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Holz- oder Steinhaus - Wo liegen die StÀrken?

Von dpa
Aktualisiert am 16.07.2018Lesedauer: 3 Min.
Auch in punkto Energieeffizienz steht das Holzhaus anderen Bauweisen nicht nach.
Auch in punkto Energieeffizienz steht das Holzhaus anderen Bauweisen nicht nach. Foto: Uwe Weiser/Fullwood Wohnblockhaus. (Quelle: /dpa)
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Bonn (dpa/tmn) - Ein Haus aus Stein oder Holz? Das ist in erster Linie eine Frage des Geschmacks. Die meisten Bauherren entscheiden sich fĂŒr MassivhĂ€user aus Stein oder Beton. Aber auch HolzhĂ€user entdeckt man immer wieder in Neubausiedlungen. Was ist denn besser?

"Sowohl mit Holz als auch mit Stein lassen sich gute HĂ€user bauen, die den aktuellen Anforderungen an WohnqualitĂ€t und Energieeffizienz entsprechen", sagt Gabriele Heinrich vom Verband Wohnen im Eigentum. Trotzdem gibt es Argumente, die im individuellen Fall fĂŒr die eine oder die andere Bauweise sprechen. Ein Überblick:

DAS HOLZHAUS

HolzhĂ€user werden nicht nur im skandinavischen Stil oder als Blockhaus erbaut, sondern es sind vielfĂ€ltige Varianten möglich. "Auf den ersten Blick ist oft gar nicht zu erkennen, ob es sich um ein Stein- oder Holzhaus handelt", sagt Oliver Mertens vom Deutschen Massivholz- und Blockhausverband. Ein Hauptargument fĂŒr Holz ist ein GefĂŒhl - es wird als behaglich, wohltuend und heimelig beschrieben. Und ein wesentlicher Vorteil von HolzhĂ€usern ist ihre Nachhaltigkeit. Holz speichert im Wachstum Kohlendioxid aus der AtmosphĂ€re. Wird es verbaut, bleibt das CO2 dauerhaft gebunden - das ist gut fĂŒrs Klima.

Auch in punkto Energieeffizienz steht das Holzhaus anderen Bauweisen nicht nach - zumal sie alle die gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfĂŒllen. "Vollholz erreicht gute DĂ€mmwerte allein durch den Wandaufbau. Teilweise kann auf zusĂ€tzliche DĂ€mmung verzichtet werden", erlĂ€utert Mertens. "Und zweischalige WĂ€nde mit einer KerndĂ€mmung schaffen sogar so hohe DĂ€mmwerte, dass sie die Anforderungen der EnEV ĂŒbertreffen." Ein weiteres Argument: "In VollholzhĂ€usern strahlt die Wand keine KĂ€lte ab. Daher wird ein angenehmes Raumklima erzeugt", erklĂ€rt Mertens.

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HolzhĂ€user lassen sich gut als Fertigbauten realisieren, entweder als ein- oder mehrschalige MassivholzwĂ€nde oder zugeschnittene Blockbohlen, die auf dem Bauplatz zusammengefĂŒgt werden. "Beides hat den Vorteil, dass die Hölzer im Trockenen bearbeitet werden und erst dann auf die Baustelle kommen. So muss anschließend keine Baufeuchte aus dem Haus entfernt werden", erklĂ€rt Mertens.

Ein Nachteil des Baumaterials: Feuchtigkeit, die nicht entweichen kann, ist der grĂ¶ĂŸte Feind des Holzes. Deshalb muss es wĂ€hrend des Baus und danach vor der Witterung geschĂŒtzt werden. "Statt chemischer ImprĂ€gnierungen setzen gute Baufirmen auf konstruktiven Holzschutz", erklĂ€rt Mertens. "Dabei kommt es darauf an, das Haus so zu planen, dass das Wasser nicht an empfindliche Stellen herankommt und insgesamt gut abfließen kann."

Ein weiterer Punkt ist der Schallschutz. Er kann bei HolzhĂ€usern mit zusĂ€tzlichen und kostenintensiveren Maßnahmen verbunden sein.

DAS STEINHAUS

SteinhĂ€user seien bei gleicher QualitĂ€t etwas gĂŒnstiger als Holzbauten, erklĂ€rt Ronald Rast von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Mauerwerks- und Wohnungsbau. Außerdem wirbt er damit, dass diese Bauweise widerstandsfĂ€higer bei WetterphĂ€nomenen wie Hochwasser sind.

SteinhĂ€user erfĂŒllen auch die Energieeinsparverordnung (EnEV). Die Steine können tagsĂŒber die WĂ€rme der Sonne aufnehmen. Nachts, wenn die Außentemperaturen sinken, geben sie die gespeicherte WĂ€rme an den Raum ab. "Dieser Effekt sorgt fĂŒr eine Senkung des jĂ€hrlichen Energiebedarfs um bis zu zehn Prozent", so Rast. Auch die Massivhaus-Produzenten nehmen fĂŒr sich in Anspruch, gesunde und behagliche HĂ€user zu bauen. "Die vier Mauersteinarten Kalksandstein, Leichtbeton, Porenbeton und Ziegel setzten keine Gase, StĂ€ube oder Fasern frei, ergĂ€nzt Rast.

Bei SteingebÀuden gibt es ein Problem mit der Baufeuchtigkeit. Da Materialien wie Beton, Mörtel, Putz, Estrich viel Wasser enthalten, muss in einem Massivhaus je nach Konstruktion in den ersten drei Jahren mit höherer Luftfeuchtigkeit gerechnet werden - und daher in der Regel mit einem höheren Verbrauch von Heizenergie.

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