Profis die Haare zu Berge stehen. Dass Einbrecher meist nachts zuschlagen, ist zum Beispiel ebenfalls ein Irrtum.

Seit Jahren nimmt die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland zu. Sogenannte Impulstäter – die mit Abstand größte Tätergruppe – haben eine Beuteerwartung von nur etwa 30 Euro und etwas Schmuck, erklärte Kriminalhauptkommissar Dirk Struckmeier von der Polizei Gütersloh im Expertenchat "Einbruchschutz" bei t-online.de.

Mythos: "Einbruchschutz lohnt sich nur für Reiche"

Auf die ganz große Beute haben es die meisten Einbrecher also gar nicht abgesehen. Ein wenig Bargeld, ein Laptop, ein Handy, etwas Schmuck – das reicht ihnen schon als Beute. Selbst wenn wirklich nichts zu holen ist, weiß der Täter das ja nicht vorher. Bricht er ein, entsteht vielleicht kein materieller Schaden, jedoch werden viele Opfer durch einen Einbruch psychologisch traumatisiert. 

"Ich treffe immer wieder Einbruchsopfer, denen es auch lange nach der Tat noch schlecht geht", so Struckmeier. Etwa zehn Prozent der Opfer zögen sogar um, weil sie es nach dem Einbruch in ihrem alten Zuhause nicht mehr aushalten. Die Investition in wirksamen Einbruchschutz lohnt sich also keineswegs nur für Reiche.

Mythos: "Einbruchschutz bringt nichts – Täter kommen überall rein"

Kino und Fernsehen vermitteln oft dieses falsche Bild. "Die polizeiliche Erfahrung zeigt jedoch eine ganz andere Realität", informiert das Netzwerk "Zuhause sicher". Die wenigsten Einbrecher sind demnach gut ausgerüstete Profis. Tatwerkzeug Nummer eins ist der Schraubenzieher.

In Einfamilienhäusern wird meist über Fenster und Fenstertüren eingebrochen. Im Mehrfamilienhaus dringen die Täter durch die Wohnungstüren ein. Innerhalb weniger Sekunden hebeln Einbrecher ungesicherte Fenster und Türen auf.

Anders sieht es bei einbruchsicheren Fenstern und Türen aus. Sie lassen sich nicht einfach aufhebeln. Bestehende Fenster und Türen kann man mit Nachrüstsätzen der Norm DIN 18104 einbruchsicher machen. Polizei-Statistiken belegen die Wirksamkeit solcher Maßnahmen. Der Täter wird am schnellen Eindringen gehindert. Sein Risiko, entdeckt zu werden, steigt von Sekunde zu Sekunde. Er bricht den Einbruchsversuch ab.

Mythos: "Die Versicherung zahlt den Schaden"

Viele Verbraucher glauben, dass ihre Hausratsversicherung einen möglichen durch einen Einbruch entstandenen Schaden abdeckt. Dies stimmt nur bedingt. Teilweise müssen Sie beispielsweise beweisen, dass Sie nicht fahrlässig (gekippte Fenster) gehandelt haben und Ihre Wohnung oder Ihr Haus ausreichende Sicherheitsvorkehrungen aufweist. Die Polizei berät Sie zu den entsprechenden Maßnahmen. Auch sollten Sie die korrekte Versicherungssumme angeben. 

Haben Sie einen Tresor, so ist dieser bei einem Einbruch nur geschützt, wenn er die ausreichende Sicherheitsklasse aufweist und fachgerecht montiert wurde. Ihre Versicherung informiert Sie hierzu.

Halbwahrheit: "Polizei und Staat schützen die Bürger nicht genug"

Tatsächlich ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen konstant niedrig. Nicht einmal 16 Prozent aller Einbrüche konnten 2016 aufgeklärt werden. Sind die Täter nach einem Einbruch erst einmal über alle Berge, ist es schwer sie noch zu ermitteln, wenn sie keine gravierenden Fehler gemacht haben.

Struckmeier appelliert an die Bevölkerung, verdächtige Personen unverzüglich über "110" der Polizei zu melden. "Nur so kann die Polizei schnell reagieren und die Verdächtigen noch antreffen", so der Kriminalhauptkommissar. Da es bei Einbrüchen um den Schutz von Leib und Leben geht, würden solche Einsätze priorisiert und bei Bedarf sogar andere laufende Einsätze abgebrochen. 

Von staatlicher Seite wurde lange wenig getan, um die Bürger beim Einbruchschutz zu unterstützen. Erst seit 2015 gibt es von der KfW staatliche Fördermittel für Einbruchschutz-Maßnahmen. Bei einer Investitionssumme von mindestens 2000 Euro gewährt die KfW einen Zuschuss von 10 Prozent (maximal 1500 Euro). Zuvor gab es KfW-Zuschüsse für den Einbruchschutz nur, wenn die Maßnahmen mit energetischen oder altersgerechten Umbaumaßnahmen kombiniert wurden. 

Mythos: "Einbrecher schlagen vor allem nachts zu"

Am häufigsten wird zwischen 16 und 20 Uhr eingebrochen. Nur etwa zehn Prozent aller Einbrüche werden nachts zwischen 0 und 8 Uhr verübt. Der einfache Grund: Nachts sind die meisten Menschen zuhause. Einbrecher schlagen aber vor allem dann zu, wenn Haus oder Wohnung verwaist sind. 

Deshalb ist es auch sinnvoll, zur Einbruchprävention die eigene Anwesenheit vorzutäuschen. Dirk Struckmeier erklärt, wie das richtig geht: "Beleuchten Sie nur einen Raum und den sehr hell. Die drei obersten Ritzen der Jalousien sollten am oberen Rand offen sein, so dass das Licht hindurch scheint." Der Experte rät davon ab, Flur und Haustür zu beleuchten. "Das machen alle, die nicht zuhause sind." Einbrecher wissen das und erkennen das Täuschungsmanöver.

Gefährlicher Irrtum: "Einen Einbrecher kann ich selbst bekämpfen"

Der Gesetzgeber erlaubt zwar im Rahmen des Notwehrrechts, dass man sein Hab und Gut verteidigt. Allerdings kann es gefährlich werden, sich dem Eindringling selbst in den Weg zu stellen. Sie wissen nicht, ob er bewaffnet ist und wie er reagieren wird, wenn Sie ihm die Möglichkeit zur Flucht nehmen. Außerdem muss man auch in einer Notwehrsituation die Verhältnismäßigkeit wahren. Zum Beispiel dürfte man einen Einbrecher nicht einfach erschießen.

Die Polizei rät dringend zu einem passiven Verhalten. "Machen Sie Licht an. Schreien Sie, machen Sie Krach", empfiehlt Dirk Struckmeier. "Schließen Sie sich und Ihre Familie in einem Schlafzimmer ein und rufen Sie '110' an". 

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