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Interview: Bei verstopften Abflüssen nicht zum Rohrreiniger greifen

Interview  

Bei verstopften Abflüssen nicht zum Rohrreiniger greifen

20.05.2019, 04:36 Uhr | dpa

Interview: Bei verstopften Abflüssen nicht zum Rohrreiniger greifen. Wenn Verstopfungen sich nicht anders lösen lassen, muss man einen freiliegenden Siphon auseinanderschrauben und reinigen.

Wenn Verstopfungen sich nicht anders lösen lassen, muss man einen freiliegenden Siphon auseinanderschrauben und reinigen. Foto: Draksal Verlag/DIY Academy/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Köln (dpa/tmn) - Verstopfte Abflüsse sind keine Seltenheit. Haare, aber auch Fette und andere Biostoffe setzen sich darin fest und machen mit der Zeit die Leitung dicht.

Ulrich Opitz ist Heimwerker-Trainer der DIY Academy in Köln und Sachverständiger für Bau- und Versicherungsschäden. Er erklärt im Interview mit dem dpa-Themendienst, wie man Verstopfungen selbst wieder löst - und auf welche naheliegenden Hilfsmittel man verzichten sollte. Sonst wird der Schaden noch schlimmer.

Was sollte ich tun, wenn das Rohr verstopft ist?

Ulrich Opitz: Man sollte versuchen, das Ganze wegzuspülen. Man verschließt den Abfluss und zieht möglichst dicke Gummihandschuhe an, so dass man sich nicht verbrüht. Das Waschbecken oder die Spüle wird nun mit heißem Wasser gefüllt, und dann zieht man den Stöpsel.

Mit der großen Wassermenge hat man einen höheren Druck, dazu sorgt die Hitze hoffentlich dafür, dass sich im Abfluss vorhandene Stoffe lösen. Denn Seifen und ähnliche andere Sachen, etwa Rasierschaum, enthalten eine gewisse Menge Fett, die durch das heiße Wasser aufweicht.

Es ist übrigens grundsätzlich zu empfehlen, dass man Abflüsse alle vier Wochen mal mit richtig heißem Wasser durchspült. Sie können sonst zwar die Fette mit Spülmitteln und Seifen lösen, aber sobald sie im Abfluss erkalten, wird die Emulsion wieder fest - wie weiches Wachs.

Die Fette sind nicht kaputt, die Fettketten sind nur aufgebrochen. Verdunstet dann das Wasser, bleibt das Fett als eine Art Wachsschicht zurück. Das sorgt auf Dauer für Verstopfungen. Gibt man wieder heißes Wasser dazu, löst sich die Schicht.

Das können Sie selbst mal ausprobieren: Füllen Sie etwas Öl und Wasser in ein Glas und geben Sie ein bisschen Spülmittel dazu. Es entsteht eine milchig-weiße Emulsion.

Was tut man, wenn das Spülen nicht hilft?

Opitz: Dann muss ich schauen, ob ich den Siphon auseinanderschrauben und so reinigen kann. Das ist nur bei offen liegenden Siphons möglich. Bei Badewannen oder Duschen geht das überhaupt nicht - und man sollte auch tunlichst die Finger davon lassen.

Manche Badewannen-Einläufe haben auch noch eine sichtbare Verschraubung. Versucht man diese Verschraubung zu öffnen, um nur den Deckel zu entfernen, löst man allerdings den gesamten Abfluss von der Badewanne oder von der Dusche - das ist dann ein Schaden.

Aber auch beim Siphon an Waschtischen sollte man nicht zu weit gehen. Ein normaler Siphon geht senkrecht nach unten, macht dann einen Bogen, in diesem steht Wasser. Dann geht's wieder nach oben und in die Wand.

Meistens kann man das Ganze bis zu dem Punkt, wo das Rohr in die Wand geht, auseinandernehmen. Achtung: Ein Gefäß unterstellen, um das Wasser aufzufangen!

Aber von allem, was sich dahinter befindet, sollte man die Finger lassen - aus einem einfachen Grund. Wenn man dort eine Befestigung oder eine Dichtung beschädigt oder sie verrutscht, sind Wasserschäden möglich.

Wie gehe ich mit Verstopfungen in diesen Bereichen um?

Opitz: Der Handwerker muss ran. Bei der Badewanne kann man aber zum einen vorher noch schauen, ob man Haare und andere Rückstände einfach aus dem Sieb fischen kann.

Das zweite, was man auf eigenes Risiko probieren kann, ist das Spülen des Abflusses mit einem relativ festen Wasserstrahl. Dafür schraube ich bei einer Handbrause den Kopf ab und halte den Wasserstrahl direkt auf den Abfluss. Aber: Der Abfluss muss fest montiert sein, sonst produziert man hier eher einen Schaden.

Was sollte ich auf keinen Fall einsetzen?

Opitz: Chemische Mittel. Durch die Reaktion kann es in einem Siphon erst recht zu Verklumpungen und Verhärtungen kommen. Die chemische Reaktion und die dabei entstehende Wärme können zu Verätzungen des Kunststoffs oder auch des Metalls führen.

Und ich würde auf Chemie grundsätzlich verzichten, weil die Anwendung für die Person nicht ungefährlich ist und die Stoffe nicht gut für unsere Umwelt sind. Je weniger in den Klärwerken landet, umso besser.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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