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Die neue Art zu wohnen: Minimalismus und schlichtes Möbeldesign gefragt

Die neue Art zu wohnen  

Minimalismus und schlichtes Möbeldesign gefragt

21.01.2019, 13:33 Uhr | dpa

Die neue Art zu wohnen: Minimalismus und schlichtes Möbeldesign gefragt. Ein Tisch und eine Bank brauchen eigentlich nur vier Beine und eine Platte.

Ein Tisch und eine Bank brauchen eigentlich nur vier Beine und eine Platte. Das trendige Design ist auch bei Gartenmöbeln beliebt, auf der Möbelmesse IMM in Köln am Stand von Muuto zu sehen. Foto: Franziska Gabbert. (Quelle: dpa)

Köln (dpa/tmn) - Minimalismus ist ein Lebenskonzept, das gerade viele anzusprechen scheint. Es geht darum, seinen Besitz auf das Wesentliche zu reduzieren. Auch Designer und Käufer wenden sich dem Konzept zu.

Auf der Möbelmesse IMM in Köln (14. bis 20. Januar) waren die gezeigten Wohnwelten merklich reduzierter eingerichtet, und das Design ist schlichter geworden. Drei Leitgedanken für die neue Art des Wohnens:

Klare Formen

Viele Möbel haben aktuell ein reduziertes, geradliniges Design. Sie sind schnörkellos, ohne Chichi. Ein Regal setzt sich aus einem Brett mit zwei filigranen Halterungen zusammen, viele Garderoben bestehen sogar nur aus einem viereckigen Rahmen.

Die Einrichtung kann gut auf das Wesentliche reduziert werden - was ihre Funktion herausstellt. Das hat Vorteile: Das geradlinige Design eigne sich dafür, Dinge in Szene zu setzen, erläutert das Unternehmen &tradition seine neue Regale Column JA1 und JA2. Und derart schlichte Möbel können selbst ein Statement sein. "Denn sie stehen für sich und für einen bestimmten Stil", sagt Ursula Geismann, Trendanalystin des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM).

Hommage an die Vergangenheit

Zum 100. Gründungsjubiläum in diesem Jahr taucht der reduzierte Bauhausstil verstärkt auf den Möbelmessen auf. Wenige Möbelhersteller haben eine Lizenz, um die Bauhaus-Designs auch heute noch zu produzieren - etwa Knoll International, Classicon, Tecta und die Firma Thonet. Letztere bringt gerade den berühmten Kaffeehausstuhl 214 von Michael Thonet aus dem Jahr 1859 neu heraus, wobei das Designduo Besau Marguerre das Farbkonzept abgewandelt hat.

Die Stühle gibt es nun in Schwarz, Weiß, Samtrot und Salbei, die Verbindungsstücke sind einige Nuancen heller gebeizt. Dieser Kniff lässt die minimalistische Konstruktion noch deutlicher werden. "Auch die Maserung des Holzes kommt besser zur Geltung", erklärte der Designer Marcel Besau auf der Kölner Möbelmesse.

Der Stuhl ist ein Anschauungsbeispiel für die Idee des reduzierten Designs und seine Funktionalität: Er besteht lediglich aus sechs Bauteilen, zehn Schrauben und zwei Muttern. In der Zeit seiner Entstehung ließ der Stuhl sich dank der wenigen Bestandteile leichter produzieren, zerlegen und verschiffen, erzählt Designer Besau. "Dadurch wurde der Stuhl für die Massenproduktion tauglich."

Weniger Besitz und Dekoration

Minimalisten reduzieren ihren Besitz auf das Wesentliche. Das ist für manchen eine Art Konsumkritik, erklärt Geismann. Achtsamkeit ist vielen wichtig geworden, Nachhaltigkeit ebenso. Aber auch die Lebensrealität vieler Menschen hat sich verändert, gerade die der Generation der aktuell 20- bis 40-Jährigen.

Sie sind mobiler und flexibler, wie Trendanalyst Frank A. Reinhardt erklärt. Die Generation hat teils im Ausland studiert, ist in jungen Jahren schon weit gereist und zieht beruflich bedingt oft um. Sie definiert das Wort Zuhause somit anders: Es gebe keinen Ankerpunkt mehr, an dem man öfters zurückkehrt. "Sondern man ist zu Hause, wo man gerade lebt", erklärt Reinhardt.

Wer so häufig umzieht, versucht, nur wenig mitzunehmen und seinen Besitz auf ausgewählte Stücke zu reduzieren. "Die Lieblingsstücke, WLAN und iPad bilden den Wohnbesitz", sagt Reinhardt. Sie werden in möblierte Wohnungen mitgenommen, deren Anteil seiner Meinung nach noch weiter wachsen wird. Für die Lieblingsstücke bietet sich reduziertes Design geradezu an. Es ist zeitlos, und die Möbel finden in quasi jedem Einrichtungsstil ein Plätzchen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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