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BKA erwartet Rückgang: Deutsche machen Einbrechern das Leben schwerer

BKA sieht positive Entwicklung  

Deutsche machen Einbrechern das Leben schwerer

26.12.2018, 14:44 Uhr | dpa

BKA erwartet Rückgang: Deutsche machen Einbrechern das Leben schwerer. Simulierter Einbruch: Ein Kriminalbeamter demonstriert, wie ein ungesichertes Fenster mit einem Schraubenzieher aufgebrochen werden kann. (Quelle: dpa/Bodo Marks)

Simulierter Einbruch: Ein Kriminalbeamter demonstriert, wie ein ungesichertes Fenster mit einem Schraubenzieher aufgebrochen werden kann. (Quelle: Bodo Marks/dpa)

Lange hatten Einbrüche zugenommen, die Zahl erreichte ein besorgniserregendes Niveau. Für 2018 hat das BKA gute Nachrichten. Das dürfte auch am Verhalten der Deutschen liegen.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland dürfte im zu Ende gehenden Jahr zum dritten Mal in Folge gesunken sein. "Auch für 2018 erwarten wir einen weiteren Rückgang der Fallzahlen", teilt der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch mit. "Die gute Zusammenarbeit der Polizeien des Bundes und der Länder und die Maßnahmen, die sowohl Prävention als auch die Strafverfolgung umfassen, zahlen sich aus."

Die Zahl der versuchten und vollendeten Wohnungseinbrüche war in den Jahren 2008 bis 2015 kontinuierlich nach oben gegangen und hatte ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Der Höhepunkt lag schließlich bei insgesamt 167.136 registrierten Fällen. Im Jahr 2016 gab es dann erstmals wieder einen Rückgang, der sich 2017 fortsetzte, als bundesweit noch 116.540 Fälle erfasst wurden. Die Zahl für 2018 wird mit der neuen Kriminalstatistik veröffentlicht – voraussichtlich im kommenden Frühjahr.

Haushalte setzen mehr auf Sicherheitstechnik

Die Versicherer rechnen ebenfalls mit einem erneuten Rückgang. "Unsere Schadenzahlen der ersten drei Quartale sinken", teilt Bernhard Gause, Mitglied der Geschäftsführung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mit. "Das erfahrungsgemäß schadenreichste vierte Quartal ist noch nicht zu Ende, aber wir haben keinerlei Anzeichen für einen überdurchschnittlichen Verlauf."

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Ein Grund für den Rückgang könnte aus Sicht der Versicherer die höhere Ausstattung der Haushalte mit Sicherheitstechnik sein. Viele Menschen hätten dafür die staatliche Förderung der KfW genutzt. "Das zahlt sich aus: Fast 45 Prozent der Einbruchsversuche brechen Täter ab, wenn sie nicht schnell genug reinkommen." Dennoch blieben Einbrüche ein gesellschaftliches Problem. "Denn trotz des Rückgangs sind die Fallzahlen zu hoch, die Aufklärungsquoten zu gering", kritisierte Gause.

Aufklärungsquote bei Einbrüchen gering

Im Jahr 2017 lag die Aufklärungsquote gerade einmal bei 17,8 Prozent, wie aus der bundesweiten Kriminalstatistik hervorgeht. Das war nur geringfügig mehr als im Jahr davor mit 16,9 Prozent. BKA-Chef Münch versprach: "Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls hat auch weiterhin hohe Priorität bei den Polizeibehörden."


Angesichts der starken Zunahme von Wohnungseinbrüchen bis 2015 waren Ermittler und Politiker unter Druck geraten, ihren Kampf gegen Einbrecher zu verstärken. Eine Konsequenz war eine Strafverschärfung, die seit Sommer 2017 gilt: Beim Einbruch in eine Privatwohnung ist für überführte Täter jetzt eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft statt zuvor sechs Monaten fällig. Der Strafrahmen reicht bis zu zehn Jahren Gefängnis.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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