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Studie zur Bau- und Leistungsbeschreibung im Bauvertrag

Studie ergibt  

Keine Bau- und Leistungsbeschreibung erfüllt die Mindestanforderungen

29.06.2016, 08:09 Uhr | zuhause.de

Studie zur Bau- und Leistungsbeschreibung im Bauvertrag. Alarmierende Hausbau-Studie: Keine einzige untersuchte Bau- und Leistungsbeschreibung entsprach den Mindestanforderungen. (Quelle: dpa)

Alarmierende Hausbau-Studie: Keine einzige untersuchte Bau- und Leistungsbeschreibung entsprach den Mindestanforderungen. (Quelle: dpa)

Schlechter kann ein Ergebnis nicht ausfallen. Bauherrenschützer haben in einer Studie* 100 Bau- und Leistungsbeschreibungen in privaten Bauverträgen untersucht. Das alarmierende Ergebnis: Keine einzige erfüllt die Mindestanforderungen des Bundesbauministeriums.

"Für Bauherren können sich daraus erhebliche Risiken ergeben", warnt der Bauherren-Schutzbund (BSB), der die Untersuchung zusammen mit dem Institut für Bauforschung (IFB) durchgeführt hat. Denn liefern muss die Baufirma am Ende nur, was zuvor vertraglich vereinbart wurde. 

Verbindliche Standards gefordert

Wie eine ordentliche Bau- und Leistungsbeschreibung auszusehen hat, ist eigentlich klar definiert. Bereits seit 2003 gibt es die "Mindestanforderungen an Bau- und Leistungsbeschreibungen für Ein- und Zweifamilienhäuser" des Bundesbauministerium. 2008/2009 wurden sie zuletzt novelliert. Vertreter der Bau-Branche waren an der Ausarbeitung beteiligt.

Das Problem: Die Anforderungen haben nur empfehlenden Charakter. Gesetzlich verbindlich sind sie nicht. "Die Studie belegt ein weiteres Mal, dass nur mit einer unverbindlichen Selbstverpflichtung das notwendige Verbraucherschutzniveau nicht zu erreichen ist", klagt BSB-Geschäftsführer Florian Becker.

Mindeststandards für die Bau- und Leistungsbeschreibungen müssten auch gesetzlich verankert werden, so wie es ein aktueller Gesetzentwurf vorsieht, der sich gerade im Gesetzgebungsverfahren befindet. "Für Verbraucher ist es wichtig, dass die im Gesetzentwurf geplanten Pflichten zur Baubeschreibung und zur Übergabe von Unterlagen an den Bauherren so schnell wie möglich wirksam werden", fordert Becker.

Kosten- und Haftungsrisiken für Bauherren

Mangelhafte Leistungsbeschreibungen können für Bauherren erhebliche Risiken nach sich ziehen. Kostenrisiken entstehen zum Beispiel, wenn der Bauherr bestimmte Leistungen als Vertragsbestandteil erwartet, diese aber nicht genau definiert sind und zusätzliche, nicht eingeplante Kosten entstehen.

Bei ungenauen Angaben zur Beschaffenheit und Qualität von Bauteilen kann der Bauherr verschiedene Angebote nur schwer vergleichen, um das vorteilhafteste Preis-Leistungs-Verhältnis herausfinden. Ungenaue Beschreibungen bergen auch das Risiko von Mängeln und Folgeschäden am Haus, wenn bestimmte Leistungen dadurch mangelhaft ausgeführt werden.

Wenn durch ungenaue Baubeschreibungen eine Baustelle nicht ordnungsgemäß abgesichert oder der Bauherr nicht versichert ist, können schlimmstenfalls straf- oder zivilrechtliche Verfolgung drohen.

Vorsicht bei diesen Formulierungen im Bauvertrag

Vorsicht geboten ist laut der Studie bei Formulierungen wie "Versicherung und sonstige Baunebenkosten sind vom Bauherren zu zahlen" oder "Ein Grundstücksentwässerungsplan kann als Zusatz vereinbart werden", die für den Bauherren Kostenrisiken nach sich ziehen und den Vergleich mit anderen Angeboten erschweren.

Formulierungen wie "…oder gleichwertig" öffnen Tür und Tor für den Einbau von No-Name-Produkten, deren Preis und Herkunft kaum zu ermitteln sind. Und wenn der Bauherr laut Leistungsbeschreibung für die "Sicherung der Baustelle" selbst verantwortlich ist, trägt er nicht nur ein hohes Kostenrisiko, sondern schlimmstenfalls auch juristische Konsequenzen. 

*Die vollständige "Analyse von Bau- und Leistungsbeschreibungen für Hausanbieter von Ein- und Zweifamilienhäusern" finden Sie auf den Webseiten des Bauherren-Schutzbunds kostenlos zum Download.

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